Bild: Rahi Rezvani
Ein Instrument, das fast 100 Jahre alt ist, spielt auf einem kommenden deutschen Album eine zentrale Rolle: Der niederländische Musiker LudoWic hat mit seinem Trautonium den Sound von Berqs zweitem Album „TRAUTONIUM“ so prägend mitgestaltet, dass es den Namen des Instruments sogar als Titel trägt. Ende Oktober bringt er das ungewöhnliche elektronische Instrument auch selbst auf die Bühne – bei Konzerten in Leipzig und Berlin.
Das Trautonium gehört zu den frühen Vorläufern moderner Synthesizer. Entwickelt wurde es 1929 von Friedrich Trautwein in Berlin. Statt über Tasten werden die Töne durch das Berühren eines Widerstandsdrahts erzeugt. Bekannt wurde das Instrument insbesondere durch Oskar Sala, der damit unter anderem die unheimlichen Vogelgeräusche für Alfred Hitchcocks Filmklassiker „Die Vögel“ schuf.
Heute gehört LudoWic, bürgerlich Matheus Lodewijk, zu den wenigen Musikern, die sich intensiv mit dem Trautonium beschäftigen. Inspiriert von Aufnahmen Oskar Salas ließ er sich eigene Instrumente bauen und entwickelte über Jahre eine persönliche Spieltechnik. Inzwischen bezeichnet er das Trautonium als seine musikalische „Stimme“.
Wie gegenwärtig diese Technik klingen kann, zeigt seine Zusammenarbeit mit Berq. Auf sämtlichen Songs von dessen kommendem Album „TRAUTONIUM“ ist LudoWics Instrument zu hören, drei Stücke entstanden sogar als direkte Kollaborationen. Auch die bereits veröffentlichte Single „Lamia“ trägt seine Handschrift.
Abseits davon bewegt sich LudoWics Musik zwischen Ambient, Neoklassik und elektronischen Klangexperimenten. Auf seinem im September erschienenen Album „NUNC STANS“ kann man sich anhören, wie das klingt.