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Exhibitions

Behind the Scenes: Auf Expedition mit der POLAR EXPERIENCE in Berlin

17.11.2025 von Susan Barth

Mit der POLAR EXPERIENCE eröffnet in Berlin am 6. Dezember eine Ausstellung, die Wissenschaft und Emotion auf besondere Weise verbindet. Besucher*innen reisen in die eisigsten Regionen der Erde und erleben dank 360°-Projektionen, eindrucksvollen Klangwelten und Originalaufnahmen vom Eis ein immersives Ausstellungserlebnis! Hier begegnet ihr Forschenden, Menschen und Tieren, deren Heimat die Polarregionen sind, und erfahrt, wie ihre Lebenswelt mit unserer und dem Rest der Erde zusammenhängt.

Bild: Birte Filmer

Hinter dem Konzept steht Nicole Srock.Stanley, Gründerin und CEO der Berliner dan pearlman Group. Die Marken- und Unternehmensstrategin widmet sich mit der POLAR EXPERIENCE nun einem Herzensprojekt – und bringt die Faszination der Polarwelt mitten in die Hauptstadt. Die Expedition beginnt!


Nicole, du nennst dich selbst „die Mutter der POLAR EXPERIENCE“. Wie kamst du zur Idee, so eine Ausstellung zu entwickeln? 

Nicole Srock.Stanley: Ich arbeite tatsächlich schon seit zehn Jahren an diesem Thema und es steckt unfassbar viel Herzblut drin. Am Anfang entstand die Idee zusammen mit Carlo Petri, dem Gründer des Klimahauses in Bremerhaven (Anm. d. Red. ein Ausstellungshaus, in dem man entlang des achten Längengrads einmal um die Welt reist). Wir haben damals festgestellt, dass Menschen beim Thema Klima schnell abschalten, weil es oft negativ besetzt ist. Wir dagegen wollten etwas schaffen, das Freude macht. Es sollte darum gehen, die Schönheit der Natur zu spüren, denn erwiesenermaßen schützt man das am meisten, was man kennt – und liebt. Unsere erste Idee war es, mehrere Klimahäuser weltweit zu bauen. Doch leider dauert das einfach zu lange. Mit einer immersiven Ausstellung wie der POLAR EXPERIENCE ist es ungleich schneller möglich, eine Vielzahl von Menschen zu erreichen. Genau das ist mein Ziel: Ich will den Menschen zeigen, wie wunderbar diese Erde ist – und dass selbst das, was weit weg scheint, unmittelbar mit unserem Leben verbunden ist.

Was ist die POLAR EXPERIENCE für dich? Und was ist sie nicht?

Die POLAR EXPERIENCE ist keine Ausstellung, die mit dem „moralischen Zeigefinger“ arbeitet. Im Gegenteil! Sie ist eine Liebeserklärung an unsere Erde. Jeder Mensch geht mit seinen eigenen Augen und Ohren durch die Ausstellung: die einen hören das Abenteuer, die anderen nehmen die Fragilität wahr, die nächsten sehen einfach die Schönheit der Welt. Jede Person nimmt aus der Ausstellung das mit, was zu ihr und ihren Interessen passt. Und Kinder erleben das alles sowieso nochmal ganz anders. Die Botschaft ist nicht „Ihr müsst“; ich möchte, dass man rausgeht und denkt: „Wow, was für ein fantastischer Planet.“

Du hast gerade Kinder erwähnt, die die Ausstellung mit ihrem ganz eigenen Blick erleben. Wie wichtig war dir, dass die Ausstellung auch für sie funktioniert?

Das war mir sehr wichtig! Ich bin selbst Mutter von drei Kindern und weiß, wie viel Einfluss Kinder in Familien haben. Kinder haben eine eigene und wichtige Stimme. Sie entscheiden in Familien längst mit, was gegessen wird, wohin man reist, wie man lebt. Und sie werden am längsten mit dem Thema Klimawandel konfrontiert sein. Also müssen wir ihnen zeigen, dass die Zukunft durch jeden und jede mitgestaltet werden kann. 
Gemeinsam mit Klimapsychologinnen und -psychologen haben wir überlegt, wie man die Inhalte der Ausstellung kindgerecht erzählt. So ist die Idee entstanden, dass „Cosmo“, das kleine Alien von „Galileo Kids“, durch die Ausstellung führt. Die Idee: Wenn man als Alien auf der Erde landet, hat man sicher viele Fragen – und genau diese Fragen stellt Cosmo auch. Kinder dürfen mit Cosmo auf Expedition gehen und gemeinsam mit ihm neugierig sein. 

