JAZZ SOMMER: ABDULLAH IBRAHIM
„Solo Piano“
Abdullah Ibrahim – piano
Schon früh hat man die Musik von Abdullah als magisch bezeichnet. Und schon lange ist der inzwischen 92 Jahre alte Pianist - der auch Flöte, Saxophon und Cello beherrscht - geradezu ein Hohepriester des Jazz. Nicht nur, weil der Schweiger von Kapstadt vor, während und nach seinen Konzerten kaum ein Wort spricht. Auch musikalisch ist er immer minimalistischer geworden.
Die typischen repetitiven, in afrikanischen Farben schwelgenden Melodien werden nur noch angedeutet, lösen sich in chromatischen Phrasen, dem Wechselspiel zwischen Akkord-Einsprengseln und kurzen Läufen und nicht zuletzt in Stille auf. Zitate seines Mentors Duke Ellington, Coltrane-Motive, angereichert mit heimischer Kwela-Rhythmik, Blues-Skalen oder aufmüpfigen Bop-Phrasen erzählen eine eigene Geschichte des Jazz. Eine, die man nicht von seiner Person trennen kann. Ibrahim wuchs in einer der ärmsten schwarzen Townships auf, sein Vater wurde ebenso wie einige seiner Freunde ermordet. Sein Zufluchtsort war die „American Methodist Episcopal Church“, wo seine Großmutter Klavier spielte und seine Mutter Chorleiterin war. Bereits mit 16 wurde er Berufsmusiker, unter anderem spielte er mit Hugh Masekela bei den Jazz Epistles. Immer wieder entzog er sich der rassistischen Politik der südafrikanischen Regierung, mal in die Schweiz, mal in die USA, wo er dank Duke Ellington und unter dem Namen Dollar Brand berühmt wurde. Seine Heimat jedoch vergaß er nie, vor allem nicht in seiner Musik. Seine Komposition „Mannenberg“ wurde schon in den Siebzigerjahren zur Anti-Apartheid-Hymne. In Maputo gab er 1982 „Freiheitskonzerte“ zum Gedenken an die durch ein Bombenattentat getötete Sozialwissenschaftlerin Ruth First. 1994 spielte er bei der Amtseinführung von Nelson Mandela. Und noch in hohem Alter gelangen ihm Meilensteine wie die „African Suite“ oder sein Klavierzyklus „African Songs“. Im Bayerischen Hof kann man die vielfach ausgezeichnete Ikone der Anti-Apartheid-Bewegung noch einmal solo und ganz bei sich erleben.
EINLASS: 19.00 Uhr / BEGINN: 19.30 Uhr /