Auftragswerk des Schauspiel Leipzig
Der Riss (UA)
Marco Damghani
Willkommen in Lümow — ein kleines, ländliches Idyll. Ein Dorf, umgeben von Natur, wo der Puls der Zeit noch nicht den Takt diktiert. Alle kennen sich. Alles hat seine Ordnung. Allerdings erfährt das ein oder andere Vorhaben einen direkten Dämpfer. Denn die leeren Kassen bremsen jedes kostspielige Projekt von vornherein aus. So bleibt auch der neue Riss im Asphalt der Dorfstraße erst einmal, wo er ist — halb so wild, darüber sieht man hinweg. Bis Anna auftaucht. Sie hat Lümow als Ausgangspunkt für ihre vielversprechenden unternehmerischen Pläne ausgesucht. Die Aussicht auf Veränderung, vielleicht Risiko, sorgt für Unruhe im ländlichen Leben. Mit ihren innovativen Vorhaben stößt die junge Unternehmerin auf ein geteiltes Echo in der Gemeinde. Und während man sich hitzig über eine Neuausrichtung der kommunalen Wirtschaft auseinandersetzt, gerät ein anderer Schauplatz etwas aus dem Blick und zunehmend außer Kontrolle. Denn der Riss wächst stetig an. Vom Schönheitsfehler im Straßenbild zum lästigen Verkehrshindernis, weiter zur räumlichen Trennung im Dorf und zur ideologischen Frage, an der sich die Geister scheiden.
Marco Damghanis neues Auftragswerk über ein zunehmend raumgreifendes Problem, das von den Betroffenen angestrengt wegignoriert wird, kommt als humoristische Groteske auf die Bühne.