Bild: Galileo Kids
Cosmo, das freche Alien, bekannt aus „Galileo Kids“, begleitet Kinder durch die Ausstellung.

Was erwartet uns in der Ausstellung genau? Nimm uns gerne einmal mit.

Die „Polar Experience“ beginnt mit einem virtuellen Boarding auf dem Forschungsschiff „Polarstern”. Im Boarding-Raum werden die Expeditionsteilnehmer*innen auf das Abenteuer vorbereitet und die Expedition beginnt. Zuerst ist man von gigantischen Projektionen und Naturklängen umgeben. Später gibt es einen Raum mit Tierskulpturen. Sie sind lebensgroß und aus recyceltem Plastikmüll, begleitet von Forschenden, die ihre Arbeit dazu erklären. Dort sieht man einen Seeadler, eine Kegelrobbe und auch einen Eisbären und einen Kaiserpinguin. Alle Räume in der Ausstellung haben etwas, das sie ganz besonders macht. Der Raum, der der indigenen Bevölkerung der Yupik gewidmet ist, ist zum Beispiel so gestaltet, als würde man dort mit ihnen am Lagerfeuer sitzen.

Der „Act Now“-Raum ist das große Finale der Ausstellung. Was passiert dort?

Der Act Now Raum zeigt Wege für vielfältiges Engagement für den Klima- und Umweltschutz. In meinen Augen ist er ist so etwas wie das Herzstück am Ende der Ausstellung. Hier werden zahlreiche Unternehmen, Start-ups und NGOs präsentiert, die heute schon vorbildlich in Sachen Klima- und Umweltschutz agieren. Und sie zeigen: Es gibt Lösungen, überall. Bei der Konzeption haben wir mit Zukunftsforschenden zusammengearbeitet, die unsere Sicht auf die Zukunft verändern. Statt zu fragen: „Was passiert, wenn alles schlimmer wird?“, fragen sie: „Stell dir vor, es ist 2050, und wir haben die Probleme gelöst. Was ist passiert, dass es so weit kommen konnte?“ Eine Erzählweise, die dazu führt, dass man Hoffnung mitnimmt. 


Bild: AWI/Folke Mertens

Bild: AWI / Markus Rex

Bild: Markus Rex

Bild: CLX

Bild: COFO

Bild: Markus Rex

Bild: Markus Rex

Bild: Markus Rex

Was kann man konkret heute tun, um die Zukunft mit Blick auf den Klimawandel positiv zu gestalten?

Die Antwort der Wissenschaft ist eindeutig. Für uns als Privatpersonen sind drei Dinge entscheidend: 1. Den Wandel zulassen. 2. Druck auf Politik und Wirtschaft ausüben. Erst an 3. Stelle ist der eigene Konsum an der Reihe, sozusagen die Königsdisziplin, nicht die Basis! Es geht gar nicht darum, sich klein oder machtlos zu fühlen. Ich will, dass man rausgeht und denkt: Ich kann Teil einer positiven Veränderung sein. Und deshalb gibt es bei uns am Ende keinen „Exit through the Gift Shop, sondern einen „Exit through the Participation Shop. Man sieht, wo man überall mitmachen kann, unter anderem beim WWF, dem NABU, German Zero, MoorFutures und vielen mehr, indem man zum Beispiel auch direkt vor Ort eine Petition unterschreibt. Das Ziel ist, seinem durch die Ausstellung ausgelösten Handlungsimpuls direkt nachgehen zu können!

Wichtiger als die Verantwortung der Einzelnen ist also der Gedanke: wir können etwas bewegen. Das ist ein sehr aktivierender und motivierender Ansatz. Inwieweit hat diese Idee die Ausstellungskonzeption insgesamt geprägt?

Wir wissen: Wenn Menschen einmal handeln, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie mehr tun, enorm. Das ist psychologisch erforscht. Die Ausstellung soll deshalb unser Gemeinschaftsgefühl wecken und zeigen, dass es schon Viele gibt, die etwas bewegen, und jeder kleine Beitrag zählt. Das verändert alles! Mein Ziel ist es, dass die Menschen mit positiver Energie und hoffnungsvoll aus der Ausstellung kommen. Hoffnung ist ansteckend. 

