Wer es in die Freshman Class des XXL-Magazins schafft, hat sehr gute Karten, im Rap-Business langfristig Fuß zu fassen – so wie Jack Harlow, dem diese Ehre 2020 zuteil kam. Seit dem Überhit „Whats Poppin“ mischt der charismatische MC die Szene auf. Millionenfache Streams, Kollaborationen mit Größen wie Eminem, Lil Nas X oder Lil Wayne, internationale Chartplatzierungen sowie das erfolgreiche Debütalbum „That’s What They All Say“ deuten stark darauf hin, dass die Leute von XXL mal wieder den richtigen Riecher gehabt haben.
1998 in Louisville, Kentucky geboren, beginnt Jack Harlow schon als Kind zu rappen. 2011 – mit gerade mal 13 Jahren – veröffentlicht er mit „Extra Credit“ sein erstes Mixtape in Eigenregie. Einige weitere und eine EP folgen, von denen „Gazebo“ mit dem Track „Dark Knight“ dem Nachwuchs-MC erstmals weitreichende Aufmerksamkeit und schließlich einen Plattenvertrag verschafft. Ein wenig dauert es danach noch, bis sich der gewünschte Erfolg einstellt, doch mit „Whats Poppin“ und der „Sweet Action“-EP ist es endlich soweit. Mit einem internationalen Hit im Gepäck, macht sich Jack Harlow auf, die Rap-Welt zu erobern. Zum Beispiel mit dem „Whats Poppin“-Remix mit Lil Wayne, Da Baby und Tory Lanez, der die Single noch einmal so richtig pusht.
„Industry Baby“: Als Feature von Lil Nas X auf #1 der US-Charts
Chart-Entries in aller Herren Länder sowie beeindruckende Streamingzahlen belegen, dass es sich bei Jack Harlow nicht um ein One-Hit-Wonder handelt. Eigene Titel wie „Tyler Herro“ oder „Way Out“ (featuring Big Sean) vom Album „That’s What They All Say“ sind dafür ebenso verantwortlich wie die Features auf Lil Nas X’ Nummer-Eins-Hit „Industry Baby“ oder Eminems „Killer“-Remix. Diese beiden Superstars sind nicht die einzigen, die den Newcomer zu einem Gastbeitrag einladen. Saweety („Tap In“-Remix), French Montana („Hot Boy Bling“), die City Girls („Pussy Talk“-Remix) – Jack Harlow hat sich vom Nobody zum heiß begehrten Feature entwickelt.
Gelungen ist ihm dies mit einer ebenso ungewöhnlichen wie eigenständigen Mischung. Einerseits verkörpert Jack Harlow das Stereotyp eines Nerds, andererseits verleiht ihm genau das eine unbestreitbare Coolness. Die zeichnet auch seine cleveren Bars und den geschmeidigen Flow aus. Musikalisch lassen sich Tracks wie „Nail Tech“ oder „SUV (Black on Black)“ (mit Pooh Shiesty) klar dem Hip-Hop zuordnen, wobei der Rapper gerne mit Trap-Beats und R&B-Klängen experimentiert. Neben seiner Musik tragen sicher auch seine Persönlichkeit, sein politisch-gesellschaftliches Engagement, etwa in der Black-Lives-Matter-Bewegung, sein Humor und nicht zuletzt sein Style dazu bei, dass Jack Harlow so gut ankommt. Er ist eben „The Handsome Harlow“.