Ihre Musik lässt sich mit verschiedensten Labels von Baroque Pop bis Indie-Rock versehen. Eine in jedem Falle treffende Bezeichnung aber ist Artrock – denn das, was Arcade Fire seit ihrem bahnbrechenden Debütalbum „Funeral“ produzieren, ist pure Kunst. Unterstützt von virtuosen festen Bandmitgliedern und Live-Musikern, bereichert das Ehepaar Win Butler und Régine Chassagne die Musikwelt mit ihren experimentellen und originellen Klängen. Von Klassikern der Bandgeschichte, wie „Wake Up“ oder „The Suburbs“ bis zu jüngeren Songs, etwa „Unconditional I (Lookout Kid)“ und „The Lightning I, II“ vom 2022er-Album „WE“ – Arcade Fire wissen ihre zahlreichen Anhänger immer wieder aufs Neue zu begeistern.
Win Butler stößt im Jahr 2002 in Montreal auf seine zukünftige Angetraute. Zuvor war er aus Texas aufgebrochen, um andernorts nach potenziellen Bandmitgliedern Ausschau zu halten. Als Multiinstrumentalistin und Sängerin ist Régine Chassagne die perfekte Kandidatin. Auch sie wurde nicht in Kanada geboren: Ihre Eltern flohen mit ihr vor der Duvalier-Diktatur aus Haiti. Die Suche nach weiteren Bandmitgliedern verläuft erfolgreich. Eines von ihnen ist Wins Bruder William Butler, der zwischenzeitlich jedoch in die USA zurückkehren muss, um die Schule zu beenden. 2003 bringen Arcade Fire ihre selbstbetitelte Debüt-EP auf den Markt. 2004 (in Deutschland 2005) folgt das erste Full-length-Album „Funeral“, das verschiedene Quellen später zum besten Album des Jahrzehnts küren. Das Werk vereint Elemente aus Folk, Pop, Rock und Klassik zu etwas Epischem, das Musikfans in dieser Weise zuvor noch nicht gehört haben.
Arcade Fire von „Neon Bible“ bis „WE“
Auf ihren folgenden Alben – von „Neon Bible“ (2007) und „The Suburbs“ (2010) über „Reflektor“ (2013) und „Everything Now“ (2017) bis zu „WE“ (2022, das letzte mit William Butler) – setzen Arcade Fire den damals eingeschlagenen Weg der höchst eigenständigen Indie-Musik fort. Dabei finden nicht nur diverse Stilrichtungen Platz, sondern auch für die Pop- und Rockmusik eher untypische Instrumente wie Akkordeon, Violine, Xylophon und diverse Blasinstrumente. Dass sich selbst eine Legende wie David Bowie seinerzeit vor Arcade Fire verneigte, spricht Bände. Die Kanadier spielen von Anfang an in ihrer eigenen Liga. Und auch nach rund zwei Jahrzehnten wissen sie noch zu überraschen: Mit dem Soundtrack zu „HER“ beweist die Band gemeinsam mit Owen Pallett, dass sie ohne Weiteres auch Filmmusik komponieren kann. Einen ersten Hinweis darauf lieferte 2012 bereits der Song „Abraham’s Daughter“ aus „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“.
Ihre imposante Sammlung illustrer Musikpreise, inklusive einem Grammy für „The Suburbs“, belegt: Arcade Fire ist eine Band wie keine andere. Das gilt auch und ganz besonders für ihre packenden Live-Shows, die für das Publikum ein unvergessliches akustisches und visuelles Erlebnis darstellen. Ob auf Platte oder live auf der Bühne – Arcade Fire sind und bleiben schlicht unvergleichlich.