Das Mahnmal St. Nikolai
Die ehemalige Hauptkirche St. Nikolai entstand 1195 als erste Seemannskapelle der Stadt. Mit der Bedeutung des Hafens wuchs St. Nikolai über die Jahrhunderte zu einer der größten Hallenkirchen Europas. Im neogotischen Wiederaufbau des englischen Architekten George Gilbert Scott nach dem großen Hamburger Brand war sie 1874 das höchste Gebäude der Welt, noch immer ist der Kirchturm mit 147 Metern Höhe der vierthöchste. Ein gläserner Panoramalift fährt heute zu einer Aussichtsplattform in 76 Meter Höhe. Der Blick dort reicht über den Hafen, die Alster und die ganze Innenstadt Hamburgs. Historische Aufnahmen der Kriegszerstörungen ergänzen das Bild. Hamburger wie Touristen fasziniert dieser Blick immer wieder gleichermaßen!
Das Mahnmal St. Nikolai ist heute Hamburgs zentraler Erinnerungsort für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft der Jahre 1933-1945. Die ehemalige Hauptkirche St. Nikolai brannte während der Luftangriffe auf Hamburg 1943 aus und wurde größtenteils zerstört, der Turm jedoch blieb vollständig erhalten. Ihre Ruine beherbergt heute ein Dokumentationszentrum, das mit Veranstaltungen und Ausstellungen an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnert. Eine Dauerausstellung erinnert an Ursachen und Folgen des Luftkriegs in Europa. Was bedeutet Krieg damals wie heute für die Bevölkerung? Wie gehen wir mit der Erinnerung an die Opfer des Zweiten Weltkrieges um?
Mit aktuellen Veranstaltungen, die in der stimmungsvollen Krypta der Ruine stattfinden, stellt das Mahnmal Fragen zur gegenwärtigen internationalen Politik, wirbt für Frieden und internationale Völkerverständigung oder geht der Erinnerungskultur in Deutschland auf den Grund.