Die Musik von Brooke Alexx fühlt sich an wie das ehrlichste Gespräch, das du je geführt hast. Sie beschönigt nichts – stattdessen teilt sie ganz offen die Höhen und Tiefen des Lebens als Mittzwanzigerin: vom schmerzhaften Liebeskummer im Urlaub über Loblieder auf die Mütter ihrer Ex-Freunde bis hin zum ständigen Balanceakt zwischen Karriere, Liebe und allem dazwischen. Ihre dynamische Stimme verbindet den Charme des Mädchens von nebenan mit messerscharfem Songwriting – ihr Pop ist genauso clever wie eingängig. Nach über 100 Millionen Streams und Lob von FLAUNT und Melodic Magazine lädt sie nun ein, mit ihrem Debütalbum Big Mouth (2024) an diesem Gespräch teilzunehmen.
„Jeder Song soll sich anfühlen wie heißer Gossip, den ich mit einer guten Freundin teile“, sagt sie. „Das Album ist mein ‚Big Mouth‘-Moment – ich halte nichts zurück. Ich sage das, was du dich nicht traust auszusprechen.“
Aufgewachsen in New Jersey, wusste die halb-japanische Musikerin mit sieben Jahren, dass sie Sängerin werden wollte. Sie sammelte erste Bühnenerfahrung im Musicalbereich und fuhr regelmäßig zu Castings nach New York. Gemeinsam mit ihrem Vater und ihren Schwestern sang sie laut im Auto, entdeckte mit 13 Taylor Swift, lernte Gitarre und fokussierte sich auf Songwriting. Sie studierte Musikproduktion sowie Film und Grafikdesign an der Elon University, zog nach Nashville, arbeitete tagsüber als Videoeditorin bei Warner Music Nashville und machte nachts ihre eigene Musik.
Ihre frühen EPs (Me (2019), It’s Not You (2020), I Don’t Take Pictures Anymore (2022)) brachten erste Aufmerksamkeit – der virale Hit „All My Exes’ Moms“ mit 25 Millionen Spotify-Streams war der Durchbruch. Es folgte die Look My Age-EP (2023), Auftritte bei Lollapalooza und Touren mit Lostboycrow. Auch Künstler:innen wie Yung Gravy, Jake Miller, Haley Reinhart, Nicotine Dolls und Arrows In Action holten sie als Support.
2023 entstand Big Mouth. Brooke kuratierte selbst die Geschichten, visualisierte und führte Regie bei den Videos und entwickelte das visuelle Konzept. Musikalisch lehnt sich das Album an frühen Pop-Punk und Alternative-Sound an, inspiriert von Acts wie Maisie Peters und Olivia Rodrigo. Den Auftakt machte „Never Liked Your Name“, gefeatured in Spotifys New Music Friday. Für das Projekt stellte sie ein asiatisches Kreativteam zusammen – von Mix und Mastering bis zur Fotografie.
Es folgten Songs wie „Move To LA (I Don’t Wanna)“, „Seriously“ und „Girlfriend“. Direkt und ehrlich ist auch „Hot Like You“: „Ich bin es leid, nur süß zu sein – ich will heiß sein wie du!“ – inspiriert vom Vergleich mit ihren „heißeren“ Schwestern, wie sie lachend erzählt. In „Younger Guys“ gesteht sie: „Ich mag Jüngere – nur für den Sommer, ist nicht meine Schuld, dass sie mehr Spaß machen.“ Der Vibe: leicht, verspielt, augenzwinkernd. Mit „Break Up On Vacation“ verarbeitet sie echte Erlebnisse: „Ich hab tatsächlich schon mehrfach im Urlaub Schluss gemacht. Wenn’s nicht passt, dann lieber sofort ehrlich sein.“ „Super Famous“ wiederum ist ein selbstbewusstes Statement an alle Ex-Freunde: „Du wirst mich überall sehen – und deine Mom wird mich trotzdem weiter lieben.“ „Dieser Song legt den Grundstein fürs ganze Album“, sagt sie. „Die restlichen Songs sind das emotionale Nachbeben. Ich hab oft Angst, Liebe und Karriere nicht vereinen zu können. Wenn ich verlassen werde, geht mein Song viral. Wenn ein Song floppt, krieg ich ein Date. Diese Unsicherheit zieht sich durch das ganze Album.“ Das Finale bildet „First Time“ – reduziert, ehrlich, hoffnungsvoll: „Du hast mir gezeigt, dass es wahre Liebe gibt.“
Am Ende dieses Albums hat man vielleicht das Gefühl, Brooke schon ewig zu kennen.
„Ich wünsche mir, dass du dich mit meinen Songs weniger allein fühlst – egal, ob du gerade im Auto mitgröhlst oder weinend im Bett liegst. Ich kenne all diese Gefühle auch.“