Bilder: Phil Hessler Bilder: Phil Hessler
Interviews

Backstage mit SOPHIA: „Ich mache meinen Traumjob und bin super happy darüber“

25.02.2026 von Nicole Pietzsch

Am 6. Februar veröffentlichte Sophia ihr drittes Album „Durch die Blume“. In den knapp drei Jahren seit dem Debütalbum „Niemals allein“ hat sich die Sängerin und Songschreiberin hörbar weiterentwickelt. Mutiger und selbstbewusster denn je, zeigt sie sich auf Liedern wie „Regen“, „Träne“ und „Unsichtbar“ von ihrer bislang persönlichste Seite. „Durch die Blume“ ist ein facettenreiches Album voller Kontraste. Melancholische, nachdenklich stimmende Lieder stehen neben optimistischen, fröhlichen Songs. Sophia lädt ihre Hörerschaft ein, tief in ihre Welt einzutauchen – mit allen Höhen und Tiefen. Im Interview spricht Sophia Bauckloh über „Durch die Blumeund die am 9. März beginnende Tour zum Album, ihr Leben als Musikerin, ihre Träume und vieles mehr – und sie verrät, wie aus einem Lied für ihren Hund ein Hochzeitslied wurde.

SOPHIA Tickets

Sophia, dein neues Album heißt „Durch die Blume“. Magst du ein wenig zu der Idee hinter dem Albumtitel und dem Titelsong erzählen?

Beim Titellied war es diesmal zum ersten Mal so, dass ich zuerst den Titel im Kopf hatte und dann den Song dazu geschrieben habe. Die Idee stammt von einem anderen Song, „Regen“, und der Zeile „Keine Blume blüht ohne Regen“, und ich bin dann nicht mehr von diesem Blumenthema weggekommen. Dann kam ich auf „etwas durch die Blume sagen“ und fand, dass das ein mega geiler Albumtitel ist und ein mega geiles Thema für die Tour, das Album und alles drumherum. Und es passt auch, weil ich in meinen Songs Dinge durch die Blume preisgebe. Dann habe ich alle Blumen-Ideen zu diesem Thema gesammelt, bin damit ins Studio gegangen und habe gesagt: Leute, wir schreiben heute einen Song mit dem Titel „Durch die Blume“ (lacht).

Wie würdest du das Album insgesamt beschreiben?

Als abwechslungsreich. Gerade im Vergleich zu meinen letzten beiden Alben würde ich sagen, dass es noch stärkere Emotionen in beide Richtungen hat. Ich bin auch ein bisschen mutiger geworden mit den Songtexten und Inhalten – noch persönlicher und experimenteller, sowohl was den Sound angeht als auch bei den Themen. 

Gibt es ein Lied, das dir besonders am Herzen liegt?

Das ist schwierig, weil mir natürlich jeder Song auf dem Album am Herzen liegt. Der Song „Regen“ spielt auf jeden Fall eine große Rolle für mich. Bei „Unsichtbar“ habe ich lange überlegt, ob ich den so rausbringen will, weil der schon sehr tief reingeht. Den Titelsong „Durch die Blume“ möchte ich auch noch nennen – es ist schwer einen einzigen auszuwählen, weil man mit jedem einzelnen etwas anderes verbindet.

Wie du selbst schon sagtest, gibst du sehr Persönliches von dir preis, diesmal sogar noch ein Stück weit mehr. Fällt dir das leicht oder musst du dich da überwinden?

Ich muss mich schon ein bisschen überwinden. Es fällt mir natürlich viel leichter, Gefühle in Songs zu verpacken, als im Alltag oder im privaten Leben darüber zu sprechen. Bei Liedern wie „Unsichtbar“ oder „Alles in Flammen“, die von Selbstzweifeln und Unsicherheit handeln, zeigt man sich von einer verletzlichen Seite und hat dann etwas mehr Angst vor Reaktionen als bei einem Song, der total positiv ist. 

Macht es für dich einen Unterschied, ob du diese Lieder im Studio oder live auf der Bühne singst?

Ja, definitiv. Mit den Leuten im Studio arbeite ich schon länger zusammen und bin auch mit ihnen befreundet, das ist dann noch ein Safe Space. Sobald solch ein Song dann releast wird oder man ihn vor vielen Leuten live spielt, ist das schon was anderes. 

Wie läuft denn das Songwriting? Woher bekommst du deine Ideen? Und ist da meist zuerst ein Text oder eine Melodie?

