Beim Hören des dritten Shaboozey-Albums „Where I’ve Been Isn’t Where I’m Going“ mit dem Smash-Hit „A Bar Song (Tipsy)“ lässt sich nicht so recht eingrenzen, um welches Genre es sich da eigentlich handelt. Ist es Country, HipHop, oder gar Folk-Pop? Shaboozey ist all das und mehr. Viel wichtiger als die Frage, in welche Schublade man seine Musik steckt, ist jedoch, was sie mit denen, die sie hören, macht. Schaut man sich die Streamingzahlen an, ist das so einiges. Der Sänger und Songschreiber vereint auf Liedern der Sorte „Vegas“, „Drink Don’t Need No Mix“ (featuring BigXthaPlug) oder „Highway“ nicht nur Musikstile, sondern auch eine Hörerschaft, die vorher wohl eher keinen gemeinsamen Nenner hatte. Menschen, die mit Country-Musik rein gar nicht am Hut hatten, finden auf einmal Gefallen daran. Umgekehrt schätzt mancher Country-Fan den frischen Wind, den Shaboozey mitbringt.
Angesichts des plötzlichen wie kometenhaften Aufstiegs mit „A Bar Song (Tipsy)“ könnte man glatt meinen, Shaboozey sei ein Newcomer, der auf Anhieb einen Hit gelandet hat. Schließlich erlangte keine seiner Singles davor eine Chartplatzierung – dabei erschien die erste, „Jeff Gordon“, bereits 2014. Von dort bis an die Spitze der Billboard-Charts war es ein langer Weg. Shaboozey kommt 1995 als Collins Obinna Chibueze im Norden des US-Bundesstaats Virginia zur Welt. Seine Eltern stammen aus Nigeria, wo Chibueze die Junior High School in einem Internat besucht. 2014 gründet er die Filmproduktionsfirma V Picture Films – und veröffentlicht als schon von kleinauf Musikbegeisterter besagte erste Single. Zu diesem Zeitpunkt befindet er sich gerade noch im Teenageralter. Seinen ersten Plattenvertrag unterschreibt Shaboozey 2017. Im Jahr darauf rückt er mit dem Song „Start a Riot“ (mit Duckwrth) vom Soundtrack zu „Spider-Man: Into the Spider-Verse“ erstmals ein Stück ins Rampenlicht. Ebenfalls 2018 erscheint das Debütalbum „Lady Wrangler“, auf dem HipHop und Trap dominieren.
Beyoncé öffnet Shaboozey die Tür
Nach einem Label-Wechsel legt Shaboozey 2022 mit „Cowboys Live Forever, Outlaws Never Die“ nach. Der Country-Vibe beschränkt sich nicht auf den Albumtitel: Tracks wie „Beverly Hills“, „Tall Boy“ oder „GAS!“ verbinden Rap mit Country. Jenem Genre-Mix hat es Shaboozey zu verdanken, dass ihm bald die entscheidende Tür geöffnet wird – und zwar von niemand geringerem als Beyoncé. Auf deren bahnbrechendem Nummer-Eins-Album „Cowboy Carter“ ist der bis dahin noch relativ unbekannte Artist auf gleich zwei Tracks vertreten: „Spaghetti“ und „Sweet / Honey / Buckiin“. Das Eisen schmiedend solange es noch heiß ist, releast Shaboozey gleich im Anschluss seine Single „A Bar Song (Tipsy)“ – und landet einen Multiplatin-Megahit. Wenige Wochen später erscheint auch schon Album Nr. 3 unter dem Titel „Where I’ve Been Isn’t Where I’m Going“. Und siehe da: Erstmals entert ein Shaboozey-Album die US-Charts, und zwar ohne Umwege auf #5. Die mindestens ebenso bedeutenden Streamingzahlen spiegeln den Erfolg gleichermaßen wider. Neben „A Bar Song (Tipsy)“ haben es der Hörerschaft die Nummern „Drink Don’t Need No Mix“, „Let It Burn“, „My Fault“ (featuring Noah Cyrus), „Vegas“, „Anabelle“ und „Highway“ besonders angetan.
Zehn Jahre nach der ersten Single erntet Shaboozey endlich die Früchte seiner Arbeit. Mit seiner Interpretation von Country begeistert er Millionen – und zwar nicht nur in den USA, wo dieser Musikstil seinen Ursprung hat, sondern auch in Deutschland. Ein Banger wie „A Bar Song (Tipsy)“ kennt eben weder Genre- noch Ländergrenzen.