Er gilt als einer der heißesten Exporte des Vereinten Königreichs: Songer. Ausnahmsweise handelt es sich bei dem aufstrebenden Rapper einmal nicht um einen Artist aus London; stattdessen stammt er aus Reading. Längst sorgt Songer aber nicht nur in seiner Heimat für Furore, wovon Streams im zweistelligen Millionenbereich ebenso zeugen wie ausverkaufte Tourneen in Europa und Australien – und ja, natürlich auch im UK. Schon sein 2021er Track „Endlessly“ vom Album „The Sunrise Project“ und sein Feature auf „Balling“ von Vibe Chemistry brachten ihm vor ein paar Jahren gesteigerte Aufmerksamkeit ein. Spätestens aber seit dem „Toxic (Freestyle)“ ist Songer wohl den meisten Rap-affinen Musikkonsumenten ein Begriff.
„Toxic (Freestyle)“ ist ein gutes Beispiel für Songers Art mit Worten zu jonglieren. Dabei ist er nicht nur enorm wortgewandt, sondern trägt seine Bars auch mit einem Flow vor, der diese Bezeichnung wahrlich verdient. Was ihn ferner auszeichnet und von vielen Kollegen unterscheidet, ist die musikalische Bandbreite von Hip-Hop über Garage bis Drum and Bass. Last but not least ist der Brite ein fleißiges Bienchen mit einer beeindruckend hohen Veröffentlichungsdichte: 2019 erscheint sein Debütalbum „Dream Workz“. Schon im Jahr darauf legt er mit „Lyrics for Sanity“ nach. Rund ein weiteres Jahr später folgt das 15 Tracks starke „The Sunrise Project“. 2023 droppt er „Skala“ mit 16 Titeln, darunter „04:59“ mit D Double E. 2024 lässt er bereits das Mixtape „The Price Of Therapy“ folgen. Wer sich durch Songers Diskografie hören will, dem dürfte so schnell nicht langweilig werden.
Songer punktet mit Vielfalt
Überhaupt kann bei Songer angesichts der musikalischen Vielfalt gar keine Langeweile aufkommen, deckt er doch das gesamte Spektrum zeitgenössischen UK-Raps ab. Jene Vielfalt setzt sich in den Lyrics fort, die Themen wie mentale Gesundheit, Trauer, Beziehungsprobleme und politische Belange wie Rassismus – wohlgemerkt als weißer Rapper – behandeln. Seine tiefgründigen Bars gewähren intime Einblicke ins Songers Seelenleben, strotzen vor Empathie und haben die Power, die Hörerschaft im Innersten zu berühren. Neben solch ernsthaften Tracks gibt es aber auch diverse Upbeat-Nummern. So lässt der Rapper seine Fans auf „Skala“ mitunter an seinem Liebesglück teilhaben. Jeder Track, jedes Album spiegelt eine Seite von Songer wider.
Dem Underground, dem er lange Zeit angehörte, ist Songer inzwischen entwachsen – „Toxic (Freestyle)“ hat es bis auf Platz #29 der UK-Charts geschafft und darf mit Fug und Recht als Hit betitelt werden. Und das Beste: Mit jedem neuen Release setzt der Rapper aus Reading noch einen drauf. „The Price Of Therapy“ ist ein weiterer Beweis dafür, dass der Hype um ihn voll und ganz gerechtfertigt ist. Seine Fanbase wächst kontinuierlich weiter – und wartet schon gespannt auf den nächsten musikalischen Output. Wie man Songer kennt, wird der nicht allzu lange auf sich warten lassen.