Das ist unterschiedlich. Meistens ist da zuerst ein Text, aber nicht immer. Oft habe ich im Alltag Gedanken oder mir fällt etwas ein, vielleicht etwas total Banales, was ich dann aufschreibe. Daraus entsteht manchmal eine coole Zeile, die mir nicht mehr aus dem Kopf geht. Mit dem Thema gehe ich dann ins Studio. Manchmal entstehen Songs aber auch ganz anders, so wie der Hochzeitssong auf dem neuen Album, „Ja“ heißt der. Ich weiß gar nicht, ob ich diese Story überhaupt erzählen soll, weil das den Song ein bisschen „entromantisiert“ (lachend). Ich bin nämlich eigentlich ins Studio gegangen und hab gesagt, dass ich unbedingt einen Song über meinen kleinen Hund schreiben will, was alle erstmal weird fanden. Ich hatte ganz viele Notizen der Sorte: „Versteht mich ohne Worte“ oder „Hat das größte Herz der Welt, aber ist ganz klein“. Wir haben es einfach probiert und kamen auf die Zeile „Dein Herz ist 24 Karat, sag wie kannst du das tragen?“, und haben dann weitergeschrieben. Irgendwann haben wir gemerkt, dass das alles total cringe ist und haben das meiste verworfen. Ein paar Zeilen waren aber echt cool und die Melodien waren super schön. Dann haben wir gedacht: Das wäre doch ein richtig schöner Hochzeitssong. Manchmal entstehen also neue Ideen aus etwas ursprünglich ganz anderem. 

Du hast diesmal zum ersten Mal Pre-Listening-Events organisiert. Wie war das für dich und wie wichtig ist dir die Nähe zu deinen Fans?

Das war für mich ganz neu, kein Konzert zu spielen, sondern die Songs abzuspielen und etwas zum Albumprozess zu erzählen. Ich fand das super schön. Die Atmosphäre war total entspannt. Ich freu mich immer, wenn Zeit ist, mit den Leuten zu quatschen und sie persönlich kennenzulernen oder wiederzusehen. Klar, bei Social Media hat man Follower und bekommt Klicks, wenn man einen Song veröffentlicht, aber es ist was anderes und voll schön, zu sehen, was das mit den Leuten macht und wer da überhaupt kommt. Außerdem war es das erste Feedback, was ich bekommen habe, weil die Songs da ja noch gar nicht draußen waren.

Wenn du die Zeit seit der ersten Single Revue passieren lässt, wie hast du dich seitdem musikalisch und persönlich weiterentwickelt?

Das ist ja so ein Prozess, bei dem man das selbst gar nicht immer mitbekommt. Wenn ich dann aber zurückblicke und überlege, was in der Zeit alles passiert ist, dann ist das schon krass. Ich glaube, ich bin musikalisch ein Stück weit selbstbewusster geworden, dass ich mich trauen darf, über Themen zu sprechen, über die man nicht so gerne spricht. Ich hab eine total schöne Community aufgebaut, in der ich mich wohl fühle und solche Dinge ansprechen kann. Und ich habe gelernt, dass ich auf mein Bauchgefühl hören muss. Am Anfang haben manchmal Leute, die länger in der Branche sind, versucht reinzureden. Ich habe gemerkt, dass es immer richtig war, wenn ich auf mein Bauchgefühl gehört habe.

Am Anfang hast du englischsprachige Coversongs gesungen. Wie kam es zum Wechsel ins Deutsche?

Das war ein großes Thema damals. Bevor ich meine erste Single herausgebracht habe, war ich schon zwei Jahre im Studio und habe Songs geschrieben. Weil ich früher immer auf Englisch gesungen hatte, habe ich den Leuten gesagt, dass ich auf jeden Fall dabei bleiben will, einfach weil es vertrauter war. Bei der Arbeit an Songs haben wir verschiedene Genres ausprobiert, hatten aber das Gefühl, dass es nie so ganz on point ist – ich habe mich nie richtig wohlgefühlt oder wusste: Das ist es jetzt. Dann haben wir gesagt, okay, lass uns eine Songwriting-Session auf Deutsch machen und gucken, was passiert. In der Session haben wir „Niemals allein“ geschrieben. Da wussten wir: Das ist es. Und ich hab mich total wohl damit gefühlt. Seitdem will ich nichts anderes mehr machen.

Deinen Beruf als Goldschmiedin hast du aufgegeben, um dich ganz auf die Musik zu konzentrieren. Fehlt dir manchmal ein geregelter Tagesablauf oder bevorzugst du das etwas unstetere Künstlerinnendasein?

(Lacht) Es ist eine Mischung. Ich mache meinen Traumjob und bin super happy darüber. Es fühlt sich überhaupt nicht wie Arbeit an, sondern ich hab einfach eine geile Zeit. Aber ich muss schon sagen, dass ich es manchmal cool fände, wenn ich in dem Job geregeltere Arbeitszeiten hätte. Es gibt Phasen, in denen alles in zwei Wochen gebündelt ist und ich mich frage, wie ich das schaffen soll. Dann gibt es Zeiten, in denen ich gefühlt zwei Wochen lang gar nichts zu tun habe. Und meine Freunde, die normal arbeiten, haben immer dann frei, wenn ich arbeite und umgekehrt – das ist natürlich manchmal schwierig. Aber ich würde es auf keinen Fall eintauschen.

Was gefällt dir denn am besten daran, professionelle Musikerin zu sein? Das Songwriting, die Studioarbeit, das Touren …?

Songwriting und live spielen. Das Songwriting macht mir super viel Spaß, aus demselben Grund aus dem ich auch die Ausbildung zur Goldschmiedin gemacht und Design studiert habe: Du gehst mit nichts rein und hast am Ende einen fertigen Song. Das macht einfach Spaß. Und live spielen und auf Tour gehen und die Songs, die man in seiner Kammer geschrieben hat, vor Leuten singen, und alle singen mit – das ist schon sehr magisch.

