Die LGBTQ+-Community liegt ihr zu Füßen, doch auch außerhalb dieser ist Chappell Roan in aller Munde. Zu verdanken hat sie diesen Umstand Pop-Bangern der Sorte „Pink Pony Club“ und „Good Luck, Babe!“ sowie ihrem Debütalbum „The Rise And Fall of a Midwest Princess“. Der Albumtitel gibt einen Teil der Lebensgeschichte der Sängerin und Songwriterin preis. Denn Chappell Roan stammt aus Missouri im Mittleren Westen der USA. Und sie hat, seitdem sie angefangen hat, Musik zu veröffentlichen, bereits einige Höhen und Tiefen erlebt. Seit sie mit „The Rise And Fall of a Midwest Princess“ die Charts und Playlists weltweit erobert hat, befindet sich Chappell Roan jedoch auf einem Hoch – und es sieht ganz danach aus, als würde sie auch dort oben bleiben.
Chappell Roan: Über Umwege zum Erfolg
Chappell Roan wird 1998 in Willard, Missouri als Kayleigh Rose Amstutz geboren. Sie ist das älteste von vier Kindern und wächst in einem Trailerpark auf. Als Kind lernt sie Klavier spielen, singt und schreibt im Teenageralter erste eigene Songs. Einige davon lädt sie bei YouTube hoch, darunter „Die Young“, der ihr einen Deal mit Atlantic Records beschert. 2017 erscheint die erste offizielle Single „Good Hurt“; wenig später folgt die EP „School Nights“, die neben „Die Young“ und „Good Hurt“ die Tracks „Meantime“, „Sugar High“ und „Bad For You“ enthält. Im Zuge ihres vielversprechenden Karrierestarts zieht Chappell Roan, wie sich Kayleigh seitdem nennt, nach L.A. Doch obwohl sie mit dem namhaften Songwriter und Produzent Dan Nigro zusammenarbeitet und die Musikpresse 2020 voll des Lobes für die Single „Pink Pony Club“ ist, kündigt Atlantic 2020 den Vertrag. Ein Move, den das Label inzwischen bereuen dürfte.
Nach der Abfuhr zieht Chappell Roan sogar vorübergehend wieder nach Missouri. Doch so schnell will sie den Traum von einer Musikkarriere nicht aufgeben. In der nachfolgenden Zeit jobbt sie, um sich finanziell über Wasser zu halten und arbeitet, wieder zurück in L.A., an neuen Songs. 2022 erscheint „Naked In Manhattan“ als neue Single bei einem neuen Label – und der Stein kommt wieder ins Rollen. Der Song ist der erste, dessen Lyrics die Homosexualität der Sängerin thematisieren. Auch musikalisch markiert „Naked In Manhattan“ einen Wendepunkt in Richtung unbeschwerter Synthie-Pop. Eine Entwicklung, die sie mit den Singles „My Kink Is Karma“ und „Femininomenon“ weiterverfolgt. Beide Tracks finden sich 2023 auf dem Debütalbum „The Rise And Fall of a Midwest Princess“, ebenso wie „Pink Pony Club“ und die ebenfalls als Singles veröffentlichten „Red Wine Supernova“ und „Hot To Go!“.
„The Rise And Fall of a Midwest Princess“ bringt den Durchbruch
„The Rise And Fall of a Midwest Princess“ entwickelt sich erst allmählich zum Erfolgsalbum. Während zahlreiche Fans das Werk bereits feiern, werden andere durch Live-Auftritte im Vorprogramm von Olivia Rodrigo oder auf dem Coachella Festival zu Chappell-Roan-Anhängern. Als es dann aber schließlich „Klick“ gemacht hat bei den Leuten, ist die Newcomerin nicht mehr aufzuhalten. Nummer-Eins-Positionen in drei Ländern, Top-5 in vier weiteren – „The Rise And Fall of a Midwest Princess“ ist ein globaler Erfolg. Dies spiegelt sich selbstverständlich auch in den heutzutage noch bedeutsameren Streamingzahlen wider sowie in den Year-End-Listen diverser (Online-) Magazine. Noch kurz vor dem Album-Release räumt Chappell Roan zudem einen MTV Music Award in der Kategorie „Best New Artist“ ab, den sie der Queer-Community widmet.
Queerness und Drag-Queen-Ästhetik spielen eine wichtige Rolle in Chappell Roans Musik und Erscheinung. So wird sie als „queere Pop-Ikone“ gehandelt und dient vielen ihrer Fans als Vorbild. Aufsehenerregende Outfits und extravagantes Make-up sind elementare Bestandteile ihrer Bühnenshow. Im Rahmen der „The Midwest Princess Tour“ durfte sich davon erstmals auch ein deutsches Publikum überzeugen. 2024 kehrte die Durchstarterin als Support von Olivia Rodriguez, die sie abermals mit auf Tour nahm, nach Deutschland zurück. Egal, wo sie auftritt – mit ihrer Musik und ihrer Bühnenperformance zieht Chappell Roan die Menschen in ihren Bann.