Am 1. Oktober wird die Matthäuskirche in Stuttgart-Heslach für einen Abend zum Resonanzraum. Die amerikanische Musikerin Sally Grayson steht allein auf der Bühne und schichtet Stimme, akustische und elektrische Gitarren sowie Backing-Tracks übereinander. Bei diesem Pre-Release-Konzert spielt sie das komplette Album "Lady Justice" ein halbes Jahr vor Erscheinen, dazu Stücke aus ihrem zwanzigjährigen Schaffen, auch aus ihrer Zeit als Black Swift. Cinematic Americana, irgendwo zwischen Beth Gibbons und Nick Cave.
Der Titel beschreibt keine Stimmung, sondern eine Bewegung. Graysons Lieder handeln von Verlust und Ungerechtigkeit ebenso wie von Sehnsucht, Empathie und Liebe, und von der eigenen Verletzlichkeit als Bedingung dafür, mit anderen Menschen und mit dem, was uns umgibt, verbunden zu sein. Ein Konzert ist für sie kein Vortrag, sondern ein Feld aus Geben und Nehmen.
Dazu entsteht eine Lichtinszenierung von Hanno Braun. Der Stuttgarter Licht- und Medienkünstler spielt Licht wie ein Instrument. Ausgangsmaterial sind Graysons eigene Collagen, die er in Bewegung setzt. Die Inszenierung ist für Kirchenräume entwickelt: Es geht weniger um eine Bildfläche als um Raumtiefe.
Sally Grayson lebt seit 2004 in Deutschland. "Lady Justice" entstand in den Mystery Train Studios Stuttgart, produziert von Markus Birkle, dem Gitarristen der Live-Band der Fantastischen Vier.
Der Abend ist der erste öffentliche Auftritt eines Programms, das 2027 auf Tour geht.