Seit Jahrzehnten im „Showgeschäft“, zählt er zu den größten musikalischen Entertainern, die dieses Land zu bieten hat: Chefstyler Jan Delay aka Eizi Eiz, Eissfeldt oder auch Eißfeldt 65 sowie bürgerlich Jan Philipp Eißfeldt. Zu Beginn als ein Drittel des Trios (damals noch: Absolute) Beginner, seit 1999 vermehrt als Solokünstler, bringt der Hamburger die Massen zum Tanzen, Feiern, Grooven und Raven. 2024 führt die Kompilation „Forever Jan“ durch die ein Vierteljahrhundert umspannende Solokarriere des Musikers mit der näselnden Stimme. Diese prägen zum einen die Alben, vom 2001er Debüt „Searching for the Jan Soul Rebels“ über die mit Gold veredelten „Mercedes Dance“, „Wir Kinder vom Bahnhof Soul“ und „Hammer & Michel“ bis zu „Earth, Wind and Feiern“ aus dem Jahr 2021. Zum anderen ist Jan Delay so erfolgreich, wie er ist, weil er live schlicht und ergreifend der Hammer ist. Für diesen Umstand ist er allerdings nicht ganz alleine verantwortlich, sondern ebenso seine unglaubliche Live-Band Disko No. 1. Zusammen mit den Fans feiern Jan Delay und Disko No. 1 eine fette Party, die alle Anwesenden in Bewegung versetzt und ihnen ein breites Dauergrinsen ins Gesicht zaubert.
Eizi Eiz und die Beginner
Jan Philipp Eißfeldt kommt 1976 in Hamburg zur Welt und wächst im Stadtteil Eppendorf auf. Seine Mutter Dörte Eißfeldt ist Künstlerin, der Vater Theo Janßen Musiker. Noch als Schüler gründet Jan Delay mit drei Mitschülern die HipHop-Gruppe Absolute Beginners. Aus dieser geht schließlich die auf Deutsch rappende und aus diesem Grund in Absolute Beginner umbenannte Combo mit Jan Delay, Dennis Lisk, besser bekannt als Denyo, Guido Weiß aka DJ Mad und Martin Wilkes, genannt Platin Martin, hervor. Während das Debütalbum „Flashnizm“ den Newcomern noch eher mäßigen Erfolg beschert, geht der Nachfolger – inzwischen ist das Quartett zu einem Trio geschrumpft – „Bambule“ richtig durch die Decke, inklusive Goldener Schallplatte. Diese erhält 2003 auch „Blast Action Heroes, das dritte Album der Beginner, die das „Absolute“ in ihrem Namen kurzerhand gestrichen haben. Album Nr. 4 gibt es erst 2016 – und die Fans scheinen sehnsüchtig darauf gewartet zu haben: „Advanced Chemistry“ führt die Charts an und wird mit Platin ausgezeichnet.
Reggae und Funk statt HipHop: Jan Delay solo
Zwar war es um die Beginner lange still, bei Jan Delay dagegen kann davon keine Rede sein. Der legt bereits 2001 sein erstes Solowerk „Searching for the Jan Soul Rebels“ vor. Wie schon die Coverversion von Nenas „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ 1999, ist das Debütalbum stilistisch im Reggae verortet. 2006 wechselt Jan Delay die Stilrichtung und bringt das Funk-Album „Mercedes Dance“ mit den Singles „Klar“, „Für immer und dich“, „Feuer“ und „Im Arsch“ heraus. Letztere ist eine Kollaboration mit Udo Lindenberg; 2008 gastiert im Gegenzug Jan Delay auf dem Lied „Ganz anders“ von Lindenbergs Album „Stark wie zwei“. „Mercedes Dance“ ist ein großer kommerzieller Erfolg – an den der facettenreiche Künstler 2009 mit „Wir Kinder vom Bahnhof Soul“ mühelos anknüpft. Diesmal kündigt die Single „Oh Jonny“ den Langspieler an. Und auch diesmal liefert der näselnde Hamburger mit Hut ein Album voller guter Vibes und tanzbarer Nummern der Sorte „Disko“. Soullastige Songs wie „Hoffnung“ oder das Liebeslied „Ein Leben Lang“ bilden eher die Ausnahme. So wie man von Eizi Eiz astreinen HipHop erwarten durfte, steht Name Jan Delay für 1-A-Tanzmusik.
Jan Delay rockt – und feiert
Knapp sechs Jahre vergehen bis zum vierten Soloalbum. Dieses erscheint 2014 und trägt den Titel „Hammer & Michel“. Musikalisch ist es eine echte Überraschung, denn weder Reggae noch Soul oder Funk und auch kein HipHop ist darauf zu hören, sondern Rock. Jan Delays Experimentierfreude scheint keine Grenzen zu kennen. Fette Gitarrenriffs und stampfende Drumbeats: „Hammer & Michel“ klingt immer noch nach Jan Delay – dafür sorgt allein schon die unverkennbare Stimme – aber so klang er eben vorher noch nie. Im direkten Vergleich zu den beiden Vorgängern kann Album Nr. 4 kommerziell nicht ganz mithalten, die #1 der Charts sowie Goldstatus erreicht es dennoch. Dass es sich bei dem Ausflug in härtere musikalische Gefilde um eine einmalige Sache handelt, legt 2021 das fünfte Jan-Delay-Album „Earth, Wind & Feiern“ nahe. „Nach der Rockplatte, auf die keiner Bock hatte“, wie es im „Intro“ heißt und ein paar Jahre nach dem erfolgreichen Beginner-Comeback, schippert Jan Delay zurück in vertrautere Gewässer. Als Singles fungieren besagtes „Intro“ sowie „Eule“ mit Marteria und „Kinginmeimding“ mit Summer Cem.
Live-Partys mit Disko No.1
So vielseitig und abwechslungsreich sich Jan Delay seit seinen musikalischen Anfängen in den Neunzigern auch immer wieder zeigt, auf manches ist Verlass. Dazu gehört das Tragen einer Kopfbedeckung ebenso wie die Wortspiele in den Albumtiteln. Zu dem existiert zu jedem Album ab „Mercedes Dance ein Livealbum. Die Live-Mitschnitte geben die ausgelassene Stimmung eines Jan-Delay-Konzerts wieder, dass es eine reine Freude ist und man beim Hören zum einen unmöglich still sitzen kann und zum anderen mächtig Bock bekommt, selbst dabei zu sein. Immer mit dabei ist die grandiose Liveband Disko No. 1, die Jan Delay mit musikalischem Können und tonnenweise Grooves darin unterstützt, eine hammerharte Show abzuliefern. Und das macht Jan Delay dann auch verlässlich, wie er auf seiner „Best of 25 Years“-Jubiläumstour 2024/2025 einmal mehr unter Beweis stellt.