1946 – vor genau 80 Jahren – wurde die Wismut SDAG gegründet. Sie war maßgeblich am Uranbergbau im Erzgebirge beteiligt, der die DDR zeitweise zum drittgrößten Uranproduzenten weltweit machte.
Von dieser längst vergangenen, verheißungsvollen Zukunft dringt das Kollektiv Schatz & Schande in die abstrakten Vorgänge der Kernspaltung und der Uran-Zerfälle ein. Sie blicken auf zerfurchtes Land und postkoloniales Erbe, begegnen dem westlichen Ideal der Kernfamilie (engl. nuclear family) und bohren tief hinein in die Windungen des Alltäglichen und vermeintlich Natürlichen.
Hoffnung und Zerstörung, Nostalgie und Untergang. Alles existiert in dieser Zone so unerträglich nah beieinander, dass es nur schwer auszuhalten ist. Was muss abgespalten werden, damit „ein Ganzes” widerspruchsfrei existieren kann? Und was, wenn dieses Verdrängte irgendwann wieder hervorkommt, unsichtbar und giftig?
Zwischen den Polen – Labor und Mine, Reaktor und Endlager, Euphorie und Angst – entfaltet sich ein essayistisches Geflecht. Wasser tropft, Stoffe lösen sich auf, Alpha- und Beta-Teilchen fliegen durch Nebel. Leuchtende Flüssigkeit in Gläsern, fluoreszierende Finger in der Dunkelheit. Ein Gedankenstrom aus Sound, Musik, Performance und Video über Technologie, menschliche Hybris, Fakten, Erinnerung und unseren Platz in der Welt.
Ab 14 Jahren. In deutscher Sprache.
Dauer: ca. 90 Minuten.
Akustische und visuelle Reize: Laute Musik, schnelle Lichtwechsel und flackerndes Licht.