Kann man Jessie J mit Fug und Recht als eine „Queen” der Popmusik bezeichnen? Aber ja! Ist so ziemlich jeder ihrer Songs ein „Masterpiece”? Unbedingt! Gehört die Britin mit der voluminösen Stimme und Hits wie „Price Tag” oder „Do It Like a Dude” zur oberen Liga der weiblichen Pop-Stars? Eindeutig! Seit dem Erscheinen ihres Debütalbums „Who You Are” im Jahr 2011 reißt Jessie J sowohl Fans als auch Musikkritiker regelmäßig zu Begeisterungsstürmen hin. Live auf der Bühne überzeugt sie zudem als grandiose Entertainerin. Jessie J ist eine der interessantesten Künstlerinnen unserer Zeit.
Jessica Ellen Cornish kommt 1988 in London zur Welt. Elf Jahre später steht sie im Musical „Whistle Down the Wind” (Andrew Lloyd Webber) im Londoner West End erstmals auf der Bühne. Daheim vertreibt sie sich die Zeit mit dem Schreiben von Gedichten. Ihre künstlerischen Ambitionen führen sie schließlich in die renommierte BRIT School. Nach dem Abschluss ergattert Jessie ihren ersten Plattenvertrag, von dem sie jedoch dummerweise nichts hat, da das Label „Gut Records” bankrott geht.
Bis es mit der ersten eigenen Veröffentlichung tatsächlich klappt, übernimmt Jessie J das Songwriting für Künstlerkollegen und -kolleginnen. Im Auftrag von Sony komponiert und textet sie unter anderem für Christina Aguilera, Miley Cyrus („Party in the U.S.A.” stammt aus ihrer Feder), Justin Timberlake oder Alicia Keys. Auf Tour mit Cindy Lauper erhält sie 2008 die Gelegenheit, ihre Stimme vor größerem Publikum zu präsentieren.
Nach wie vor brennt Jessie J darauf, endlich selbst ein Album an den Start zu bringen – ein Vorhaben, das sie mit Unterstützung von Dr. Luke, Labrinth und B.o.B in Angriff nimmt. Im November 2010 bringt ihre Debütsingle „Do It Like a Dude” den Karrierestein ins Rollen. Der Track, den Jessie eigentlich für Rihanna geschrieben hatte, landet auf Platz #2 der UK-Charts. Die Nachfolgesingle „Price Tag” mit Rapper B.o.B ist noch weitaus erfolgreicher und erzielt in mehreren Ländern beachtliche Charterfolge, darunter Rang #3 in Deutschland.
2011 ist es dann soweit: „Who You Are” erscheint – und wird zum Welterfolg. Jessie J hat es geschafft. In ihrer Heimat Großbritannien wird nahezu alles, was sie anfasst, zu Gold oder Platin, doch auch international wächst die Fangemeinde. Neben dem Überhit „Price Tag” weisen auch die anderen Singleauskopplungen wie „Nobody’s Perfect” und „Domino” (Gold in Deutschland) Jessie J als neuen Stern am Pop-Himmel aus.
Die Tracks „Wild” und „It’s My Party” geben 2013 einen Vorgeschmack auf das zweite Studioalbum der Britin. „Alive” heißt das Werk, das insbesondere im UK zum Erfolg wird. Hierzulande bleibt „Wild” der einzige richtige Hit des Albums. Ganz anders beim Nachfolger „Sweet Talker”, den Jessie J nur ein Jahr später veröffentlicht. Der Ohrwurm „Bang Bang” – eine Kollaboration mit Ariana Grande und Nicki Minaj – wird zum Megahit. Das Stück „Masterpiece” macht seinem Namen alle Ehre und in „Burnin’ Up” zeigt die Sängerin eindrucksvoll, wie viel Soul sie in der Stimme hat.
Nach „Flashlight”, ihrem musikalischen Beitrag zum Soundtrack zu „Pitch Perfect 2”, wird es vorübergehend still um Jessie J – die erschöpfte Entertainerin nimmt sich eine Auszeit, spielt sogar mit dem Gedanken, die Musik aufzugeben. Doch so weit kommt es zum Glück nicht: 2018 meldet sie sich mit ihrem vierten Longplayer „R.O.S.E.” zurück. Mit Songs wie „Real Deal”, „Think About That”, „Not My Ex” und „Queen” stellt Jessie J einmal mehr ihre unglaubliche Stimmgewalt unter Beweis.
Bleibt zu hoffen, dass Jessie J der Musik auch in Zukunft treu bleibt und ihre Fans noch lange mit wunderbaren Songs, mitreißenden Liveshows und ihrer authentischen Art beglückt.