„Der erste Mensch“
nach Albert Camus
2. Teil
Dauer der Aufführung: 1 Stunde und 50 Minuten. Eine Pause.
Der französische Schriftsteller und Philosoph Albert Camus hat seinen autobiographischen Roman DER ERSTE MENSCH in zwei Kapiteln angelegt. Im ersten Teil erzählt der Protagonist auf faszinierende Weise von seiner Kindheit in den Armenvierteln Algiers und davon, wie er neben der archaischen Schönheit der Einfachheit die Bildung entdeckt und wie er, der als Kind in einer Familie von Analphabeten aufgewachsen ist, am Ende der Geschichte mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet wird.
Im zweiten Kapitel kehrt der Ich-Erzähler zurück in seine Heimatstadt, nach Algier, zu seiner mittlerweile alt gewordenen, fast taubstummen Mutter, die mit ihrem Bruder, seinem Onkel Etienne, noch immer in der armen Wohnung der inzwischen verstorbenen Großmutter lebt. Und er trifft auf eine Welt, die sich in rasendem Tempo verändert. Die französische Kolonie Algerien strebt nach Unabhängigkeit. Camus setzt sich ein für die Rechte der Berber und Araber und sorgt sich gleichzeitig um das Leben der Seinen. Er wird gewahr, wie ihm seine Heimat im Kampf der Aufständischen entgleitet, und er begibt sich auf die Suche nach seinem Vater, der im 1. Weltkrieg gefallen ist und den er nie kennengelernt hat. Er beginnt sich zu fragen, wie es dazu kommen konnte, dass Menschen wie seine Vorfahren in diesem, ihnen damals fremden Landstrich gelandet sind. Und wie „Heimat“ in einem modernen Sinn zu begreifen ist - wenn sie nicht nur Heimat der Indigenen ist, sondern auch die der im Laufe zahlreicher Migrationswellen und Kolonialisierungsphasen ins Land Gekommenen.
Nach knapp 90 Vorstellungen in Theatern wie den Kammerspielen München, dem Schauspiel Bochum, dem Schauspiel Frankfurt und am Staatschauspiel Dresden bringt das renommierte sagas.ensemble um den Regisseur und Produzenten Martin Mühleis sowie den Komponisten Christoph Dangelmaier nun den zweiten Teil ihrer Bearbeitung von Camus’ ikonischem Roman auf die Bühne. Wieder haben sie aus dieser faszinierenden Geschichte eine emotionale Mischform aus Schauspiel, Lesung und Konzert geschaffen. Ein berührendes Theaterstück von fesselnder Aktualität.