Im zweiten Matineekonzert präsentiert das Berliner Solisten Sextett drei gewichtige Werke, die alle zu unterschiedlichen Zeiten entstanden, aber dennoch denselben spätromantischen Geist beschwören. Der im Todesjahr von Johannes Brahms 1897 geborene und später mit mehreren Oscars für seine Filmmusik ausgezeichnete Erich Wolfgang Korngold darf als Wunderkind bezeichnet werden. Gustav Mahler nannte ihn ein Genie. Richard Strauss äußerte seine Bewunderung für „diesen jungen Erzmusikanten“, dessen Kompositionen ihn „mit Schrecken und Furcht“ erfüllten. Korngolds im Alter von 17 Jahren komponiertes Streichsextett steht eindeutig in der Nachfolge der beiden Gattungsbeiträge von Brahms. Und auch das Streichsextett von Strauss wirkt, obwohl Mitte des 20. Jahrhunderts in dunklen Zeiten komponiert, wie ein der Realität entrückter, wehmütiger Blick zurück.