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Interviews

BOSSE im Interview zu seinem lang ersehnten Tourauftakt!

30.06.2022 von Miriam Schröder

Im Juni ging’s los: Nach so langer Zeit der Pandemie tourt Bosse nun endlich und freut sich wahnsinnig auf die kommenden Monate. Zahlreiche Festivals, Open Airs und dann ab September auch Hallen-Konzerte stehen für den sympathischen Sänger und seine Band an. Tickets für Bosse bekommt ihr natürlich bei eventim.de.

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Zwischenzeitlich kurz in Hamburg, ließ er es sich nicht nehmen, EVENTIM einen Besuch abzustatten. Im Interview verriet er uns, wie seine ersten Live-Konzerte waren, worauf sich die Fans am meisten freuen können und was eigentlich so hinter den Kulissen seiner Tour passiert.


Hallo Aki, schön, dass du mal wieder bei uns bist. Erzähl mal: Wie war er nun, der lang ersehnte Tourauftakt mit deinen ersten Live-Konzerten nach so langer Zeit?

Das war Wahnsinn! Ich hatte das Gefühl, dass es für alle wieder das erste Mal war, vielleicht nicht das erste Konzert, aber auf jeden Fall das erste Bosse-Konzert seit Ewigkeiten. Und für uns als Band war das ganz genauso. Und dementsprechend ist da etwas ganz Besonderes entstanden und zwar direkt ab Sekunde 1 – alle haben sich komplett verausgabt, es wurde viel geheult, viel gelacht, viel getanzt – alle Emotionen auf einmal. Und wir haben weit über zwei Stunden gespielt, weil wir gar nicht von der Bühne gehen wollten. Wir haben dann einfach weiter das gespielt, was aus dem Publikum reingerufen wurde.

Wie sehr hast du es vermisst, live zu spielen?

Total. Als ich endlich wieder auf der Bühne stand und die Leute tanzen konnten, habe ich wieder ganz deutlich gemerkt, was genau ich die ganze Zeit vermisst habe. Dieses Gefühl der Freude und der Vorfreude auf die kommende Tour macht einfach so einen großen Teil meines Lebens aus und ist zu 100 % der Grund, warum ich überhaupt angefangen habe, Musik zu machen.

Jetzt hat die Festival-/Open-Air-Saison für dich begonnen und im September geht es gleich weiter mit der Sunnyside-Tour – heißt, du bist jetzt eigentlich vier Monate unterwegs. Kommt einem das nicht vor wie von 0 auf 100?

Ja, wirklich. Die September-Tour ist ja dann auch an einem Stück, da komme ich gar nicht mehr nach Hause, außer natürlich, wenn ich hier in Hamburg spiele. Aber jetzt im Sommer ist es für mich und mein Leben die perfekte Mischung: Wir spielen meist an den Wochenenden und sind von Donnerstags bis Montags unterwegs, anschließend bin ich wieder ein paar Tage zu Hause und dann geht’s weiter. Das ist super so!

Hast du schon ein Gefühl, welche Hits des Sunnyside-Albums live richtig gut ankommen?

Ja, es ist schon so, dass z. B. „Der letzte Tanz“ sehr vielen Leuten etwas bedeutet –auch was die Pandemie betrifft, weil er in der Zeit veröffentlicht wurde und es schon in dem Jahr zahlreiche Videos dazu im Netz gab. Die Frauenmannschaft vom FC St. Pauli hat z. B. zu ihrem letzten Training vor dem Lockdown dazu getanzt. Und ich habe das Gefühl, dass die Leute diesen Song am liebsten 3x hintereinander hören würden, da eskaliert es einfach immer. Aber wir spielen ja alle Songs vom neuen Album, wie auch „Sunnyside“, „Hinter dem Mond“ und „Vater“. Auch „Vater“ war so schön, das ist ja ein ganz persönlicher Song für mich, weil wir ihn so unerwartet für alle zwischen „Dem letzten Tanz“ und „Schönste Zeit“ gespielt haben. Ich versuche einfach, die Setlist für den Abend so zu bauen, dass man eine komplette Runde zwischen totalem Eskalieren, ein bisschen Ruhe, Traurigkeit und wieder raus dreht.

Was macht die im Herbst geplante Hallentour für dich so besonders?

Also drinnen zu spielen, ist wirklich nochmal was anderes. Das ist auch mit nichts zu vergleichen, vor allem, wenn es eigene Konzerte sind. Da sind wir die „Gastgeber“ und alle die kommen, kommen nur unseretwegen. Und deswegen sehe ich es auch als unsere oder meine Verantwortung, dass das ein schöner Abend wird. Diese Verantwortung gibt man z. B. bei Festivals oft ab. Ich kann mich auch in den letzten acht Jahren nicht an ein einziges schlechtes Bosse-Hallenkonzert erinnern, das sind immer besondere Abende. Die Leute freuen sich da jetzt seit 2–3 Jahren drauf und deswegen ist es umso emotionaler. Die Band und ich versuchen jeden Tag so frisch zu sein, als wäre es Tag 1, um für jeden alles zu geben. Und ich freue mich sehr auf neue Hallen, in denen wir noch nie gespielt haben, wie z. B. die Max-Schmeling-Halle in Berlin oder auch die Barclays Arena in Hamburg.

