In der Hip-Hop-Szene seiner Heimat ist der US-Rapper Gucci Mane schon lange eine große Nummer. Inzwischen hat sich der „Ice Daddy” mit Tracks wie „Wake Up in the Sky” (mit Bruno Mars und Kodak Black) oder „I Get the Bag” (featuring Migos) auch hierzulande einen Namen gemacht. Aus den Südstaaten kommend, gehört Gucci Mane zu den wichtigsten Vertretern des Trap, was sich in Albumtiteln wie „Trap House” (Debütalbum, 2005), „Trap-A-Thon” oder „Back to the Trap House” (beide 2007) sowie in der „Trap House”-Mixtape-Serie widerspiegelt.
Der „Trap God” kommt 1980 als Radric Davis zur Welt, wächst zunächst in Birmingham, Alabama auf und zieht später mit seiner alleinerziehenden Mutter nach Atlanta, Georgia. Nachdem er schon als Teenager mit dem Rappen begonnen hatte, unterschreibt er 2005 bei einer Plattenfirma, die ihn aufgrund seiner vielversprechenden Debütsingle „Black Tee” an Bord holt. Und der erste größere Erfolg lässt nicht lange auf sich warten: die Single „Icy” mit Young Jeezy wird zum Hit. Von diesem Zeitpunkt an ist Gucci Mane nicht zu bremsen – ein Release jagt den nächsten. Gäbe es einen Award für den Künstler mit den meisten veröffentlichen Mixtapes, wäre Gucci Mane ein ganz heißer Anwärter. Aber auch Alben und Singles droppt er in hoher Frequenz.
Meet ”Mr. Davis”: „Evil Genius” und „Ice Daddy”
Dabei fragt man sich mitunter, wann er eigentlich die Zeit für derart viele Veröffentlichungen findet. Denn Albumtitel wie „Murder Was the Case”, „The State vs. Radric Davis” oder „The Appeal: Georgias Most Wanted” sind nicht bloß Gangsta Talk. „Mr. Davis” gerät mehr als einmal mit dem Gesetz in Konflikt, inklusive längerer Haftstrafen. Seiner Musikkarriere tut das allerdings keinen Abbruch. Nicht nur die Fans, auch zahlreiche namhafte Kolleg*innen feiern Gucci Mane. So kommt es über die Jahre zu einer Vielzahl spannender, teils genreübergreifender Kollaborationen, etwa mit Mariah Carey („Obsessed” Remix), Nicki Minaj („Make Love”) The Weeknd („Curve”) oder Drake („Both”), um nur ein paar zu nennen. Ebenso ist Gucci Mane ein gern gesehener Gast bei anderen Acts, darunter Doja Cat („Like That”), Selena Gomez („Fetish”), Felix Jaehn („Cool”) und Rae Sremmurd („Black Beatles”).
Kollaborationen, Soloalben, Singles – Gucci Mane ist sicherlich einer der meistbeschäftigten Rapper überhaupt. 2019 erscheinen gleich drei Alben: „Delusions of Grandeur”, „Woptober” und „East Atlanta Santa 3”. 2020 bringt er außerdem die Kompilationen „So Icy Summer” und „So Icy Gang Vol. 1” an den Start, die 2021 mit „So Icy Boyz” eine Fortsetzung finden. Und der Mann hat noch mehr Talente. So war er in „Spring Breakers” 2012 auf der Kinoleinwand zu sehen und legte 2017 seine Autobiografie vor. Darüber hinaus führt er mit 1017 Eskimo Records ein eigenes Label. Bei so viel Aktivität und Kreativität dürfte das nächste Gucci-Mane-Projekt schon in den Startlöchern stehen.