Ab dem Jahr 2005 erobert eine Band aus dem englischen Sheffield zuerst ihr Heimatland und schließlich die ganze Welt im Sturm. Mit „I Bet You Look Good on the Dancefloor“ und „When The Sun Goes Down“ landen die Arctic Monkeys zwei #1-Hits im UK, noch bevor Anfang 2006 das Debütalbum „Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not“ in den Läden steht. Dieses erklimmt ebenfalls die Spitze der UK-Charts und landet hierzulande auf einem mehr als respektablen 20. Rang. Heute, viele Jahre später, sind die Arctic Monkeys immer noch da – und um einige gefeierte Alben, allen voran das megaerfolgreiche „AM“, sowie diverse musikalische Ausprägungen reicher.
Arctic Monkeys brechen Rekorde
Nachdem der anfängliche Sänger Glyn Jones bereits kurz nach der Gründung 2002 das Handtuch wirft und Andy Nicholson seinen Posten am Tieftöner 2006 freimacht, bestehen die Arctic Monkeys seitdem aus Frontmann Alex Turner, Gitarrist Jamie Cook, Bassist Nick O’Malley und Schlagzeuger Matt Helders. In dieser Formation werden sie in Windeseile zu einer der – wenn nicht der – größten britischen Rockbands der Stunde. „Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not“ verkauft sich im UK so schnell wie kein anderes Debütalbum zuvor. Seit 2002 aktiv, hatten sich die arktischen Affen zuvor mit Live-Auftritten und den „Beneath the Boardwalk“-Demoaufnahmen einen gewissen Bekanntheitsgrad erspielt. Bald stellt sich auch in Deutschland kein Indie-Rock-Konsument mehr die Frage: „Wo the Fuck Are Arctic Monkeys?“ – so der Titel einer EP aus 2006.
2007 schmiedet das Quartett das Eisen solange es noch heiß ist und veröffentlicht Studioalbum Nummer 2. Dieses trägt den Titel „Favorite Worst Nightmare“ und schafft es beinahe auf die Pole Position der deutschen Albumcharts. Die Arctic Monkeys sind in aller Munde – und im Rahmen ihrer zweiten Welttournee auf dem gesamten Globus unterwegs. Mit dem dritten Longplayer „Humbug“ zeichnet sich eine Entwicklung ab, welche die Gruppe bis heute auszeichnet: Sie ist musikalisch unberechenbar. So weist das von Queens-of-the-Stonehenge-Fronter Josh Homme produzierte „Humbug“ deutliche Psychedelic- und Stoner-Rock-Einflüsse auf. Auf dem Nachfolger „Suck it and See“ präsentieren sich Alex Turner und seine Mannen 2011 im Vergleich dazu wieder etwas eingängiger und zugänglicher, bleiben aber dennoch stilistisch ein gutes Stück von „Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not“ und „Favorite Worst Nightmare“ entfernt.
Überraschender Stilbruch nach „AM“
Gingen die Experimente von „Humbug“ und „Suck it and See“ mit eher mittelmäßigen Verkaufszahlen einher, liefern Arctic Monkeys 2013 mit „AM“ einen echten Kassenschlager ab. Dank Hits der Sorte „R U Mine?“, „Do I Wanna Know?“ oder „Why’d You Only Call Me When You’re High?“ ist das fünfte Werk von internationalem Erfolg gekrönt. Auf diesem ruhen sich die Monkeys nach einer erneuten ausgiebigen Tour erst einmal ein paar Jährchen aus. Womit sie nach dieser Schaffenspause aus der Versenkung zurückkehren, überrascht Fans wie Kritiker. Obwohl alle, die mit Alex Turners Nebenprojekt, The Last Shadow Puppets, vertraut sind, so manche Parallele entdecken dürften. Denn auf „Tranquility Base Hotel & Casino“ setzen die Arctic Monkeys auf Piano- statt Gitarren-Sounds und ihr Indie-Rock wird zum Lounge-Pop.
Ein einmaliger Ausflug? Au contraire! Ihre musikalische Kehrtwende setzen die Arctic Monkeys 2022 auf „The Car“ fort, wie die Singles „There’d Better Be A Mirrorball“ und „Bodypaint“ bereits im Vorfeld erahnen lassen. Weiterentwicklung statt Stillstand – das bleibt auch in den 2020ern die Devise der Briten. Von Stillstand ist abseits der Studioalben ebensowenig zu spüren: Seit ihrer frühen Tage eilt den Arctic Monkeys der Ruf einer exzellenten Live-Band voraus. Ein Ruf, den sie offenbar nur zu gerne aufrecht erhalten – zu jedem Album gibt es eine ausgedehnte Tour, so auch zu „The Car“ im Jahr 2023. Und auf das was danach kommt, darf man heute schon gespannt sein.