Gibt es für dich persönlich Momente in der Ausstellung, die dich jedes Mal wieder berühren?

Ja, insbesondere die Geschichten der indigenen Bevölkerung bewegen immer wieder neu. Da gibt es zum Beispiel Yari, eine Yupik-Schamanin aus Alaska. Sie erzählt von ihrer Kultur, die auf dem Eis basiert und davon, was passiert, wenn dieses Eis verschwindet. Sie erzählt von Mythen, Musik und das Zusammenleben ihrer Gemeinschaft. Es berührt mich, weil ich merke, dass das alles für sie keine abstrakte Debatte ist. Es geht um ihr Leben.
Und dann gibt es diese Bildwelten, in denen du plötzlich mitten in der Arktis stehst. Du hörst das Eis brechen, siehst Polarlichter, spürst diese Weite. Diese Mischung aus wissenschaftlicher Präzision und Emotion ist das, was mich jedes Mal wieder begeistert.

Welche Rolle spielen Musik und Sounds dabei?

Selbstverständlich eine große. Wir erzählen die Ausstellung auf drei musikalischen Ebenen. Lilly Ray hat den Score (Anm. d. Red.: eigens komponierte Filmmusik) komponiert, einen epischen Orchester-Score, der dich direkt abholt, wenn du reinkommst. Eingespielt wurde der Score vom Orchester der Schostakowitsch-Musikschule. Das DJ-Duo Tiefschwarz ergänzt diese Musik mit Ambient-Sounds und elektronischen Elementen. Dazu kommen Originalaufnahmen vom Eis. Das alles ergibt eine Klanglandschaft, die dich komplett in ihren Bann zieht.

Die Ausstellung wird von „Galileo“ präsentiert und du hast auch schon „Cosmo“, das freche Alien aus „Galileo Kids“, erwähnt, das Kinder durch die Ausstellung begleitet. Wie kam es zur Zusammenarbeit und was bedeutet sie für die POLAR EXPERIENCE?

Die Zusammenarbeit mit „Galileo“ ist eine echte Bereicherung. „Galileo“ und ClimateXtremes haben den gleichen Ansatz: Wir wollen faszinieren, nicht belehren. Ergänzt wird das Storytelling für die Erwachsenen durch den Kinderpfad, den wir mit „Galileo Kids“ entwickelt haben. In der Ausstellung dürfen Kinder kleine „Climate Explorer“ sein, sie kriegen ein eigenes Mini-Magazin in die Hand, können alles selbständig entdecken und Fragen stellen. Für Kinder erzählen wir eine weitere Geschichte, eine, die spielerischer, neugieriger, offener sein darf. 

Wenn du dir etwas wünschen könntest – was sollen die Besucher*innen am Ende der Ausstellung mitnehmen?

Die Liebe zur Erde. Und die Erkenntnis: Man kann was bewegen. Es gibt so viele tolle Menschen und Organisationen, die schon jetzt richtig gute Sachen machen. In der Forschung heißt es, dass es gar nicht 100 Prozent der Menschen braucht, damit sich etwas verändert. Manchmal genügt schon eine kleine, engagierte Gruppe für eine große Veränderung. 

Inspiriert dich das zu weiteren Ideen?

Auf jeden Fall! Die POLAR EXPERIENCE ist für mich nur der Anfang. Wenn alles wie geplant läuft, möchten wir jedes Jahr eine neue Ausstellung eröffnen. Es gibt Pläne für insgesamt sieben Ausstellungen, jede zu einem anderen, extremen Lebensraum wie etwa Regenwald, Wüste oder Tornados. Alle Ausstellungen sollen zudem um die Welt wandern. Wenn das gelingt, hätten wir unser Ziel vom Anfang erreicht – viele kleine Klimahäuser auf der ganzen Erde. Das wäre mein Traum.


Du willst auf Expedition gehen und mit der POLAR EXPERIENCE die Polarregionen und die Schönheit der Erde hautnah erleben? Dann bekommst du deine Tickets auf eventim.de

Bild: Polar Experience / Bubble Planet

Aber wir haben noch einen besonders guten Tipp für dich: Parallel zur POLAR EXPERIENCE findet auch die Erlebnisausstellung BUBBLE PLANET in der Arena Berlin statt und mit dem Kombiticket kannst du nicht nur beide Ausstellungen besuchen, sondern dabei auch noch richtig sparen! 

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