Liebeswirren im Hause des Grafen Almaviva: Dieser stellt Susanna nach, der Braut
seines Bediensteten Figaro, und vernachlässigt dabei seine Frau Rosina. Doch
Susanna ist schlauer und überlistet den Adeligen. Auch ihren Zukünftigen führt
sie hinters Licht. Dazwischen stiftet der Page des Grafen, Cherubino, noch allerhand
zusätzliche erotische Verwirrung. Doch am Ende sind alle Liebespaare wieder
glücklich vereint.
Diese Oper gilt als Inbegriff der Opera Buffa, ist ein Schlüsselwerk der Operngeschichte
und ein großer Publikumserfolg. Beaumarchais‘ Schauspiel von 1778 war
in Frankreich wegen der Überlistung des Adels durch seine Bedienstete zunächst
sogar verboten.
Die Aufhebung ständischer Grenzen durch die musikalische Gleichstellung der
Figuren war zur Zeit der Wiener Uraufführung 1786 revolutionär, und zeigt exemplarisch
Mozarts Fähigkeit, menschliche Beziehungen mit musikalischen Mitteln
bis ins kleinste Detail zu erfassen: Seine Vertonung hebt sich durch ihre psychologische
Tiefenschärfe, dramaturgische Struktur und kompositorische Raffinesse
deutlich von anderen Opern der Zeit ab.
Der kluge Figaro erhält lebhafte, rhythmisch markante Arien, während die Gräfin mit
lyrischen, melancholischen Melodien charakterisiert wird. Der Graf, Repräsentant
des Ancien Régime, erscheint musikalisch pompös, doch auch innerlich zerrissen.
Mozart arbeitet mit einer komplexen Ensembletechnik – besonders im berühmten
Finale des zweiten Aktes, das mehrere Handlungsebenen miteinander verwebt.
Die Veranstaltung wird vom Land Baden-Württemberg gefördert und von der
Stadtbücherei Waiblingen mit einer Medienausstellung begleitet.