Kurt Krömer zählt zu den bekanntesten deutschen Komikern und Entertainern. Mit schwarzem Humor, Berliner Schnauze, bewusst unangenehmen Interviews und einer Kunstfigur, bei der oft unklar bleibt, wo Rolle und Realität ineinander übergehen, entwickelte er einen unverwechselbaren Stil. Bekannt wurde Krömer zunächst auf Berliner Kleinkunstbühnen, später folgten eigene Fernsehsendungen wie „Krömer – Die internationale Show“, „KRÖMER – Late Night Show“ und „Chez Krömer“. Für seine Arbeit wurde er mehrfach mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Neben Fernsehen und Bühne ist Krömer als Autor und Podcaster erfolgreich.
Von Alexander Bojcan zu Kurt Krömer
Hinter Kurt Krömer steckt Alexander Bojcan. Aufgewachsen in Berlin, entwickelte er seine Bühnenfigur in den 1990er-Jahren in der Berliner Kleinkunstszene. Aus Alexander Bojcan wurde Kurt Krömer: ein schlecht gelaunter, direkt auftretender und mitunter absichtlich unhöflicher Charakter mit auffälliger Brille, altmodischem Anzug und Berliner Schnauze.
Gerade die Reibung zwischen Kunstfigur und Privatperson wurde zu einem wichtigen Bestandteil seines Humors. Krömer spielt mit unangenehmen Situationen, provoziert seine Gesprächspartner und macht sich gleichzeitig immer wieder selbst zum Gegenstand seiner Witze.
Über Auftritte auf Berliner Bühnen erarbeitete er sich zunächst lokal eine Fangemeinde. Es folgten Tourneen und schließlich der Schritt ins Fernsehen.
Kurt Krömer im Fernsehen
In den 2000er-Jahren wurde Kurt Krömer einem größeren Fernsehpublikum bekannt. Verschiedene eigene Formate etablierten seinen besonderen Interviewstil: Statt klassischer Prominentengespräche setzte Krömer auf absurde Fragen, Konfrontation, Improvisation und gezielt erzeugte unangenehme Situationen.
Mit Formaten wie „Krömer – Die internationale Show“ und später der „KRÖMER – Late Night Show“ entwickelte er seine Kunstfigur weiter. Dabei traf er auf Schauspieler, Musiker, Politiker und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.
Sein Erfolg beschränkte sich längst nicht mehr auf das Fernsehen. Parallel tourte Krömer mit seinen Bühnenprogrammen durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Bereits Anfang der 2010er-Jahre konnte er auf mehr als 100 ausverkaufte Live-Shows zurückblicken.
2011 erhielt Krömer für „Krömer – Die internationale Show“ seinen ersten Grimme-Preis.
„Chez Krömer“ und der Verhörraum
2019 startete beim rbb mit „Chez Krömer“ eines seiner bekanntesten Formate. Das Konzept reduzierte die klassische Talkshow auf einen kleinen Raum, einen Tisch, zwei Stühle und ein direktes Gespräch zwischen Gastgeber und Gast.
Der Raum erinnerte bewusst an ein Verhörzimmer. Krömer konfrontierte seine Gäste mit früheren Aussagen, Widersprüchen und kontroversen Positionen. Gerade Politiker und andere polarisierende Persönlichkeiten mussten sich dabei auf Gespräche einstellen, die sich deutlich von gewöhnlichen TV-Interviews unterschieden.
Das Format entwickelte sich zu einem großen Erfolg und wurde 2020 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Insgesamt entstanden sieben Staffeln und 41 Folgen.
Das Gespräch mit Torsten Sträter
Eine besondere Folge von „Chez Krömer“ entstand 2021 mit Torsten Sträter. Statt des üblichen konfrontativen Interviews entwickelte sich zwischen den beiden Komikern ein persönliches Gespräch über Depressionen.
Krömer sprach darin erstmals öffentlich ausführlich über seine eigenen Erfahrungen mit schweren depressiven Phasen. Die Kunstfigur trat für einen Moment in den Hintergrund und das Gespräch zeigte eine deutlich persönlichere Seite des Entertainers.
Die Folge fand weit über das klassische Unterhaltungspublikum hinaus Beachtung. 2022 wurden Kurt Krömer und Torsten Sträter dafür gemeinsam mit dem Grimme-Preis in der Kategorie Unterhaltung ausgezeichnet. Für Krömer war es bereits der dritte Grimme-Preis seiner Karriere.
„Du darfst nicht alles glauben, was du denkst“
2022 veröffentlichte Kurt Krömer das Buch „Du darfst nicht alles glauben, was du denkst“. Darin setzte er sich offen mit seiner Depression, seinem Klinikaufenthalt und seinem Umgang mit der Erkrankung auseinander.
Damit schlug Krömer auch außerhalb seiner Comedy einen persönlicheren Ton an. Gleichzeitig blieb Humor ein wichtiger Bestandteil seiner Auseinandersetzung mit schwierigen Themen – eine Verbindung, die bereits das Gespräch mit Torsten Sträter ausgezeichnet hatte.
