Bayuk, der mit richtigem Namen Magnus Hesse heißt, hat den Newcomer-Status längst hinter sich gelassen. Bereits 2018 erscheinen die ersten Singles „Old June“, „Haaappiiiiiiiiiiiiinneeeeezz“ und „The Beasts Have Arrived“, die sich allesamt auf dem von der Kritik gelobten Debütalbum „Rage Tapes“ finden. Seitdem ist viel passiert – unter anderem die Veröffentlichung des zweiten Albums „Exactly the Amount of Steps From My Bed to Your Door“ 2022 und die EP „but i want magic“ im Jahr darauf. Vor allem aber hat sich Bayuk als Künstler verändert und weiterentwickelt. Im Vergleich zu „Rage Tapes“ klingt „ETAOSFMBTYD“ gereifter und entschlossener.
Ob auf dem ersten Album oder jüngeren Outputs, der Name Bayuk steht für Indie-Pop mit Folk-Einschlag. Je länger er professionell Musik macht, so scheint es, desto weniger scheut der Musiker, Sänger und Songwriter vor dem Popanteil in Indie-Pop zurück. Ganz im Gegenteil, beweist er immer wieder ein erstklassiges Gespür für catchy Melodien. Ein paar Beispiele gefällig? Da wären etwa „Head Under Waves“ von „Exactly the Amount of Steps From My Bed to Your Door“ oder „18“ von der „but i want magic“-EP. Eine weitere Stärke Bayuks sind Songs, die unter die Haut gehen, so wie „200 Miles“, „Oslo“ oder „Someone“.
Wie Bayuk zur Musik kam
Bei seinem ersten, auffallend experimentellen Album „Rage Tapes“ legt Bayuk großen Wert auf Atmosphäre – die Platte mutet geradezu cineastisch an. Das kommt nicht von ungefähr: Bevor er sich ganz der Musik zuwendet, bewirbt er sich an einer Filmhochschule. Der Tatsache, dass diese Bewerbung nicht von Erfolg gekrönt war, verdankt die Musikwelt den Artist Bayuk, der er heute ist. Ohnehin hat die Musik Magnus Hesse praktisch sein gesamtes Leben lang begleitet. Aufgewachsen in Tübingen, singt er schon als Kind gerne und viel. Später spielt er Cello in einem Orchester. Gitarre und Klavier spielen erlernt das junge Talent autodidaktisch. Seine Fähigkeiten bringt er in verschiedenen Bands ein. Zum Studium zieht er nach Konstanz; anschließend macht Bayuk Berlin zu seiner Wahlheimat. Dort ist auch Musiker und Produzent Tobias Siebert (Klez.e und And The Golden Choir) ansässig, mit dem Bayuk „Rage Tapes“ in Eigenregie aufnimmt. Beim Erscheinen von „Exactly the Amount of Steps From My Bed to Your Door“ 2022 ist er dann bei Monchique/Grönland Records (Herbert Grönemeyers Label) unter Vertrag.
Bayuk ist ein Kind der Neunziger: Der „ETAOSFMBTYD“-Opener „You Won“ beginnt mit der Zeile „I’m a nineties child like you“. Logisch, dass auch seine Musik vom Sound dieses Jahrzehnts geprägt ist. Was sie darüber hinaus auszeichnet, ist ihre Verspieltheit. Denn Bayuk hat viele Seiten. Eine davon lebt er gemeinsam mit Wolfskind aus, mit dem er 2019 die EP „Overdose“ herausbringt, gefolgt von „Your Social Battery“ 2022. Apropos Kollabos: Auf der Single „On My Mind“ gesellt sich WizTheMc zu Wolfskind und Bayuk. „Impatience“ lautet wiederum der Titel eines gemeinsamen Tracks mit Paul Wetz.
Von Beginn an präsentiert sich Bayuk als facettenreicher Künstler voller Inspiration und Experimentierfreude. Wahrscheinlich ist es genau das, was seine Musik so lebendig macht – und was seine Hörerinnen und Hörer voller Spannung und Vorfreude auf das nächste Release warten lässt.