Fred Again verwandelt aufgenommene Gespräche, Gedichte, in Alltagssituationen gesammelte Sounds und Ähnliches in tanzbare Musik, die Millionen begeistert. Die Hitsingle „Marea (We’ve Lost Dancing“), auf der The Blessed Madonna zu hören ist, ist dafür ebenso ein gutes Beispiel wie die beiden „Actual Life“-Alben des britische Produzenten. Der Titel „Actual Life“ trifft den Nagel tatsächlich mitten auf den Kopf. Tracks wie „Kyle (I Found You)“, „Billie (Living Arms)“ oder „Dermot (See Yourself In My Eyes)“ sind stark autobiografisch geprägt. Persönliche Erfahrungen dienen Fred Again als Inspirationsquelle und bilden das Fundament seiner Songs.
Bevor der 1994 in London geborene Fred John Philip Gibson als Fred Again eigene Musik veröffentlicht, ist er – mit anfänglicher Unterstützung seines frühen Mentors Brian Eno – als Produzent für andere teils namhafte Künstler tätig. Unter anderem nehmen George Ezra, Shawn Mendes, Rita Ora und Charli XCX seine Dienste in Anspruch. 2019 debütiert er unter seinem Künstlernamen Fred Again mit „Kyle (I Found You)“. Schon im Folgejahr sahnt er einen BRIT Award als britischer Produzent des Jahres ab. Daran dürfte die Zusammenarbeit mit Ed Sheeran an dessen „No. 6 Collaborations Project“ nicht ganz unschuldig gewesen sein.
Fred Again und Headie One entern die UK-Charts
Überhaupt scheint Fred Again ein Händchen für fruchtbare Kollaborationen zu haben. Mit dem Drill-Rapper Headie One veröffentlicht er 2020 das Mixtape „Gang“, dessen Titeltrack sich ebenso wie „Charades“ in den UK-Charts platzieren kann. Zu den weiteren Künstlern und Künstlerinnen, mit denen der Brite gemeinsame Sache in Form von Singles gemacht hat, gehören: India Jordan („Admit It (U Don’t Want 2)“), Romy and HAAi („Lights Out“) und Henry Wu („Homies“).
Auf „Actual Life“ und „Actual Life 2“ betreibt Fred Again eine Art musikalisches Tagebuch-Schreiben. So umspannt der Erstling die Zeit vom 14. April bis 17. Dezember 2020, während das zweite Werk die Zeitspanne vom 02. Februar bis 15. Oktober 2021 reflektiert. Ein ebenso ungewöhnlicher wie kreativer Ansatz, der sich erst beim Hören der Alben erschließt. Diverse sprachliche Elemente, Alltagsgeräusche, Bass Drums, Synthie-Sounds und andere instrumentale Parts fügen sich zu einem großen Ganzen zusammen, dessen Sog man sich nur schwer entziehen kann. Und warum sollte man sich den urbanen Klangwelten, die Fred Again kreiert, auch entziehen wollen?