Als „Bitch from da Souf“ macht sich Latto 2019 einen Namen in der Rap-Szene. Damals firmiert sie allerdings noch als Mulatto. Und „Bitch from da Souf“ ist bei Weitem nicht ihr erster Release. Aber es ist der Track, der Latto den großen Erfolg einbringt, insbesondere in der Remix-Version mit Saweetie und Trina. Ebenjener Remix landet auch auf dem Debütalbum „Queen of da Souf“, das im Sommer 2020 erscheint und mit „Muwop“ (featuring Gucci Mane) eine weitere platinprämierte Hitsingle enthält. Der Nachfolger „777“ steht dem in nichts nach, wie Nummern der Sorte „Big Energy“ oder „Wheelie“ (feat. 21 Savage) beweisen.
Als Alyssa Michelle Stephens erblickt Latto 1998 in Columbus, Ohio, das Licht der Welt. Nach dem Umzug der Familie wächst sie im Staat Georgia auf. Dort träumt sie schon im Kindesalter von einer Karriere als Rapperin. 2016 präsentiert sich Alyssa als „Miss Mulatto“, erstmals einem Rap-affinen Publikum, indem sie an der TV-Reality-Show „The Rap Game“ teilnimmt – und prompt zur Siegerin gekürt wird. Statt den daraufhin angebotenen Plattenvertrag anzunehmen, verlässt sie sich lieber auf sich selbst und versucht die Erfolgsleiter im Alleingang zu erklimmen. Noch im selben Jahr bringt sie ihr Mixtape „Miss Mulatto“ unter die Leute. 2017 folgt mit „Latto Let 'Em Know“ das zweite. Mit ihrer Debüt-EP „Time and Pressure“ schließt sie das Jahr ab. 2018 bekommt die bis dahin aufgebaute Fanbase mit dem „Mulatto-Mixtape“ neues Futter. 2019 soll dann DAS Jahr für Latto werden. Der Grund hierfür ist das eingangs erwähnte „Bitch from da Souf“, das zunächst als Single und anschließend auf der „Big Latto“-EP erscheint.
Von der „Bitch from da Souf“ zur „Queen of da South“
Mit „Hit the Latto“ bringt die gehypte Newcomerin 2019 eine weitere EP heraus, bevor Mitte 2020 endlich das mit Spannung erwartete erste Full-length-Album „Queen of da Souf“ zu haben ist. Zu den Highlights des Erstlings zählen „Sex Lies“ mit Lil Baby, „In n Out“ mit den City Girls, „He Say She Say“ und „Muwop“ mit Gucci Mane. Die Aufnahme in die XXL-Freshman-Class 2020 unterstreicht das Ansehen, das Latto in der Hip-Hop-Szene inzwischen genießt. 2022 legt die Rapperin mit ihrem zweiten Studioalbum „777“ nach. Die Leadsingle „Big Energy“, ob im Original oder als Remix mit Mariah Carey und DJ Khaled, trägt sicher einen guten Teil zum kommerziellen Erfolg des Albums bei. Die Liste ihrer illustren Feature-Gäste erweitert Latto auf „777“ unter anderem um Lil Wayne und Childish Gambino („Sunshine“) und Lil Durk („Like A Thug“). Umgekehrt laden seit Jahren zahlreiche namhafte Acts Latto zu einem Feature ein, darunter Chris Brown und Young Thug für den „Go Crazy“-Remix sowie Chloe x Halle und Doja Cat für den Remix ihres Songs „Do It“.
All das dürfte ausreichend belegen, dass Latto Vergleiche mit – noch – bekannteren Kolleginnen nicht scheuen braucht. Die Zeit wird zeigen, ob sie sich einen Langzeit-Platz im Female-Rap-Olymp sichern kann. Das Zeug dazu, als „Queen of da Souf“ in die Musikgeschichte einzugehen, hat sie allemal.