Bild: 2025 MARVEL
Marvel Fans aufgepasst! Ab dem 7. März könnt ihr euch in Köln auf eine unglaubliche Reise durch mehr als 85 Jahre Marvel Geschichte begeben: Spider-Man, Black Panther, Captain Marvel, die Avengers – alle vereint in einer interaktiven und spektakulären Ausstellung. Bei Marvel: Die Ausstellung – Universe of Super Heroes taucht ihr ein ins Marvel Universum, entdeckt Kostüme und Requisiten aus den Blockbustern und könnt Originalzeichnungen von Comic-Legenden wie Jack Kirby und Steve Ditko bestaunen. Ein perfekter Ausflug oder Wochenend-Trip für Familien, Fans der Blockbuster und alle, die Lust auf ein ganz besonderes Abenteuer haben!
Ihr wollt genau wissen, was es mit der Deutschland-Premiere der Ausstellung auf sich hat? Wir haben mit Patrick A. Reed, Popkultur-Historiker aus New York und Kurator der Ausstellung, gesprochen und ihn gefragt, für wen sich die Ausstellung lohnt, woher die originalen Ausstellungsstücke stammen und welches Highlight man auf keinen Fall verpassen darf.
Hier bekommt ihr einen exklusiven Einblick hinter die Kulissen von „Marvel: Die Ausstellung – Universe of Super Heroes“!
Patrick A. Reed: Die Ausstellung zelebriert die Kreativität des Marvel Universums – und das auf verschiedenen Ebenen. Einmal werden die fiktiven Geschichten der Figuren erzählt, aber auch die Geschichte des Unternehmens. Außerdem wird beleuchtet, wie geschichtliche und gesellschaftliche Ereignisse Marvel beeinflusst haben und welchen Einfluss Marvel selbst auf die Pop-Kultur hat.
Der Besuch der Ausstellung ist eine immersive Erfahrung, die lehrreich ist und Spaß macht. Das Besondere ist, dass sich die präsentierten Ausstellungsstücke immer innerhalb der Umgebung befinden, auf die sie sich beziehen. Man steht also im Hauptquartier der „Fantastic Four“, während man etwas über die Figuren und die dazugehörigen Exponate erfährt, man befindet sich im Tower der „Avengers“ oder im Weltraum, wo einen mehrere Projektionsflächen in die Welt der „Guardians of the Galaxy“ eintauchen lassen. Das ist eine kreative neue Art, das Medium Museum weiterzuentwickeln – auch wenn wir nicht ganz darauf verzichten wollen. Denn es ist etwas Besonderes, eine Filmrequisite im Scheinwerferlicht in einer Vitrine zu sehen und sie aus der Nähe zu betrachten. Wir lenken mit der immersiven und interaktiven Umgebung nicht von der Kraft der einzelnen Objekte ab, wir fügen nur noch etwas hinzu.
Die originalen, von Hand gezeichneten Comic-Kunstwerke sind unglaublich beeindruckend. Sie waren nie dafür gedacht, ausgestellt zu werden, sondern wurden einzig und allein aus dem Grund geschaffen, damit Comics gedruckt werden konnten. Das erste Kunstwerk zu sehen, in dem Kamala Khan als Ms. Marvel auftaucht, ist zum Beispiel etwas Besonderes. Es gab eine Zeit, in der es nur ein leeres Blatt Papier war und dann hat jemand diese Figur gezeichnet. Es ist der Moment, in dem eine Figur entstanden ist, den man hier sehen kann! Und dann gibt es noch die Kostüme und Requisiten aus den Marvel Studios. Egal, wie hochauflösend der Bildschirm ist, den man zu Hause hat, und egal, wie groß die Leinwand im Kino ist – erst aus nächster Nähe, erkennt man die ganzen Details und die Handwerkskunst, die in ihnen steckt. Dann sind da noch die Räume, die wir mit unseren Designern gestaltet haben: Man kann das Spiegelkabinett von „Doctor Strange“ erkunden – eine Art verspiegelter Unendlichkeitsraum –, man kann „Das Ding“ im Hauptquartier der „Fantastic Four“ besuchen und „Captain America“ im Eis eingefroren sehen!
Bilder: © 2025 MARVEL
Jeder sollte die Ausstellung besuchen, denn es ist für alle etwas dabei. Wenn man mit seiner Familie da ist und nur eine Stunde Zeit hat, wird man die Ausstellung in vollen Zügen genießen. Man wird eine Menge toller Selfies machen und unglaubliche Ausstellungsstücke sehen. Es ist aber auch eine wertvolle Erfahrung, sich mehr Zeit zu nehmen und über die interaktiven Touchscreens tiefer ins Marvel Universum einzutauchen. Es gibt den Bildungsaspekt, den Aspekt der realen Welt- und Kulturgeschichte, aber es macht auch einfach Spaß! Egal, ob man Gelegenheitsfan ist, sich besonders für Videospiele interessiert oder die Comics liebt: Die Ausstellung funktioniert auf unterschiedlichen Ebenen, ganz egal, wie gut man die Welt von Marvel schon kennt.
Absolut! Die Ausstellung wurde von Menschen entworfen, die die Figuren und die Geschichten lieben und diese Liebe mit anderen Menschen teilen wollen. Wir wollen die Kreativität der Menschen zeigen, die die Geschichten und die Figuren erschaffen haben. In der Ausstellung erfährt man nicht nur etwas über die Super Heroes, sondern zum Beispiel auch, wer hinter den Figuren oder den Requisiten steckt, wer an den Filmen gearbeitet hat oder die Comics geschrieben hat. Im Grunde geht es darum, diese inspirierende Kreativität zu vermitteln, die in all dem steckt und die auch Menschen fasziniert, die noch nichts von Marvel kennen.
