Death Metal, der große Untote unter den Metal Subgenres, erhebt sich immer und immer wieder, um
mit brachialer Gewalt über die Lebenden herzufallen. Die Hamburger Band ENDSEEKER hat sich in
den letzten neun Jahren, seit ihrer Gründung im Jahre 2014, schnell einen Ruf als eine der
dynamischsten Abrissbirnen des europäischen Death Metal erarbeitet.
Vom ersten Album „Flesh Hammer Prophecy“, über das Metal Blade-Debüt „The Harvest“ im Jahr
2019 bis hin zum vielbeachteten „Mount Carcass“ zwei Jahre später, haben Endseeker eine so
formidable Formel entwickelt, dass ihr Aufstieg in die Death Metal Oberliga fast unvermeidlich
scheint. Doch wie alle anderen wurden auch sie von der Covid-Pandemie und ihren Nachwirkungen
aufgehalten. Jetzt, wo diese globale Horrorshow im Rückspiegel verblasst, melden sich Endseeker mit
ihrem bisher stärksten und charismatischsten Album zurück: „Global Worming“. Wie Gitarrist Ben
erklärt, führte die Überwindung einer Vielzahl neuer Hindernisse schließlich zu einer fruchtbaren
Rückkehr ins Studio.
"Während der Covid-Pandemie spielten wir einige intensive, seltsame, merkwürdige, lustige und
bizarre Shows und genossen ein paar fast 'normale' Tourneen, als Covid zu verblassen begann",
erinnert er sich. "Aber die Anzahl der Shows, die wir machen konnten, war immer noch ziemlich
begrenzt, das Touren änderte sich stark und wurde teurer, und das Booking wurde schwieriger, weil
gefühlt eine Million Bands gleichzeitig auf Tournee gehen wollten. Also fingen wir langsam an, ab und
zu neue Songs zu schreiben.“
Nach der Veröffentlichung von „Mount Carcass“, welches auf fantastische Resonanz von Fans und
Presse stieß und der Band Platz 22 in den offiziellen deutschen Album Charts bescherte, begannen
Endseeker voller Elan das Songwriting für ihr viertes Album. Es dauerte nicht lange, bis die kreativen
Säfte so sehr zu fließen begannen, dass ein etwas formellerer Angriffsplan erforderlich wurde.
"Irgendwann beschlossen wir, dass wir uns eine Auszeit von den Konzerten nehmen und uns ganz auf
das Songwriting konzentrieren sollten, so wie wir es bei ‚Mount Carcass‘ gemacht haben", erzählt
Ben. "Nachdem wir also am 1. Oktober 2022 unsere letzte Show in unserer Heimatstadt Hamburg
gespielt hatten, stürzten wir uns voll und ganz in das Songwriting und die Vorproduktion, um
sicherzustellen, dass wir alles so gut wie möglich für unsere Studiozeit im Jahr 2023 vorbereitet
hatten."
Wieder einmal arbeiteten Endseeker mit dem geschätzten Tontechniker und Mixing-Maestro Eike
Freese zusammen und schlugen im Studio ein wie eine Nagelbombe auf einem Friedhof. Das Ergebnis
ist "Global Worming" – ein alles pulverisierendes Musterbeispiel für Oldschool Death Metal. Die neun
neuen Songs bleiben in Endseekers geliebtem Grundgerüst aus DISMEMBER-artiger Wildheit
verwurzelt, aber von der schleichenden Monstrosität des ersten (Titel-)Tracks und dem ultra-
eingängigen „Hell Is Here“ bis hin zum halsbrecherischen Wahnsinn von „Our Only Life“ und dem
epischen Abschlussstück „Nemesis“ ist „Global Worming“ ein ungewöhnlich lebendiges und
vielseitiges Album.
"Ich denke, unser Hauptziel war es, ein Album zu schreiben, das mindestens so gut ist wie ‚Mount
Carcass‘ und den Weg, den wir mit dieser Platte eingeschlagen haben, noch weiter zu verfolgen", sagt
Ben. "Wir wollten, dass das Songwriting mehr auf den Punkt kommt, während wir gleichzeitig die
Grenzen des Death Metal-Genres ein wenig erweitern wollten. Unsere Intention war, dass die Songs
nicht nur schwer und brutal sind, sondern auch eine gewisse Atmosphäre haben, um ihnen echte
Tiefe zu verleihen."