Bald geht es ja wieder los. Wie sieht ein typischer Tag auf Tour aus?

Der Ablauf ist eigentlich immer gleich. Wir fahren abends mit dem Nightliner los, schlafen im Bus und kommen morgens irgendwo an. Dann stehen wir auf, frühstücken was und dann wird meistens erstmal aufgebaut. Danach geht’s irgendwann zum Soundcheck, danach essen wir noch mal was und dann geht es auch schon auf die Bühne. Meist gehen die Tage auf Tour gefühlt total schnell vorbei. Nach der Show gehen alle duschen, dann fahren wir mit dem Bus in die nächste Stadt und alles geht wieder von vorne los. 

Wie geht es dir unmittelbar vor einem Auftritt? Hast du Lampenfieber?

Ja, volle Kanne. Ich bin immer sehr nervös, gerade wenn ich lange nicht gespielt habe oder wir ein neues Set spielen. Aber ich habe ein tolles Team und eine tolle Band, die alle damit umzugehen wissen und mich beruhigen. Die ersten drei Songs sind immer mehr Anspannung als dass es Spaß macht, aber danach dreht es sich dann um. 

Hast du ein bestimmtes Ritual vor deinen Auftritten?

Wir haben Team-Rituale. Eine halbe Stunde vor der Show drehen wir die Musik auf und es laufen nur Gute-Laune-Songs. Dann stehen wir im Kreis und einer aus der Band hält eine kleine Motivationsansprache. Dann haben wir einen Spruch, den wir drei, vier Mal rufen: „Wir zersägen heut’ die Stage“. Dann nehmen wir uns alle in den Arm und es geht los.

Erzähl doch mal von deinem ersten Auftritt mit deinen eigenen Songs.

Das war schon besonders. Beim allerersten Konzert war ich Support von Fabian Wegerer. Da haben teilweise schon Leute meine Texte mitgesungen – das war crazy. Vorher habe ich ja nur gecovert. 

Gibt es ein Konzert, an das du besonders gerne zurückdenkst? 

Wenn es um die Stimmung geht, dann die Stuttgart-Show im letzten Jahr. Und ich war jetzt schon ein paarmal bei diesen Kinderklinik-Konzerten dabei, und das ist natürlich etwas ganz anderes. Man sieht die Eltern, die teilweise weinen und die Kinder, die lachen, obwohl es ihnen eigentlich schlecht geht. Das bleibt am Ende noch mehr hängen, weil das Musikmachen da eine ganz andere Bedeutung bekommt. 

„Träum weiter“ heißt ein Lied auf „Durch die Blume“. Hast du Träume in Bezug auf deine Karriere?

Auf jeden Fall. Am Anfang war mein Traum Musik zu machen. Wenn dieser Traum wahr geworden ist, hat man den nächsten: Ich würde gerne eine eigene Tour spielen. Und dann geht man auf Tour und entwickelt wieder neue Träume. Einer davon ist, in der Jury von The Voice Kids zu sitzen. 

Bei dem Song ist ja Kayef dabei – hast du auch eine Traum-Kollabo? Gibt es jemanden, mit dem du gerne die Bühne teilen oder einen Song aufnehmen würdest?

Wenn ich ganz groß träume: Justin Bieber (lacht). 

Wer sind deine musikalischen Vorbilder?

Geprägt bin ich von Powerfrauen wie Adele, Jessie J, Alicia Keys, Taylor Swift. Wegen ihnen habe ich angefangen zu singen. 

Gibt es ein Lied, das du besonders gerne live singst?

Aktuell ist „Soziale Batterie“ live mein Favorit. Bei den neuen Songs sind auch ein paar Highlights dabei. „Unsichtbar“ haben wir zum Beispiel mega cool arrangiert. Ich mag live gerne die Songs, die nach vorne gehen und ein bisschen rockiger sind, weil diese Energie super viel Bock macht. 

Gehst du selbst gerne auf Konzerte?

Oft passt es zeitlich nicht, aber vorletztes Jahr habe ich mir die volle Dosis gegeben: Ich war bei Taylor Swift, Adele und Coldplay.

Was war das erste Konzert, das du besucht hast?

Das allererste war Beyoncé in Berlin, da war ich 16 oder 17 Jahre alt. 

Und zum Abschluss: Was dürfen die Fan von deiner Tour und deinen Sommershows erwarten?

Wir haben ein komplett neues Set arrangiert und viele neue Songs dabei. Das erste mal haben wir auch ein richtig cooles Bühnenbild. Außerdem habe ich mir ein paar kleine Überraschungen überlegt, die ich natürlich noch nicht verraten möchte. Es wird auf jeden Fall blumig, neu, abwechslungsreich und noch mal schöner als alle anderen Shows zuvor. Wir setzen noch mal einen drauf.


🎉

SOPHIA live?

📅 Hier Tourdates checken oder für den ⏰ Ticketalarm anmelden!


Artikel teilen

Könnte dich auch interessieren