Wenn ein junger, queerer Brite seine gerade erst hinter sich gelassene Jugend vertonen würde, wie würde das wohl klingen? Fred Roberts beantwortet diese Frage mit seiner Debüt-EP „Sound Of My Youth“. In den darauf enthaltenen Songs „Runaway“, „Say“, „Disguise“, „Naive“ sowie dem Titeltrack behandelt der Singer-Songwriter Themen, die wohl die meisten seiner Peers bewegen. Seine tiefgründig-emotionalen Lyrics paart Fred Roberts mit starken Melodien zu hymnischen Popsongs, die schon beim ersten Hören einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
In jener Phase zwischen Teenageralter und Erwachsensein – beim Release der ersten Single „Runaway“ ist Fred Roberts 20 Jahre alt – befasst man sich gemeinhin mit der eigenen Identität und reflektiert das Heranwachsen in der heutigen Zeit mit all den damit verbundenen Turbulenzen. Fred Roberts geht es da nicht anders, als anderen Angehörigen seiner Generation. Seine Erfahrungen und Gedanken verpackt er in kraftvolle Gitarrenpop-Nummern der Marke „Say“ und „Runaway“, mit denen er anderen helfen möchte, sich in ähnlichen Lebenslagen zurechtzufinden und ähnliche Erlebnisse zu verarbeiten.
Fred Roberts’ musikalische Vorbilder
Oft geht es in den Lyrics um die Liebe und Beziehungen. Indem Fred Roberts offen mit seiner Queerness umgeht, teilt er etwas sehr Intimes mit der Öffentlichkeit. Das ist umso bemerkenswerter, da man es auch heute nicht immer und überall leicht hat als homosexueller junger Mann. Als großes Vorbild dient ihm dabei, ebenso wie in musikalischer Hinsicht, der Australier Troy Sivan. Dass Fred Roberts darüber hinaus vielfältige musikalische Einflüsse besitzt, spiegelt sich in den Songs auf „Sound Of My Youth“ wider. So dienen etwa Artists wie Frank Ocean, Billie Eilish, The Smiths sowie Brandon Flowers von The Killers und Matty Healy von 1975 als Inspiration.
Was Fred Roberts’ Debüt-EP ferner prägt, ist die Kollaboration mit Andrew Wells, der als Produzent und Co-Songwriter an „Sound Of My Youth“ beteiligt ist und schon mit solch namhaften Künstlerinnen wie Celine Dion, Halsey oder Phoebe Bridgers gearbeitet hat. Gemeinsam entstanden Lieder, die ebenso bewegen wie empowern. So wie „Disguise“, mit dem Fred die schmerzlichen Gefühle, die seine erste Liebeserfahrung in ihm auslöste, verarbeitet. Wie die anderen, so zeugt auch dieser Song vom großen lyrischen, musikalischen und stimmlichen Talent des Newcomers, dem er auch seinen Vertrag beim Majorlabel Universal Music zu verdanken hat. Wie Fred Roberts live klingt, kann man sich übrigens auf der in Berlin aufgenommenen „The Circle°-Sessions“-Version von „Runaway“ anhören. Oder noch besser: bei seiner nächsten Deutschlandtour.