Bild: Daniel Schalhals Bild: Daniel Schalhals
Interviews

Backstage mit Alexander Eder: „Wir essen nach jedem Konzert im Nightliner zusammen Instant Noodles“

06.02.2026 von Nadine Wenzlick / Louis Krüger

„Unplugged (Live)“ heißt das erste Live-Album von Alexander Eder. Wie der Name schon verrät, erfindet der österreichische Sänger seine Songs darauf ganz neu: Reduziert auf das Wesentliche. Aufgenommen wurde das Album in der Burgarena Finkenstein – ein denkwürdiger Abend für Eder, den die Faszination für die Bühne schon seit seiner Kindheit begleitet. Erste Erfahrungen sammelte er im Theater, bevor schließlich die Musik den Ton angab. Seinen Durchbruch feierte Eder mit der Castingshow „The Voice“, wo er es bis ins Viertelfinale schaffte. Es folgten drei Alben, zahlreiche TV-Auftritte und stetig wachsende Bühnen. Pünktlich zum Start seiner „Quer durch die Bank“-Tour sprachen wir mit ihm über die Geschichte hinter seinem Unplugged-Album, unvergessliche Konzertmomente – und Instant-Nudeln.

Bild: Daniel Schalhals

Alexander, im Februar erscheint dein neues Album „Unplugged (Live)“. Was verändert sich für dich emotional, wenn du deine Songs in einem Unplugged-Setting spielst?

Wer mich kennt, weiß: Ich mag es eigentlich sehr gerne sehr laut. Ich liebe es, wenn man Songs mit Pyrotechnik oder anderen Elementen richtig „aufmotzt“. Bei meinem Unplugged-Album wollte ich aber bewusst zurück zum Kern: Die Musik. Wir haben viele Songs komplett neu arrangiert, ohne dabei ihren Charakter zu verändern, aber so, dass man sie in einer ganz anderen Version erlebt. Ich kann ehrlich sagen: Bei der Aufzeichnung habe ich jeden einzelnen Song zu 100 Prozent gespürt – bei manchen Akustik-Momenten sogar zu 110 Prozent. Dieser Tag hatte einfach etwas Magisches. Ganz wichtig ist mir dabei auch, die unfassbar starke Leistung meiner Band hervorzuheben. Ich bin extrem dankbar, mit so tollen Menschen auf der Bühne stehen zu dürfen. Wir sind wie ein kleiner Familienbetrieb.

Aufgenommen wurde das Album vergangenen Sommer in der Burgarena Finkenstein. Warum gerade dort? 

Das Ganze hat sich ein bisschen entwickelt. Ich hatte eine unfassbar nette Unterhaltung mit dem Musiker Josh, der meinte, eine der geilsten Locations überhaupt sei die Burgarena Finkenstein. Daraufhin habe ich meine Managerin Bettina angerufen und gemeinsam mit unserem Tourmanager René hat sie es möglich gemacht, dass ich dort ein Konzert spielen kann. Im Hintergrund passiert so viel großartige Arbeit, die man oft gar nicht sieht. Das ist mir wirklich wichtig zu sagen: Danke an all diese Menschen! Dieses Konzert stand ganz groß in unserem Kalender. Die Vorfreude war riesig und nach einer Probe kam plötzlich die Idee auf, an diesem Tag etwas ganz Besonderes zu machen. Daraufhin haben wir die Band erweitert und es wurde schnell klar: Das müssen wir als Live-Album festhalten!

Gab es einen Moment oder Song, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist? 

Da fällt mir sofort „Lass dir Zeit mit erwachsen werden“ ein. Ich habe davor ein paar sehr emotionale Worte gesagt, unter anderem: „Ich glaube, mein Opa sieht heute auch zu.“ Und ehrlich gesagt bin ich mir ziemlich sicher, dass er das auch getan hat. Das war ein unglaublich schöner Moment. Überhaupt war es wie gesagt ein magischer Abend. Ich finde man hört durchgehend, wie unfassbar motiviert die Leute waren. Wenn ich die Platte aufdrehe, kann ich mich direkt zurück in diese Momente beamen. Bei „Der Doktor hat gesagt“ sind die Kinder in der ersten Reihe komplett ausgerastet – und man hört richtig, wie ich beim Singen lachen muss. Ich hoffe sehr, dass sich diese positive Stimmung auch auf die Hörerinnen und Hörer überträgt.

Du hast mittlerweile auf vielen großen Bühnen gestanden. Welche deiner Shows wirst du nie vergessen und warum?

