Eine gelungene Mischung aus historischen und persönlichen Ereignissen macht „Hinterm Horizont” zu einem außergewöhnlichen Musicalerlebnis, das gleichermaßen unterhält wie zum Nachdenken anregt. Das Udo-Lindenberg-Musical nimmt die Zuschauer mit auf eine bewegende Zeitreise, auf der es mal heiter und mal dramatisch zugeht. Und es nimmt sie mit nach Berlin, Moskau und Hamburg, in die Achtzigerjahre und die Gegenwart – eine ereignisreiche „Odyssee”, bei der ein spannender Teil der deutschen Geschichte lebendig wird. Dass die Handlung zum Teil auf tatsächlichen Begebenheiten aus Udos Leben beruht, macht „Hinterm Horizont” noch reizvoller und authentischer.
Im Zentrum des Musicals steht die Lebensgeschichte von Jessy, die Udo Lindenberg 1983 bei einem Konzert im Berliner „Palast der Republik” kennen- und lieben lernt. Aber Jessy lebt in der DDR und ist in der FDJ aktiv, während Udo im Westen zu Hause ist. Zur Zeit der Mauer und Stasi sehen sich die beiden Verliebten scheinbar unüberwindbaren Hindernissen gegenüber. Hat ihre Liebe eine Chance? Finden der „Panikrocker” und sein „Boogie-Woogie-Mädchen” einen Weg, wie sie trotz aller Schwierigkeiten zusammen sein können? So viel sei im Voraus verraten: Es bleibt nicht bei dieser einen Begegnung – in „Moskau” verbringen Udo und Jessy eine schicksalhafte Nacht miteinander. Doch bis zum ergreifenden Finale im Hamburger „Atlantic”-Hotel, wo Udo Lindenberg auch im wahren Leben wohnt, wird noch viel geschehen.
Die mitreißende Story von „Hinterm Horizont” stammt aus der Feder von „Sonnenallee”-Autor Thomas Brussig, unterstützt von Udo Lindenberg, der seine persönlichen Erlebnisse und Erinnerungen in die Handlung einfließen ließ. Für die Regie zeichnet Ulrich Waller, künstlerischer Leiter des St. Pauli Theaters, verantwortlich. Auf der Reeperbahn warten einige Neuerungen auf die Musicalbesucher – anders als in der Berliner Version liegt diesmal ein stärkerer Fokus auf Hamburg. So darf etwa Udos Hit „Reeperbahn” in Hamburg selbstverständlich nicht fehlen. Mit „Durch die schweren Zeiten” und „Einer muss den Job ja machen” sind außerdem zwei neue Lindenberg-Songs in der Elbstadt zu hören. Neben altbewährten Requisiten wie dem überdimensionierten Hut gibt es in Hamburg unter anderem ein fliegendes Cello zu bestaunen.