Simon „Siggi“ Josef Günther stammt aus Beierstedt bei Braunschweig und arbeitet als Krankenpfleger in der Psychiatrie. Soweit, so unspektakulär – wäre er nicht gerade dabei, die deutsche Musikszene mit Indie-Rap-Songs wie „Hai“, „Keine Panik“ oder „Halt dein Maul“ zu erobern. Diverse Radiosender haben Siggi durch Interviews und hohe Rotationen ebenso promotet wie etwa Olli Schulz im beliebten „Fest & Flauschig“-Podcast; Acts wie Jeremias oder Lena und Linus wählten ihn als Support aus. Und das alles völlig zu recht – Siggi ist ein Newcomer, dem alle, die gute deutschsprachige Indie-Mucke mit deepen Texten zu schätzen wissen, Gehör schenken sollten.
Als Siggi mit der EP „blum“ und der Single „Alles darfst du lieben“ seinen Hörerkreis signifikant erweitert, macht er schon eine ganze Weile Musik. Bevor er sich kurz Siggi nennt, veröffentlicht er etwa die EP „38666“ unter dem Künstlernamen Siggi the Kid. Und noch bevor er überhaupt als Solokünstler aktiv ist, spielt und singt er in der Post-Punk-Band Wolkenkratzer. Mit seinem von diversen musikalischen Einflüssen geprägten Indie-Rap zieht er 2023 einen Vertrag bei Herbert Grönemeyers Label Grönland Records an Land. Dass er nicht in einem bestimmten Genre beheimatet ist, kommt seinem Schaffen hörbar zugute. Aus allem, was ihm gefällt, von Hip-Hop bis Punk, filtert Siggi das Beste und für sich Passendste heraus und kreiert damit seinen eigenen Indie-Sound. Und auch dieser lässt sich nicht in eine Schublade pressen. Von ebenjener Vielfalt zeugt zum Beispiel die „blum“-EP mit den Tracks „Keine Panik“, „Ye“, „Hai“, „Warten“ und „Grünes Gras“. Allein mit der jazzig angehauchten Hip-Hop-Nummer „Ye“ und dem post-punkigen „Hai“ lässt Siggi zwei Songs aufeinanderfolgen, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
Siggis musikalische Anfänge
Schon im elterlichen Zuhause ist Musik sehr präsent – der Vater legt gerne Jazz und Blues auf. Als Kind spielt Simon Günther Schlagzeug. Der spätere Freundeskreis besteht zum einen aus Punk-, zum anderen aus Hip-Hop-Fans, sodass sich beide Stilrichtungen zu Eckpfeilern seiner musikalischen Sozialisation entwickeln, die in seinen heutigen Outputs hörbar sind. In der Post-Punk-Band Wolkenkratzer spielt Simon Bass und singt. Im Anschluss an die gemeinsamen Bandjahre, die ihm reichlich Live-Erfahrung, unter anderem im Vorprogramm von Turbostaat und Hi! Spencer eingebracht haben, beschreitet er als Siggi the Kid Solopfade und bringt 2021 eine erste EP mit dem Titel „38666“ heraus. Im selben Jahr ist er auf „Fenster auf Kipp“ von Ottolien zu hören und nimmt außerdem die Single „Nachtschicht“ mit Figur Lemur auf. Von Nachtschichten kann Siggi als Krankenpfleger in der Tat ein Lied singen – der Musik widmet er sich zwischen Schicht- und Wochenenddiensten.
In einem dritten Anlauf lässt der Solokünstler das Kid hinter sich, um als Siggi durchzustarten. Der Neustart glückt: 2023 erscheint die EP „blum“ mit den im Vorfeld veröffentlichten Singles „Keine Panik“ und „Warten“ bei Grönland Records. Seither ist der Newcomer nicht nur in den Medien und im Radio präsent, sondern auch auf den Bühnen des Landes. Nach einem erfolgreichen Jahr 2023, das er mit der Single „Alles darfst du lieben“ beschließt, macht Siggi 2024 mit „Halt dein Maul weiter“ – und natürlich mit Live-Auftritten, unter anderem auf dem Juicy Beats in Dortmund sowie auf dem Hamburger Reeperbahn Festival. Läuft bei Siggi!