Finkenstein und München. Natürlich ist jede Show etwas Besonderes, aber Finkenstein war emotional einfach nicht zu toppen. Und München war unser bisher größtes eigenes Konzert – in genau der Halle, in der ich meine großen Idole SDP drei Jahre zuvor zum ersten Mal gesehen habe. Mitten in meinem Konzert gab es einen minutenlangen Applaus. Wir konnten es wirklich nicht fassen. So wunderschön! Das waren beides absolute „Davon habe ich immer geträumt“-Shows – und sie haben sich sogar noch besser angefühlt als jeder Traum.

Kamen dir auf der Bühne schon einmal die Tränen?

Ja – letztes Jahr beim Tourabschluss in Graz, und auch öfter nach Shows. Auf der Bühne bin ich immer so unfassbar glücklich, da kann ich nicht mal Freudentränen weinen. Danach, wenn man realisiert, was da gerade passiert ist, kommen die Emotionen hoch. Besonders am Ende einer Tour ist das extrem. Bei uns entsteht alles aus eigener Hand, wir reißen uns dafür wirklich maximal den Arsch auf. Wenn dann alles aufgeht und die Leute begeistert sind, ist das einfach das schönste Gefühl der Welt.

Wie sieht ein typischer Tag auf Tour bei dir aus? Wie verbringst du die Zeit, hast du Rituale?

Wir essen nach jedem Konzert im Nightliner zusammen Instant Noodles, das wurde ein Ritual! Vor den Shows ist meistens ziemlich viel los: Bühnen- und Pyrotechnik-Aufbau, Merch signieren und so weiter. Trotzdem fühlt sich das alles nicht wie Arbeit an. Es ist eher wie eine große Klassenfahrt. Den ganzen Tag werden Witze gemacht, man nimmt sich gegenseitig auf den Arm und genießt wirklich jede Sekunde. 

Hast du Lampenfieber, bevor du auf die Bühne gehst? Und wenn ja wie äußert sich das?

Ich bin unfassbar aufgeregt, aber ich habe keine Angst vor Fehlern. Es ist eher so ein Kribbeln in den Fingerspitzen – ich kann es meistens kaum erwarten, auf die Bühne zu gehen. Als Support-Act zu spielen, ist immer etwas Besonderes. Ich liebe es, wenn die Crowd am Anfang noch schwierig ist und einen vielleicht nicht kennt. Dann habe ich die Chance, sie zu Fans zu machen. Das ist nie leicht, aber genau deshalb so cool.

Ende Januar startet deine „Quer durch die Bank-Tour“. Was erwartet die Besucher? Und wird es auch Songs von dem Unplugged-Album zu hören geben?

Wir laufen seit Monaten heiß! Es gibt eine komplett neue Show, das Bühnenbild wurde neu gestaltet, der Einsatz von Pyrotechnik wird noch mal auf ein neues Level gehoben und den Spaßfaktor schrauben wir auf Level zwölf von zehn! Ich möchte gar nicht zu viel verraten, aber es wird viele Überraschungen geben und wir haben wirklich unser ganzes Herz in diese Show gesteckt. Unplugged-Songs wird es auf dieser Tour keine geben, denn wir spielen im Herbst eine Unplugged-Tour. Mehr Infos dazu folgen bald und ich freue mich wirklich extrem darauf. Die Locations, die wir dafür ausgewählt haben, sind wirklich atemberaubend. 

Im Sommer geht es für dich zudem als Support von Unheilig auf Tour. Mit welchen Erwartungen gehst du auf diese Tour und wie bereitest du dich vor?

Die Unheilig-Tour startet im Herbst 2026. Wir dürfen bei über 30 Shows dabei sein und werden uns schon davor bei drei großen Sommershows gemeinsam eingrooven. Wie schon erwähnt: Etwas Spannenderes gibt es nicht! Ich liebe die Herausforderung. Wenn es schwer wird, wird es interessant. Und ich denke, dass die Fans von Unheilig meine Band und mich sehr lieb empfangen werden. Der Graf und sein gesamtes Team sind so unfassbar herzlich, die Zusammenarbeit läuft einfach toll. Für mich ist das eine riesige Chance und ich werde alles geben, um den Grafen und das Publikum ordentlich aufheizen!


🎉

Alexander Eder live?

📅 Hier Tourdates checken oder für den ⏰ Ticketalarm anmelden!


Artikel teilen

Könnte dich auch interessieren