Das Buch erreichte ein großes Publikum und wurde zu einem der bekanntesten Projekte Krömers außerhalb von Fernsehen und Bühne.
Das Ende von „Chez Krömer“
Ende 2022 beendete Kurt Krömer „Chez Krömer“ nach sieben Staffeln. Die Entscheidung traf er selbst. Nach 41 Folgen sei für ihn die Zeit für neue künstlerische Projekte gekommen.
Die Sendung hatte sich zu diesem Zeitpunkt zu einem der bekanntesten Interviewformate des rbb entwickelt. Zwei Grimme-Preise gingen während ihrer Laufzeit an „Chez Krömer“: 2020 wurde die erste Staffel ausgezeichnet, 2022 folgte der Preis für das Gespräch mit Torsten Sträter.
Nach dem Ende der Sendung konzentrierte sich Krömer verstärkt auf andere Formate und seine Arbeit abseits des klassischen Fernsehens.
Kurt Krömer als Podcaster
Mit „Feelings“ startete Kurt Krömer 2023 einen eigenen Podcast. Auch dort bildet das Gespräch mit wechselnden Gästen den Mittelpunkt. Im Unterschied zu „Chez Krömer“ setzt das Format jedoch stärker auf spontane Begegnungen und längere Gespräche.
Der Podcast bietet Krömer damit eine weitere Möglichkeit, zwischen seiner bekannten Kunstfigur und persönlicheren Gesprächen zu wechseln. Comedy, absurde Situationen und ernstere Themen stehen dabei nebeneinander.
Kurt Krömer geht 2027 auf Lesetour
2027 bringt Kurt Krömer sein Buch „Du darfst nicht alles glauben, was du denkst“ erstmals als Lesung auf die Bühne. Eine ursprünglich bereits rund um die Veröffentlichung des Buches geplante Tour hatte er zunächst nicht umgesetzt.
Mit einigen Jahren Abstand möchte Krömer nun aus dem Buch lesen und von seinen Erfahrungen nach seinem Klinikaufenthalt erzählen. Dabei soll es auch um Rückschläge, Niederlagen und die Frage gehen, wie sich über Depressionen sprechen – und gleichzeitig lachen – lässt.
Zwischen September und November 2027 stehen zahlreiche Termine in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf dem Programm.
Der Humor von Kurt Krömer
Kurt Krömers Humor lebt von Konfrontation, Improvisation und der bewussten Überschreitung klassischer Gesprächsregeln. Seine Kunstfigur kann unhöflich, schlecht vorbereitet, naiv oder aggressiv wirken – häufig entsteht der Witz gerade daraus, dass Gesprächspartner nicht genau wissen, wie ernst eine Aussage gemeint ist.
Gleichzeitig hat sich Krömers öffentliche Arbeit im Laufe seiner Karriere verändert. Neben Provokation und schwarzem Humor spielen zunehmend persönliche und gesellschaftliche Themen eine Rolle.
Besonders sein offener Umgang mit Depressionen zeigte eine andere Seite des Entertainers und machte deutlich, dass Ernsthaftigkeit und Humor für ihn keine Gegensätze sein müssen.
FAQ zu Kurt Krömer
Wie heißt Kurt Krömer mit richtigem Namen?
Kurt Krömer heißt bürgerlich Alexander Bojcan.
Woher kommt Kurt Krömer?
Kurt Krömer kommt aus Berlin und ist eng mit der Berliner Comedy- und Kleinkunstszene verbunden.
Ist Kurt Krömer eine Kunstfigur?
Ja. Kurt Krömer ist die von Alexander Bojcan entwickelte Bühnen- und Fernsehfigur.
Welche Sendungen hatte Kurt Krömer?
Zu seinen bekanntesten Fernsehsendungen gehören „Krömer – Die internationale Show“, „KRÖMER – Late Night Show“ und „Chez Krömer“.
Warum wurde „Chez Krömer“ beendet?
Kurt Krömer entschied 2022 selbst, das Format nach sieben Staffeln und 41 Folgen zu beenden. Er erklärte damals, dass für ihn die Zeit für neue künstlerische Abenteuer gekommen sei.
Hat Kurt Krömer einen Grimme-Preis gewonnen?
Ja. Kurt Krömer wurde mehrfach mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. 2022 erhielt er gemeinsam mit Torsten Sträter seinen dritten Grimme-Preis für deren Gespräch bei „Chez Krömer“.
Wie heißt das Buch von Kurt Krömer?
Sein 2022 erschienenes Buch heißt „Du darfst nicht alles glauben, was du denkst“.
Geht Kurt Krömer 2027 auf Tour?
Ja. 2027 geht Kurt Krömer mit „Du darfst nicht alles glauben, was du denkst“ auf Lesetour und spricht dabei unter anderem über seine Erfahrungen nach seinem Klinikaufenthalt.