Der Begriff „Punk“ wird viel verwendet in der letzten Zeit, doch haben Off With Their Heads über ein Jahrzehnt in diesem Bereich nicht nur Trends gesetzt sondern die Ethik dieses Genres mit jedem Teil ihres Körpers und ihrer Seele gelebt. Nach unzähligen Veröffentlichungen und dutzenden Touren durch die Staaten, kommt jetzt das neue Werk der Band mit dem Titel „Home“, das beste Album was sie je rausgebracht haben bisher, das die Band musikalisch auf ein höheres Level katapultiert ohne die geliebte Leidenschaft in Ihnen, die sie in der Underground Szene so beliebt machte, auszuschließen.
Off With Their Heads ist das Projekt des in Minneapolis gebürtigen Ryan Young, der die Platte „Home“ mit dem Schlagzeuger Justin Francis und Bassist Robbie Swartwood eingespielt hat, der letzt genannte ist schon seit über 5 Jahren bei der Band dabei.
„Es ist nicht einfach in einer dauernd tourenden Punkband zu sein, du musst Vollblut-Musiker sein, das Ganze nicht nur so als eine Art Hobby sehen“, sagt Young, „Ein echter Musiker macht das, weil es das ist was er will. Geld ist immer schön, aber du musst auch damit rechnen mit nichts nach Hause zu gehen und trotzdem eine gute Show abzuliefern“.
Für ihr zweites Studio Album arbeiteten sie mit keinem geringeren als ihrem großen Idol, Descendents Schlagzeuger Bill Stevenson, der die Platte in seinen Blasting Room Studios produzierte. Das Resultat ist ein Album, das die unermüdliche Leidenschaft und mitreißende Atmosphäre der Live Shows von Off With Their Heads wiedergibt, ohne großes Studio Rumgeschnibbel. „ Uns war es wichtig, dass die Platte echt klingt und nicht aufpoliert, also entschieden wir uns für einen bestimmten Sound und spielten drauf los und es war toll“, sagt Young, „es ist definitiv die beste Platte die wir je gemacht haben“.
„Home“ beinhaltet die stärksten Songs von Off With Their Heads bis dato und ist einer der kontroversesten Platten. Von melodischen Sing Along Stücken wie „Shirts“, über Ramones angehauchte Ausbrüche wie bei „Seek Advice Elsewhere“, bis hin zu abgespeckten Balladen wie bei „Don´t Make Me Go“, dieses Album zeigt wie sehr die Band gewachsen ist, seit ihrem letzten Release, eine Entwicklung die sicherlich durch die vielen Touren mit Bands von Municipal Waste bis hin zu Kind of Like Spitting in nahezu allen von großen Hallen bis hin zu kleinen Kellerräumen, beeinflusst wurde.
Wenn das Album eine thematische Überschrift bräuchte, dann wären das Geschichten von persönlichen Identifikations Krieg und Erfahrungen als Band, die man „on the road“ sammelt. Wie auch immer man es zusammenfassen mag ist doch eines klar, dass für eine Band die ununterbrochen tourt, der Begriff „Home“ eine ganz spezielle Bedeutung hat. „Ich denke ich habe es für selbstverständlich genommen, mein Appartement in Minneapolis“, sagt Young, „ Das Album ist über manche negativen Gefühle die man zu Hause empfindet, warum Leute von zu Hause weglaufen, aber auch wie wichtig es ist ein Zuhause zu haben“.
In den zwölf Songs wird dieses Gefühl auf verschiedene Art und Weise verarbeitet, angefangen von dem Gefühl der Unterdrückung wegen der sexuellen Orientierung („Focus On Your Own Family“) bis hin zur Ablehnung der katholischen Kirche und die Auswirkung die sie hatte auf Young´s eigene Familie („Altar Boy“). Dann gibt’s da noch diesen Song „Don´t Make Me Go“, auf dem auch als Gast der Sänger Tony Kovacs von Shot Baker vertreten ist, dieser sagt über OWTH: „Die Band hat eine Geschichte und das erklärt einiges“. Wenn man dieses Lied hört, wird klar wie ehrlich und zutreffend seine Aussage ist.
Off With Their Heads spielten schon mit allem was Rang und Namen hat, von Bad Religion bis zu den Dropkick Murphys, dabei hat Young eines gelernt, um das einzuhalten was Punkrock ist muss man immer alles geben, und das auf eine ehrliche Art. Er sagt seinen Bandkollegen immer: „Eine Show vor 6000 Leuten ist nicht anders als eine kleine Hausparty-Show“, und man kann bei den Live Performances sich vergewissern dass es nicht nur so dahin geredet ist, „Ich bin stolz, dass ich über die Jahre alles woran ich glaubte, unverändert blieb. Natürlich ist es schön für große Bands die man bewundert den Opener zu machen, aber die Leute kommen nicht wegen dir, und ich finde es schön wenn die Leute wegen uns kommen und wir ihnen einen schönen Abend liefern können“.
Abgesehen davon dass OWTH schon überall gespielt haben von Jacksonville bis Japan, steht eines fest, selbst wenn sie nie aus Minneapolis rausgekommen wären, sie würden immer noch das machen, was sie heute machen, mit der gleichen Hingabe und Liebe zur Musik.
„Alles was mit der Band in letzter Zeit passierte ist viel größer und erfolgreicher gewesen als ich es mir jemals erhoffte“, sagt Young vor allem in Bezug auf das Signing bei Epitaph, „Die einzigen Ziele die ich habe für mich und für OWTH ist es weiterhin Musik zu machen, die mir wichtig ist, mich immer weiter voranzutreiben und einfach das zu tun, was ich so sehr Liebe in meinem Leben“.