"Global Worming dreht sich um eine dystopische Zukunft, in der Zombie-Würmer unseren Planeten
überrennen und uns alle auffressen, bis wir ausgestorben sind", erklärt Ben. "Alles, was übrigbleibt,
ist diese riesige Menge an schleimigen, ekligen, untoten Würmern und Käfern, die sich in leeren
Schädeln und anderen menschlichen Überresten einnisten und ihr bestes untotes Leben führen. Das
ist die Art von klassischer Weltuntergangsgeschichte, die wir im Death Metal haben. Phonetische
Ähnlichkeiten zwischen dem Songtitel und möglichen realen zukünftigen Ereignissen, die unsere
Existenz bedrohen, sind völlig zufällig und unbeabsichtigt!"
Neben dem drohenden Ansturm untoter Wirbelloser befassen sich Ben und seine Bandkollegen -
Gitarrist Jury, Bassist Torsten „Eggert“, Schlagzeuger Andre „Kummer“ und Sänger Lenny -auf „Global
Worming“ in Songs wie „Wheel Of Torture“ oder dem treffend benannten „Terror“ auch mit den
unerbittlichen Umwälzungen und den erschütternden Konflikten und Katastrophen in der realen
Welt. Einfach ausgedrückt: Die Menschheit ist im Moment ziemlich am Arsch und Endseeker haben
den Soundtrack dazu komponiert.
"Wir wurden von allem möglichen Mist inspiriert, der in der Welt vor sich geht. Ich meine, seht euch
doch mal um!" lacht Ben. "Es gibt einen tiefen Schnitt, der quer durch unsere Gesellschaft geht. Die
Menschen sind über alle Maßen wütend. Sie wenden sich dem Hass und faschistischen Ideologien zu.
Sie wählen den Weg der Zerstörung und der Verleugnung. Wir haben einen Krieg in Europa.
Offensichtliche Schwachköpfe werden gewählt. Wissenschaftler sagen uns seit Jahrzehnten, dass wir
geradewegs auf einen drastischen Klimawandel zusteuern, und niemanden scheint es zu
interessieren. Es ist verrückt! So einen Scheiß kann man sich nicht ausdenken!"
Death Metal ist eine ernste Angelegenheit, und „Global Worming“ ist das bisher fokussierteste und
anspruchsvollste Werk von Endseeker. Nichtsdestotrotz gibt es in der unterirdischen Kanalisation
immer Platz für ein oder zwei hirnfressende Monster, und Fans von zombielastigem Death Metal
werden mit dem brillanten, blutigen Inhalt des neuen Albums mehr als zufrieden sein.
"Nicht alles an diesem Album ist todernst!" grinst Ben. "Wir albern gerne herum und lieben es, mit
lustigen Klischees um uns zu werfen, und haben Songs über Zombies und so weiter. Das
Erwachsensein endet an der Türschwelle des Tourbusses! Einige unserer Texte, wie z.B. C.B.V., haben
ihren Ursprung im Tourbus-Bullshit-Talk nach endlosen Stunden, in denen wir in einem verdammten
Van eingepfercht waren und von der Sonne im Stau auf der Autobahn gebraten wurden. Das kommt
alles aus diesen Momenten, in denen man nur noch einen winzigen Schritt vom Wahnsinn entfernt
ist!"
In seiner Gesamtheit konsumiert, verströmt „Global Worming“ den beißenden Gestank eines
zukünftigen Klassikers. Endseeker sind ihren todbringenden Wurzeln treu geblieben, haben aber
gleichzeitig einige der einfallsreichsten Songs ihrer Geschichte geschrieben. Extrem eingängig, aber
trotzdem brutal und hässlich.
"Alle unsere Alben sind einzigartig und markieren eine bestimmte Ära in unserer Geschichte", so Ben
abschließend. "Global Worming ist da keine Ausnahme. Es ist wahrscheinlich unser düsterstes und
härtestes Album und spiegelt augenscheinlich einfach die Ära wider, in der wir leben. Ich denke, wir
verarbeiten all das durch die Musik und versuchen, die Scheiße der Welt in etwas zu verwandeln, das
uns und hoffentlich auch vielen anderen Leuten Spaß macht. Wir sind auf jeden Fall sehr gespannt
darauf, wohin uns ‚Global Worming‘ führen wird und was vor uns liegt!“