Indoor hat für mich auch immer noch was mit „Clubfeeling“ zu tun, egal wie groß. Da komme ich her: wo es manchmal noch von der Decke tropft, wo man irgendwann einfach loslässt, weil es so heiß ist und dann einfach 2,5 gute Stunden hat.       

Ohne groß zu spoilern, auf was können sich deine Fans bei der Tour so richtig freuen? Gibt es z. B. Special Guests, die sich schon angekündigt haben?

Ja, es ist ja öfter mal so, dass wir auf unserer Tour Besuch bekommen von Leuten, die man so kennt. Auf der letzten Tour war Bjarne Mädel häufig dabei und ist mit mir auf der Bühne rumgeturnt, und jetzt letztlich habe ich z. B. mit Nora Tschirner gesprochen und ihr gesagt, dass sie herzlich eingeladen ist, rumzukommen, damit wir gemeinsam unser Lied „Nebensaison“ singen können. Das wird sie sicherlich machen und ein paar andere bestimmt auch.

Ansonsten kann man sich darauf freuen, dass wir einfach immer Bock haben – egal, in welcher Stadt wir sind, egal, wie spät es ist, und ich hoffe, dass wir das auch nie verlieren: Diese Freude, dass wir da sein dürfen und man aus jedem Abend mit einem guten Gefühl und einer Menge Energie rausgeht.

Bosse on Social Media: Wirst du deine Fans via Instagram, Facebook & Co. „mitnehmen“ und Einblicke ins Tourgeschehen geben?

Ja, das mache ich auf jeden Fall. Sowohl TikTok als auch Insta sind ja prädestiniert dafür, auch mal „live“ zu gehen. Das habe ich jetzt auch bei den ersten Terminen gemacht. Wenn es etwas zu erzählen gibt, dann erzähle ich das auch gern.

Und unter die Podcaster bist du auch gegangen in diesem Jahr. „Lecker Mittach“ heißt dein eigener Podcast, in dem du zusammen mit Freunden ihre Lieblingsgerichte kochst. Wer kocht denn für dich on tour und was ist eigentlich dein Lieblingsessen, wenn du unterwegs bist?

Es ist sehr unterschiedlich. Dieses Mal nehmen wir wieder jemanden mit, der für uns kocht. Manchmal finde ich das richtig gut und manchmal ist es aber auch schwierig, weil die Person so gut kocht, dass man wahnsinnig gern und viel isst. Da ich auf der Bühne so viel Sport mache und tanze, geht es noch. Aber ich muss mich schon zurückhalten, denn es ist jeden Tag quasi „All Inclusive“. Ich liebe es einfach, wenn Leute so gut kochen können. Aber ich muss abends eben auf der Bühne auch wieder abliefern. Aus diesem Grund esse ich auch so 1–2 Stunden vor dem Auftritt gar nichts mehr, sondern dann lieber nach dem Konzert.

Ich versuche auf Tour auch wirklich, mich gesund zu ernähren. Deswegen komme ich auch meist sehr „skinny“ von Tour und danach esse ich erst einmal wieder viel Hausmannskost und alles wird gut.

Hast du ein besonderes Ritual mit deiner Band oder auch nur für dich, bevor ihr auf die Bühne geht?

Bei mir persönlich fängt es so an, dass ich mich so zwei Stunden vor dem Konzert nochmal für eine halbe Stunde schlafen lege. Ehrlich, das tut echt gut! Danach fängt der Tag dann irgendwie neu an für mich, da dann die Anreise, Presseinterviews usw. hinter einem liegen und man sich auf den Auftritt fokussieren kann. Eine Stunde vorher treffe ich mich mit der gesamten Band, wir hören ein bisschen entspannte Musik wie „Fleed Foxes“ o. Ä., ziehen uns um, unterhalten uns und sind aber schon mal zusammen. Dann spielen und singen wir uns ein und kurz vorher machen wir unseren Kreis, nehmen uns alle noch einmal in den Arm und dann geht’s auch schon auf die Bühne.

 Was darf denn auf gar keinen Fall fehlen, wenn du deine Tour-Koffer packst?

Das sind so Kleinigkeiten: Ich habe immer mein eigenes Kissen dabei, das ist für mich ganz wichtig. Hier und da habe ich auch schon mal einen Massagesitz mitgenommen, den bekommen auch gern mal unsere Busfahrer oder Packer, wenn sie Rückenschmerzen haben. Jogginghose, natürlich alles an Klamotten kurz und lang, aber sonst nichts Spektakuläres.

Vielen Dank für das Gespräch und den spannenden Einblick hinter die Kulissen, Aki.

Wir wünschen dir eine tolle Tour!

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