Als Sänger, Gitarrist und Songwriter von Pink Floyd schrieb er Musikgeschichte – und die meisten verbinden den Namen David Gilmour wohl vor allem mit der legendären britischen Rockband. Doch auch als Solokünstler weiß der Ausnahmegitarrist immer wieder zu überzeugen. Das gilt insbesondere für das neue Jahrtausend, wie der überragende Erfolg der Soloalben „On an Island“ aus dem Jahr 2006 und „Rattle That Lock“ von 2015 beweist. Statt sich auf derlei Lorbeeren auszuruhen oder sich gar gänzlich zur Ruhe zu setzen, legt David Gilmour 2024 mit seinem fünften Solowerk „Luck and Strange“ nach.
David Gilmours Weg zur Musik und zu Pink Floyd
David Jon Gilmour erblickt das Licht der Welt am 6. März 1946 in Cambridge. Sein Vater ist Dozent für Zoologie an der University of Cambridge, seine Mutter arbeitet als Lehrerin und ist später für die BBC tätig. Von Beginn an unterstützen die Eltern Davids Interesse an Musik, sowohl was das Musikhören von Rock ’n’ Roll der Sorte Elvis Presley als auch das Musizieren angeht. Als Kind bringt sich Gilmour das Gitarrenspiel autodidaktisch bei; im Teenageralter spielt er in ersten Bands. Ebenfalls in jungen Jahren freundet er sich mit Roger „Syd“ Barrett an, mit dem ihn unter anderem das Gitarrenspiel verbindet. Zusammen mit Roger Waters, Richard Wright und Nick Mason gründet Barrett 1965 jene Formation, die später als Pink Floyd Weltruhm erlange soll, während David Gilmour zunächst noch in anderen Musikgruppen aktiv ist. 1968 findet er schließlich seinen Weg in die Band – auf dem zweiten Pink Floyd-Album „A Saucerful of Secrets“ unterstützt Gilmour seinen Freund Syd Barrett an der Gitarre und am Gesang. Schließlich muss Barrett die Band aus gesundheitlichen Gründen verlassen, woraufhin Gilmour seinen Platz einnimmt.
In den Siebzigerjahren erreichen Pink Floyd mit den Alben „The Dark Side of the Moon“, „Wish You Were Here“, „Animals“ und „The Wall“ den Höhepunkt ihres Erfolgs. Just in diesem Jahrzehnt veröffentlicht David Gilmour sein selbstbetiteltes Solo-Debüt, das er – wie alle folgenden Soloalben – selbst produziert. Losgelöst von seiner weltweit gefeierten Band und unabhängig von deren kommerziellen Megaerfolg, gelingt es dem Gitarristen, sich als eigenständiger Musiker und Songwriter zu präsentieren. 1984 wandelt er mit „About Face“ erneut auf Solopfaden und erreicht damit ähnliche Verkaufszahlen von rund 500.000 Einheiten wie mit dem Vorgänger. Nach dem Weggang von Roger Waters 1985 und mit der Veröffentlichung von „A Momentary Lapse of Reason“ übernimmt David Gilmour die Rolle des Bandleaders von Pink Floyd. 1994 liefern Pink Floyd mit „The Division Bell“ ein weiteres Nummer-Eins-Album ab und gehen anschließend mit diesem auf ausgedehnte Tour durch Amerika und Europa. Neben den Bandmitgliedern Gilmour und Wright zeichnet auch Gilmours Ehefrau Polly Samson für das Songwriting auf „The Division Bell“ verantwortlich.
„On an Island“, Rattle That Lock“ und „Luck and Strange“
Die Zusammenarbeit mit Polly Samson hat sich bewährt und so unterstützt sie ihren Mann auch bei seinem dritten Soloalbum „On an Island“, das am 6.3.2006 – Davids 60. Geburtstag – erscheint. Das Werk wird zur bis dato erfolgreichsten Soloplatte des Briten und erreicht die Spitzenposition der UK-Charts. Letzteres gelingt auch dem vierten Soloalbum „Rattle That Lock“, das David Gilmour 2015 – gut ein Jahr nach dem finalen Pink Floyd-Langspieler „The Endless River“ – veröffentlicht. Mit „Live at Pompeii“ entert er 2017 erneut die Charts. Neun Jahre nach „Rattle That Lock“ will es David Gilmour erneut wissen und kündigt „Luck and Strange“ mit der Single „The Piper’s Call“ an. In das neue Album ist nicht nur Polly Samson abermals als Songtexterin involviert, auch weitere Familienmitglieder treten auf „Luck and Strange“ in Erscheinung. Auf „Between Two Points“ etwa sind der Gesang und das Harfenspiel von Tochter Romany zu hören.
Für sein musikalisches Schaffen wird David Gilmour 2003 mit dem Orden „Commander of the Order of the British Empire“ geehrt. Was ihn abseits der Musik auszeichnet, ist die Tatsache, dass er sich seit vielen Jahren für wohltätige Zwecke einsetzt und Organisationen wie Oxfam oder Amnesty International unterstützt. Des Weiteren ist er dafür bekannt, Kate Bush zu ihrem ersten Plattenvertrag verholfen zu haben. Viele treue Fans rund um den Globus schätzen David Gilmour daher menschlich ebenso wie als einen der bedeutendsten Musiker unserer Zeit.