Haben Sie schon mal einen Satz sehr oft gelesen und dann plötzlich eine neue Bedeutung darin entdeckt? Oder haben unzählige Male im Alltag dasselbe Bild angeschaut und plötzlich etwas Neues gesehen und sich gefragt: Wieso ist mir das noch nie aufgefallen? Die einzigartigen, lustvollen und urkomischen Theaterarbeiten von Herbert Fritsch leben oft von Wiederholung. Da wiederholen die Körper Abläufe, bis sie durchdrehen, wie die schwindelfreien Derwische. Da drehen sich Sätze im Kreis und klingen wie Musik. Da verschwindet der Sinn, taucht im nächsten Moment ganz neu wieder auf und lässt einen überrascht losprusten. Manchmal muss einem vielleicht erst schwindelig werden, für festen Boden unter den Fu¨ßen, und manchmal, da entdeckt man im Schwindel eine neue Wahrheit.
Wenn dieses Heft gedruckt wird, dann weiß noch niemand, was später auf der Bühne passiert. (Ein Themenabend über Schwindel wird es aber nicht.) Der Titel ist bei Herbert Fritsch ein Impuls. Ein Impuls, auf die Bühne zu gehen und zu handeln und zu sprechen. Denn immerhin ist das Schwindeln im Theater sowas wie unser Berufsbild. Entscheidend aber ist die Lust. Entscheidend ist die Freude. Denn: „It don’t mean a thing, if it ain’t got that swing.“