Måneskin spielen mit Geschlechterklischees und scheren sich nicht um Konventionen. Mit ihrer mitreißenden Rocknummer „Zitti e buoni” gewinnen die Italiener den Eurovision Song Contest 2021. Ihr Sound ist ebenso erfrischend wie ihr Auftreten – beides macht ungeheuren Spaß. Das haben die Fans im Heimatland schon 2017 erkannt, als das Quartett dort bei „X Factor” antrat. Aus der Castingshow gingen Måneskin zwar nicht als Sieger hervor, dafür sind sie inzwischen als ESC-Gewinner auf dem ganzen Kontinent bekannt.
Sänger Damiano David, Gitarrist Thomas Raggi und Bassistin Victoria De Angelis besuchen dieselbe Schule in Rom, wo sie 2016 eine Band gründen. Schlagzeuger Ethan Torchio finden sie über eine Annonce. Warum um alles in der Welt sie sich den Namen Måneskin (Dänisch für „Mondlicht”) geben, fragen sich sicher viele. Die Antwort liegt in den dänischen Wurzeln von Victoria De Angelis. Und vielleicht ist der Bandname auch ein erstes Statement: Måneskin sind anders. Vom ersten Erfolg als Schülerband angetrieben und mit einiger Erfahrung als Straßenmusiker im Gepäck, wagen die vier Teenager den nächsten Schritt und treten in der TV-Show „X Factor” auf. Mit rockigen Klängen, schrillen Outfits und auffälligem Make-up avancieren Damiano & Co. schnell zu Publikumslieblingen. Das spiegeln auch die Verkaufszahlen der ersten EP „Chosen” wider, die mit „Beggin” einen waschechten Hit liefert.
Deutschland im Måneskin-Fieber
2018 erscheint mit „Il ballo della vita” das erste reguläre Studio-Album der Newcomer – und stürmt geradewegs an die Chartspitze, an der sich zuvor schon die Singleauskopplung „Torna a casa” platzieren konnte. In Italien sind Måneskin in Windeseile zu Stars geworden, doch auch hierzulande lässt der Erfolg nicht mehr lange auf sich warten. 2020 dienen die Singles „Vent’anni” und „Zitti e buoni” als Vorboten für das neue Album „Teatro d’ira – Vol. I”, das im März 2021 erscheint. Wenige Tage vor der Veröffentlichung entscheiden sie den Wettbewerb des Sanremo-Festivals für sich, und zwar mit „Zitti e buoni”, mit dem sie im Mai schließlich beim ESC abräumen. Anfang 2023 erscheint dann das dritte Album der Band, „Rush!“, das erste mit einem englischsprachigen Titel. Damit können sie sich erstmals auch in den US-Albumcharts platzieren.
Die wachsende deutsche Fangemeinde kann nicht genug bekommen von Songs wie „I Wanna Be Your Slave”, „Supermodel” oder „The Loneliest”. Måneskin sind eine faszinierende Band. Musikalisch präsentieren sie sich herrlich experimentierfreudig: Balladen gehören ebenso zu ihrem Repertoire wie die harten Rocksongs und auch Rap-Einlagen, Pop- oder Reggae-Elemente bauen die Italiener souverän in ihre Songs ein. Auch in puncto Optik legen die Bandmitglieder eine gesunde Portion Kreativität an den Tag. Das Charisma des Frontmanns trägt ebenfalls zur Anziehungskraft von Måneskin bei. Aber nicht nur Damiano David legt auf der Bühne eine 1A-Performance hin – alle gemeinsam versprühen live eine solche Energie, dass es eine reine Freude ist, ihnen zuzusehen. Måneskin verdienen in allen Kategorien 12 Punkte!