Wenn sich sportliches Ringen und Schauspiel vereinen, entstehen einmalige Wrestling-Shows, deren Stars riesige Arenen zum Kochen bringen. Nach wie vor faszinieren die Stunts, die vor allem Hulk Hogan in den 1980er-Jahren bekannt machte, ein breit gefächertes Publikum. Auch wenn die heute vom WWE ausgerichteten Shows einem Drehbuch folgen und der Sieger schon vor dem Kampf feststeht: Beeindruckende Moves wie Chokeslams und Saltos von der Ringbegrenzung lassen sich nicht faken und sind das, was jede Wrestling-Show ausmacht!
Der Beginn der WWE und des kommerziellen Wrestling-Sports
Wrestling kann so ziemlich alles sein – spannend, schrill, brutal und emotional. Gerade diese Vielfältigkeit macht Wrestling-Shows seit Jahrzehnten zum Publikumsmagneten. 1963 gründet sich mit der World Wide Wrestling Federation der Vorgänger des Verbands, der seit 2002 unter dem Namen World Wrestling Entertainment Inc. (WWE) fungiert.
Gleich zu Beginn steigt einer der ganz Großen in den Ring: Bruno Sammartino hält den Champion-Titel über 2.803 Tage, also beinahe acht Jahre lang. Als der „russische Bär“ Ivan Koloff am 18. Januar 1971 den Titel gewinnt und Sammartino damit entthront, fließen im Publikum die Tränen.
Sportler, die Wrestling-Geschichte schreiben
Wrestling lebt vor allem von seinen Stars, von denen die WWE die größten zu bieten hat. Hulk Hogan macht den Wrestling-Sport in den 1980er-Jahren international bekannt.
Mit Bret Hart, der durch seine frühen Jahre als Ringer technisch viel zu bieten hat, findet der Verband in den 1990er-Jahren einen neuen Publikumsliebling. Hart gewinnt im Jahr 1992 die Meisterschaft gegen Ric Flair mit dem Sharpshooter, einem besonders cleveren Finishing Move.
Dwayne „The Rock“ Johnson ist durch seine Schauspielkarriere auch außerhalb der WWE-Welt bekannt. Seine Kämpfe gegen Steve Austin und Hulk Hogan sind legendär. Außerdem versteht er es, das Publikum durch seine provokanten Sprüche so richtig anzuheizen.
Auch Jacqueline Moore geht in die Geschichte des WWE ein. Sie gewinnt als erste Afroamerikanerin 1998 den Woman’s Title und tritt als erste Frau gegen Männer an.
Die WWE von der Jahrtausendwende bis heute
John Cena, der 16-fache Schwergewichts-Weltmeister, beginnt seine Wrestling-Karriere zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Bei seinen WWE-Auftritten liegt in mehr als einer Hinsicht Spannung in der Luft, da ihn das Publikum zugleich verehrt und ablehnt. Dabei schlägt sich Cena wie kein zweiter Wrestler – auch durch sein soziales Engagement – auf die Seite des Guten. Im Ring verzichtet er stets auf den berüchtigten Heelturn, die plötzliche Wendung vom fairen zum unfairen Kampf.
Bei der WWE-Show SummerSlam 2007 beendet eine inzwischen leider verstorbene Legende des Women’s Wrestling ihre Karriere: Lillian Ellison, auch bekannt als The Fabulous Moolah, die seit 1955 im Ring stand und noch mit über 80 Jahren kämpfte. Zu den großen Stars des heutigen Frauen-Wrestlings gehören Becky Lynch und Charlotte Flair, die 2019 zusammen mit Ronda Rousey, der vielfachen MMA-Weltmeisterin, im ersten Main Event der Wrestlemania im Ring stehen.
Wrestling-Moves, die begeistern
Wer WWE-Tickets kauft, freut sich unter anderem auf die spektakulären Würfe und anderen Moves, für die Kraft, Geschick und sportliches Können unabdingbar sind. Die meisten von ihnen sind anderen Kampfsportarten entlehnt und tragen beim Wrestling teilweise sehr bezeichnende Namen.
Dazu zählt zum Beispiel der Fireman’s Carry, bei dem der Angreifer seinen Gegner auf die Schulter wuchtet und dann auf den Boden schleudert. Liegt ein Kämpfer erst einmal am Boden, kann der Angreifer den WWE-Kampf oftmals durch einen schnellen Arm- oder Knöchelhebel – einen Griff, der das jeweilige Gelenk verdreht – beenden.
Zu den Würfen, die das Publikum besonders zum Kochen bringen, gehört auch der Bodyslam. Dabei hebt der Angreifer den Gegner mit dem rechten Arm zwischen den Beinen an, dreht dessen Kopf beim Hochheben nach unten und lässt seinen Kontrahenten dann auf die Matte fallen. Die Performance der Kämpfer ist beim Wrestling in jedem Fall sensationell und absolut sehenswert.
Die Stars der WWE live auf Tour
Obwohl Shows wie WWE NXT, Raw und Smackdown wöchentlich im Pay-TV übertragen werden, geht nichts über das Live-Event. Die Touren der WWE führen nicht nur durch die USA – ihre Stars sind in der ganzen Welt unterwegs. Die packenden Kämpfe im Ring bringen auch das deutsche Publikum regelmäßig zum Toben.