Ihre Songs klingen in etwa so, als hätten sich Alanis Morissette, Gwen Stefani (zu No-Doubt-Zeiten), Taylor Swift und Phoebe Bridgers zu einer Songwriting-Session getroffen. Nicht dass Hannah Grae die genannten Künstlerinnen kopieren würde, aber von jeder von ihnen finden sich etwas in der Musik der Newcomerin. In Tracks wie „It Could’ve Been You“, „I Never Say No“, „Better Now You’re Gone“ oder „Star Crossed Lover“ treffen rockige Gitarrenparts auf Pop-Melodien und Storytelling-Lyrics. Das verströmt 90er- und 2000er-Vibes und ist dennoch fest im Hier und Jetzt verankert.
Wie so viele ihrer ambitionierten Peers nutzt auch Hannah Grae das Internet, um die Öffentlichkeit auf sich und ihre Musik aufmerksam zu machen. Anders als bei vielen anderen, sind es aber nicht bloß originalgetreue Coverversionen, die sie online stellt, sondern Neuinterpretationen bekannter Songs. Ob „Last Christmas“ in einer Punk-Pop-Version oder „Barbie Girl“, wie es klingen würde, wenn es 2021 geschrieben worden wäre – Hannah Grae verpasst den Liedern ihren eigenen Anstrich. Auch schreibt sie Lyrics so um, dass das Lied aus einer anderen Perspektiven gesungen wird, etwa Olivia Rodrigos „Driver’s Licence“. Mit derartigen Videos erobert sie YouTube im Sturm und kann über 150.000 Abonnenten für sich gewinnen.
Debüt-EP „Hell Is A Teenage Girl“
2022 ist die Zeit für eigene Musik gekommen. Auf die erste Single „Propaganda“ folgt „Time of Your Life“. Im Folgejahr legt Hannah Grae mit „I Never Say No“, „Hell Is A Teenage Girl“ und „Jaded“ nach, die wenig später gemeinsam mit den ersten beiden Singles die Debüt-EP „Hell Is A Teenage Girl“ bilden. Zu diesem Zeitpunkt ist Hannah noch nie live aufgetreten. Nachdem sie ihre EP fertiggestellt hatte, siedelte sie von ihrer Heimat Wales nach London um – ein prägender Einschnitt in das Leben der damals 19-Jährigen. Geboren in Port Talbot ist die Waliserin als Kind Fan von Hannah Montana und Taylor Swift, bevor sie Bands abseits der Popmusik für sich entdeckt. Irgendwann funktioniert sie das Gartenhaus des Vaters in ihr persönliches Heimstudio um. In den Texten der „Hell Is A Teenage Girl“-EP verarbeitet Grae ihre Teenagerjahre und Schulzeit. Nach dem Umzug in die britische Hauptstadt sind es dann gänzlich andere Umstände und Erfahrungen, die ihr Songwriting inspirieren.
Hannah Grae wird erwachsen – und stellt fest: „Nothing Lasts Forever“
Nach dem Erscheinen von „Hell Is A Teenage Girl“ releast Hannah Grae die Singles „Screw Loose“, „Who Dunnit“, „It Could’ve Been You“ und „Better Now You’re Gone“, die sich 2024 auf dem (Mini-)Album „Nothing Lasts Forever“ wiederfinden. Inzwischen ist Hannah in ihren Zwanzigern angekommen, lebt in einer anfangs fremden Stadt, hat einige Live-Auftritte absolviert und erzählt in ihren Songs über das Erwachsenwerden, über Beziehungen und Trennungen und das Einfinden in eine neue Umgebung. In „Star Crossed Lover“, das im Sommer 2024 erscheint, rechnet Hannah Grae mit einem Ex-Lover ab, und zwar auf so kompromisslose Weise, dass einem dieser fast leidtun könnte – aber nur fast.
Jene unbändige Energie, die Songs wie „Star Crossed Lover“ versprühen, setzt die Sängerin und Songwriterin auch auf der Bühne frei, wo sie sich als geradezu begnadete Performerin präsentiert. Nach zahlreichen Auftritten im UK – einige davon im Vorprogramm von Stars wie Shania Twain und auf Kult-Festivals wie Glastonbury oder Lollapalooza – können sich mittlerweile Musikbegeisterte in ganz Europa, und natürlich auch in Deutschland, von Hannah Graes Live-Qualitäten überzeugen.