Dieser Konzertabend widmet sich der außergewöhnlichen Freundschaft zwischen Dmitri Schostakowitsch und Mieczyslaw Weinberg – zwei Komponisten, die trotzunterschiedlicher Herkunft und unter den schwierigen Bedingungen stalinistischer Repressionen eine tiefe menschliche und künstlerische Verbindung entwickelten.
Weinberg, selbst jüdischer Komponist, und Schostakowitsch, der sich mit jüdischer Musik leidenschaftlich auseinandersetzte, verband die gemeinsame Suche nach musikalischen Ausdrucksformen – trotz der ideologischen Vorwürfe.
Parallel dazu war die kulturelle und wissenschaftliche Arbeit in den 1940-50er Jahren durch die Kampagne gegen „wurzellosen Kosmopolitismus“ geprägt, die einen deutlichen antisemitischen Unterton hatte. Im Zentrum des Programms stehen Weinbergs monumentale Schostakowitsch gewidmete Violinsonate Nr. 5 op. 53 und seine berühmte Rhapsodie über Moldawische Themen op. 47/3, in denen jüdische und folkloristische Melodien die klassische Form der Sonate und Rhapsodie treffen und eine symphonische Entwicklung erfahren.
Schostakowitsch ist mit seinem selten zu hörenden unvollendeten Sonatensatz vertreten, der 1945 komponiert wurde und einen Einblick in den kreativen Prozess des Komponisten bietet. Außerdem erklingt die 6 Stücke Aus jüdischer Volkspoesie op. 79 in der Bearbeitung für Violine und Klavier von Grigory Feygin.
Andrea Bologna, Violine
Sofia Semenina, Klavier