Was eine Epoche bewegt, zeigt sich selten in Schlagzeilen. Es zeigt sich in Arbeiten von Artists wie Angela Aux: Digitalisierung, die Erschöpfung des Optimierungsgedankens, das Verschwimmen von Mensch und Maschine. Aus diesen Themen kreiert der Münchner Musiker „Das Nichts macht Kopien von sich selbst”. Es ist sein erstes Album in deutscher Sprache und die erste Kollaboration mit dem Hamburger Label Clouds Hill. Der Titel stammt aus dem Eröffnungssong „Das Leben ist ein seltsames Klavier” und fasst die Stimmung der ganzen Platte zusammen. Wenn Aux singt: „Oh ich glaub sie haben den Code geknackt / und spielen auf der DNA”, dann klingt das weniger nach Science-Fiction-Warnung als nach einem Gedanken, der einem morgens beim Kaffee einfällt und den man den restlichen Tag nicht mehr los wird. Genau darin liegt die eigentliche Stärke der 11 Songs: Bilder und Formulierungen schleichen sich mit einer fast beunruhigenden Sanftheit ins Bewusstsein und hinterlassen kleine Unruhen. Im besten Fall, so hofft Aux, beginnt man sich tiefer für diese Themen zu interessieren, weiterzudenken, nachzulesen, die Dinge selbst zu verknüpfen.