Radiohead gehören zu den einflussreichsten und innovativsten Rockbands der letzten Jahrzehnte. Die britische Formation um Sänger Thom Yorke hat mit ihrem einzigartigen Stil aus Alternative, Art-Rock, Elektronica und experimentellen Sounds Maßstäbe gesetzt – und dabei weltweit um die 40 Millionen Alben verkauft. Ihre Werke wie „OK Computer“, „Kid A“ oder „In Rainbows“ gelten heute als Meilensteine der Musikgeschichte. 2019 wurden Radiohead für ihr musikalisches Schaffen in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen – eine der höchsten Ehrungen in der Musikwelt.
Die Band wurde 1985 in Abingdon bei Oxford gegründet. Thom Yorke, Jonny Greenwood, Ed O’Brien, Colin Greenwood und Phil Selway fanden sich während ihrer Schulzeit zusammen und nannten sich zunächst On a Friday, bevor sie 1991 bei EMI unter dem Namen Radiohead einen Plattenvertrag unterschrieben – inspiriert vom gleichnamigen Song der Talking Heads.
Ihr erster großer Hit „Creep“ (1992) machte die Band über Nacht bekannt, doch Radiohead weigerten sich früh, nur auf ihren Durchbruchssong reduziert zu werden. Mit dem zweiten Album „The Bends“ (1995) und spätestens mit dem gefeierten „OK Computer“ (1997) – das vielfach als eines der besten Alben aller Zeiten gilt – entwickelten sie einen eigenen, komplexen Sound zwischen Gitarrenrock, Avantgarde und elektronischer Musik.
Der musikalische Umbruch kam mit „Kid A“ (2000) und „Amnesiac“ (2001), auf denen sich Radiohead radikal von klassischen Rockstrukturen lösten und elektronische Klangwelten erkundeten – ein riskanter Schritt, der ihnen jedoch erneut begeisterte Kritiken und weltweiten Erfolg einbrachte. „Kid A“ landete in Großbritannien und den USA direkt auf Platz eins der Billboard-Charts.
2007 sorgten Radiohead mit „In Rainbows“ erneut für Aufsehen: Das Album wurde ohne Plattenlabel veröffentlicht – die Fans konnten selbst bestimmen, wie viel sie dafür zahlen wollten. Dieser Schritt veränderte nachhaltig das Verhältnis von Künstler und Musikindustrie. Auch musikalisch zeigte sich die Band erneut auf der Höhe ihres Könnens: „In Rainbows“ wurde weltweit gefeiert und später regulär veröffentlicht.
Radiohead blieben auch in den Folgejahren innovativ. Mit den Alben „The King of Limbs“ (2011) und „A Moon Shaped Pool“ (2016) entwickelten sie ihren Stil weiter und spielten mit Atmosphäre, Klang und emotionaler Tiefe. Neben der Band sind auch die zahlreichen Solo- und Filmprojekte der Mitglieder international hoch anerkannt. Thom Yorke und Jonny Greenwood gründeten zusammen zudem die Band The Smile.
Die Liste von Radioheads Auszeichnungen ist lang: Neben der Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame zählen mehrere Grammy Awards, Nominierungen für den Mercury Prize und unzählige Kritikerpreise zu ihrer Vita. Live gelten Radiohead als intensive, detailverliebte Perfektionisten – ihre Konzerte sind rare, aber umso gefeiertere Ereignisse.