Der Komiker, Schauspieler, Musiker und Synchronsprecher Otto Waalkes ist seit den 1970er-Jahren eine feste Größe in der deutschen Comedy-Landschaft und so berühmt, dass allein sein Vorname reicht, um zu wissen, wer gemeint ist. Sein Humor, der eine Mischung aus musikalischen Verballhornungen bekannter Charthits, anzüglichen Märchennacherzählungen und clownesken Schauspieleinlagen ist, begeistert seine Fans bis heute. Dass sich der Komiker und Musiker dabei am liebsten selbst aufs Korn nimmt, macht ihn umso sympathischer.
Geboren wird der Künstler als Otto Gerhard Waalkes am 22. Juli 1948 im norddeutschen Emden. Sein Bühnentalent entdeckt der Ostfriese bereits mit 11 Jahren: Bei einem Gesangswettbewerb in einem Emdener Kaufhaus gewinnt er einen 50-Mark-Gutschein. Mit 12 Jahren lernt er schließlich das Gitarrespielen und gründet eine eigene Schulband.
Nach dem Schulabschluss zieht Waalkes nach Hamburg, um Kunstpädagogik zu studieren. Hier wohnt er in einer Künstler-WG – zusammen mit den heute ebenfalls berühmten Musikern Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen.
Durchbruch in der Hamburger Clubszene
Als Student hält sich Otto mit musikalischen Shows in verschiedenen Hamburger Clubs über Wasser. Das Publikum liebt den Künstler bei seinen Auftritten jedoch nicht unbedingt für seine Musik, sondern begeistert sich vielmehr für die humoristischen Einlagen, die der blonde Ostfriese zwischen den Liedern zum Besten gibt. Damals bedient sich der Komiker noch bei Sketchen von Woody Allen.
Otto erkennt darin seine Chance und erarbeitet ein völlig neues Bühnenprogramm. Als Wortwitz-Komiker, Satiriker und Clown sorgt er regelmäßig für ein volles Haus und Begeisterung bei den Zuschauern – bald auch über die Hamburger Clubszene hinaus. Bei einem Konzert lernt Otto seinen künftigen Manager kennen. Während Otto auf Tour durch den Hamburger Kiez geht, nehmen die beiden eine der Shows als Live-LP auf und bringen sie unter dem Label Rüssl Räckords heraus.
Die Platte „Otto“ wird in ihrem Erscheinungsjahr 1973 über 500.000 Mal gekauft. Ein Markenzeichen muss her: Als versierter Künstler greift der Komiker selbst zum Pinsel und entwirft seine „Ottifanten“.
Vom Hamburger Kiez ins Fernsehen
Von da an sind Ottos komischer Hüpfschritt und sein charakteristisches „Hahaaaaa“ absolute Kracher beim Publikum: Mit seinen herrlich albernen Scherzen, Parodien und Wortspielen sorgt der Ostfriese bei einem immer größer werdenden Publikum für beste Laune. Bald können die Fans den Komiker auch im Fernsehen sehen: In „DIE OTTO SHOW“ führt er erstmals seinen kultigen Englisch-Sketch „Peter, Paul and Mary“ auf. Später folgt „Otto – Die Serie“.
Wo auch immer der ostfriesische Komiker auftaucht: Die Fans reißen sich um Otto-Tickets. Der Erfolg beschert dem Künstler mehrere renommierte Auszeichnungen wie den Bambi, die Goldene Kamera und den Deutschen Comedy-Preis. Ihm wird sogar das Bundesverdienstkreuz verliehen.
Otto füllt die Kinosäle
Mit seinem ersten Film „OTTO – Der Film“ von 1985 stellt er auch sein schauspielerisches Können unter Beweis. Was den Komiker in diesen und den folgenden Otto-Filmen so sympathisch macht: Er spielt sich selbst und nimmt sich dabei gerne mal aufs Korn – ein moderner Clown eben. Federführend für die Filme ist der Autor und Zeichner Robert Gernhardt, mit dem Otto über viele Jahre hinweg, bis zu Gernhardts Tod im Jahr 2006, befreundet bleibt.
Auch mit einem Dutzend weiterer Filme sorgt Otto für volle Kinosäle. Als Zwerg Bubi in „7 Zwerge – Männer allein im Wald“ steht er mit vielen anderen deutschen Komikern vor der Kamera und strapaziert die Lachmuskeln seiner Zuschauer. Nebenbei übt sich der vielseitige Künstler im Synchronsprechen und verleiht sowohl dem Disney-Drachen Mushu im Zeichentrickfilm „Mulan“ als auch dem sympathischen Faultier Sid im Kino-Hit „Ice-Age“ seine unverkennbare Stimme.
Den kennt doch jeder! Otto ist auf der großen Bühne zu Hause
Auch wenn Otto zahlreiche Auftritte im Fernsehen absolviert, Bücher schreibt und seine berühmten „Ottifanten“-Figuren malt: Am wohlsten fühlt er sich immer noch auf der großen Live-Bühne. Gleichzeitig ist er auch weiterhin musikalisch unterwegs: Mit seiner Band Otto & die Friesenjungs tritt er regelmäßig auf, unter anderem auf so großen Festivals wie Rock am Ring. Und wer für einen Urlaub an die Nordsee reist, wandelt auch da auf Spuren des Kult-Komikers: Der Pilsumer Leuchtturm mit den charakteristischen rot-gelben Streifen ist spätestens seit dem Film „Otto – Der Außerfriesische“ das bekannteste Wahrzeichen von Ottos Heimat Ostfriesland.