Comics sind sehr empfindlich, deshalb gibt es nicht übermäßig viele davon in der Ausstellung und sie sind – klein. (lacht) Wenn man einen Raum betritt, in dem ein lebensgroßer „Captain America“ in Eis eingefroren ist und in dem auch ein winziges Comic-Heft liegt, wird man ihm kaum Aufmerksamkeit schenken. Wir wollten sicherstellen, dass wir den gedruckten Comics, die wir präsentieren, den Raum geben, um angemessen wahrgenommen zu werden. Wir haben zum Beispiel ein Exemplar vom Marvel Comic Nummer eins aus dem Jahr 1939, dem ersten Marvel Comic Heft überhaupt. Es gibt davon nur ein paar hundert Exemplare, obwohl damals mehr als eine Million verkauft wurden. Wir präsentieren es ohne viel Ablenkung drum herum, ausgeleuchtet in einer Vitrine. So sieht man auf den ersten Blick, dass es sich um einen wichtigen Gegenstand handelt.
Wir hatten sehr viel Glück (lacht). Marvel Comics selbst hatte lange Zeit kein Archiv. Wir haben alle Comic-Hefte und Zeichnungen, die wir ausstellen, von privaten Sammlern als Leihgabe bekommen. Wir hatten ein großes Netzwerk aus Sammlern, über die wir neue Kontakte und besondere Ausstellungsstücke gefunden haben. Die Requisiten und Kostüme bekommen wir hingegen von unseren Kollegen aus den Marvel Studios. Es sind genau die Stücke, die man in den Filmen und Fernsehserien sieht. Darunter auch die Kostüme aus Black Panther von Ruth Carter, die den Academy Award gewonnen haben.
Mein Co-Kurator und ich haben das Skript für die Ausstellung geschrieben und entschieden, welche Objekte zu sehen sein werden. Wir haben zwar eng mit den Designern zusammengearbeitet, wussten aber selbst nicht, wie es am Ende aussehen wird. Als ich die Ausstellung zum ersten Mal besucht habe, war ich einfach ein Besucher und kann mich genau daran erinnern, was ich gefühlt habe: Die Beleuchtung, der Soundtrack, der eigens dafür komponiert wurde, das visuelle Design und die lebensgroßen Marvel Figuren haben mich sofort begeistert. Das modulare räumliche Soundsystem, die Projektionen… Man taucht vom ersten Moment an in die unglaubliche Kreativität des Marvel Universums ein. Es ist, als würde man ein echtes Comic-Heft betreten! An den Wänden sind gedruckte Bilder, manche bewegen sich, da ist ein Hulk in Lebensgröße, der eine Seite durchbricht, ein Raum voller Bewegung, Farbe und Musik. Es ist ein inspirierendes Gefühl, das einen zum Staunen bringt.
Es ist großartig zu sehen, wie andere Menschen die Ausstellung erleben. Wenn Kinder in die Ausstellung kommen und das Spider-Man Logo sehen, das sich auf dem Boden bewegt, versuchen sie es zu fangen und darauf zu springen. Sie posieren neben Miles Morales und freuen sich, die Figuren aus nächster Nähe zu sehen. Das sind Reaktionen, die wir nicht vorhersehen können und die uns ungemein freuen. Dazu gehört auch, dass unsere digitalen Medientische mit illustrierten Essays und Texttafeln, die sehr ins Detail gehen, vor allem für Sammler oder „Nerds“ gedacht waren, aber auch Kinder nutzen sie gerne und bleiben neugierig vor ihnen stehen. Zu sehen, wie Teenager aus dem Videospiel-Teil der Ausstellung kommen und beginnen, die Kunstwerke aus der Nähe zu betrachten und etwas über die Charaktere lernen, die sie noch nicht kennen – das ist etwas, was wir uns zwar erhofft haben, aber nie vorhersehen konnten.
Natürlich können wir lernen, anderen zu helfen und mutig zu sein. Aber die Marvel Charaktere sind nicht einfach flache eindimensionale Charaktere. Sie sind mit Problemen konfrontiert, sowohl in gigantischen kosmischen Dimensionen, wenn sie gegen Invasionen oder Superschurken kämpfen, aber auch damit, ihre Miete zu zahlen oder einen Job zu finden. In der Lage zu sein, den Alltag zu meistern und trotzdem anderen zu helfen, gehört zu den Dingen, die man von ihnen lernen kann. Zudem finde ich, dass wir durch das Marvel Universum, das seit Jahren immer größer wird, auch etwas über die Vielfalt der Gesellschaft lernen können. Heute kann jeder eine Marvel Figur finden, mit der man sich identifizieren kann oder mit der man etwas gemeinsam hat. Und darüber kann man sich dann wieder mit anderen austauschen und unterhalten. So können wir gemeinsam neue Perspektiven kennenlernen.
Wenn du „Marvel: Die Ausstellung – Universe of Super Heroes“ im ODYSSEUM in Köln besuchen möchtest, bekommst du deine Tickets bei eventim.de. Die Ausstellung eröffnet am 7. März 2025. Weitere Infos bekommst du hier.