Als der Rapper Sant 2023 seine EP „ins blaue hinein“ droppt, ist nicht gerade viel über ihn bekannt. Zu den wenigen Fakten, die das Internet preisgibt, zählt, dass Sant aus Hamburg stammt, wo er in Harburg geboren und aufgewachsen ist. Neben dem Rappen ist er auch als Produzent aktiv. Überdies gehört er dem Kollektiv too loud for the room an, das sich aus kreativen Köpfen aus verschiedenen Bereichen wie Kunst, Musik und Fashion zusammensetzt, und das unter anderem Paula Hartmann zu seinen Mitgliedern zählt. Wer also ist der Mann, der sich anschickt, die Szene mit Modern-Rap-Nummern wie „paar wörter“ oder „beipackzettel“ unsicher zu machen?
Zum Zeitpunkt des Erscheinens von „ins blaue hinein“ veröffentlicht Sant bereits seit fünf Jahren Musik – 2018 hat er damit begonnen. Zu seinen frühen Singles zählen „Cabrio“ und „Gasshit“. 2019 ist es eher still um den Newcomer und auch 2020 erscheinen lediglich zwei Songs: „Lippen“ und „HTH“. Ab 2021 zieht Sant das Release-Tempo allmählich an und sorgt mit Singles wie „Don’t Do Drugs“ oder „Süden Subkultur“ (mit Lawin“) für wachsende Aufmerksamkeit. Zu dieser verhilft ihm 2022 auch eine Kollabo-EP mit ghostboo. „Bargeld & Bounce“ heißt das gute Stück, das aus den Tracks „Oma Lehnchen Skit“, „Edelstein“, „Mein G“, „Wüste“, „100%“ und „Herbsttag“ besteht.
Experimentierfreudige EP „ins blaue hinein“
Im Jahr 2023 startet Sant mit den Singles „Welt dreht“, „paar wörter“ und „pille“, die sich wenig später auf der „ins blaue hinein“-EP wiederfinden. „intro ibh“, „puffer“, „beipackzettel“ und „toter schmetterling“ komplettieren die Trackliste. Die EP ist ein guter Startpunkt für alle, die sich einen Eindruck von Sants Musik verschaffen möchten. Aber soviel vorab: Auf einen bestimmten Stil lässt sich der Hamburger nicht festnageln – er geht erfrischend experimentierfreudig ans Musikmachen heran. So sind auf „ins blaue hinein“ etwa Einflüsse aus Trap, House, R&B oder Drum ’n’ Bass („toter schmetterling“) hörbar und auch verträumte Indie-Pop-Gitarrenparts („paar wörter“) finden ihren Platz. So ziemlich jeder Song hat seinen eigenen Vibe – und dennoch ist die EP ein in sich schlüssiges Gesamtwerk, bei dem alles zusammen passt.
Sant gilt als Vertreter einer neuen Rap-Generation. Seine zeitgemäße Interpretation des Genres besticht soundtechnisch durch Vielfalt und inhaltlich mit Tiefgang. Die 2023er-Single „schwimmen“ macht abermals klar: Sant hat etwas zu sagen und er beherrscht die Kunst, persönliche Geschichten zu starken Rap-Songs zu verarbeiten – und immer mehr Menschen hören ihm dabei zu. Damit hat Sant gute Chancen, den Sprung vom Newcomer zum erfolgreichen Rapper zu meistern.