Auftragswerk, Uraufführung
Regionales Zeitzeugenprojekt von Ronny Jakubaschk und Lothar Kittstein
Die Spuren der Verbrechen der SED-Diktatur haben sich tief in viele ostdeutsche Biographien gegraben. Familien wurden getrennt und zerrissen, Berufsverbote verhängt und Leben beschädigt oder vernichtet. Ob durch die deutsche Teilung, durch Stasi-Maßnahmen oder andere Repressionen des Staatsapparates: Auch fast vierzig Jahre nach dem Fall der Mauer sind die Auswirkungen noch Teil unserer Realität. Populisten, sowohl aus dem rechten als auch dem linken Lager, bedienen Narrative, die die SED-Diktatur oftmals verharmlosen. Für Opfer des DDR-Regimes und deren Nachfahren muss das schwer erträglich sein.
Erinnerungskultur und die Deutungshoheit über die Geschichte sind längst zum politischen Schlachtfeld geworden. Was heißt das eigentlich für den Zustand der Bundesrepublik und unseres politischen Systems? Das Staatstheater wird mit dem Projekt „Unter Hammer und Sichel“ zum Erinnerungs- und Resonanzraum für die Stimmen der Menschen, die heute oftmals überhört werden. Aus Gesprächen und Interviews mit Zeitzeugen aus Meiningen und der Region entwickeln der Regisseur Ronny Jakubaschk („Asyl im Paradies“) und der Theaterautor und Historiker Lothar Kittstein zusammen mit dem Schauspielensemble dieses regionale, dokumentarische Theater.