Bild: Brittany Bowman
Na, das ist doch mal ein knackiger Songtitel: „In the Barn of the Goat Giving Birth to Satan’s Spawn in a Dying World of Doom“. Nach „By a Monster’s Hand“ ist der Track der zweite Vorgeschmack auf das neue Volbeat-Album „God Of Angels Trust“, das am 6. Juni erscheint. Den beiden Vorabsingles nach zu urteilen, könnte der neunte Langspieler der Dänen in Richtung früher Volbeat-Sound gehen. Jedenfalls klingt die brandneue Single ähnlich kompromisslos wie ihr Titel. Nach einem Midtempo-Einstieg geht der Song nach gut einer Minute ordentlich nach vorne. Auf den langen Songtitel, der in den Lyrics genau ein Mal vorkommt, folgt ein Killer-Gitarrensolo. Old-school-Fans der Band dürften ihre helle Freude am neuen Material haben. Dass Sänger und Gitarrist Mikael Poulsen, Bassist Kaspar Boye Larsen und Schlagzeuger Jon Larsen derzeit offenbar weniger auf Mainstream-Erfolg abzielen, sondern einfach machen, worauf sie Bock haben, spiegelt sich auch in den Musikvideos wider. Während der Clip zu „By a Monster’s Hand“ einen in Mordfantasien schwelgenden Serienkiller begleitet, erinnert das Video zu „In the Barn of the Goat Giving Birth to Satan’s Spawn in a Dying World of Doom“ an Horror-Streifen von „Blair Witch Project“ bis „The Witch“. Aber sehet und höret am besten selbst:
Zur Entstehungsgeschichte des Songs und den Lyrics äußert sich Poulsen folgendermaßen:
„Ich hatte einen Riesenspaß beim Schreiben dieser Texte. Es geht um die Ausgestoßenen und gefallenen Engel Gottes – alle jene, die aus dem Himmel verbannt wurden. Und mir wird aufgetragen, sie in einem riesigen Wagen zu sammeln und in eine Scheune zu bringen. Dort findet ein Ritual statt, bei dem die gefallenen Engel geopfert werden, um Satans Brut eine Armee für ein neues dunkles Königreich zu erschaffen. Anstatt meine Liebste zu einem Kinoabend einzuladen, sage ich also: 'Ich hab da was Besseres für dich. Du musst unbedingt sehen, was in dieser Scheune abgeht … wir sind eingeladen, die Geburt von Satans Nachkommen mitzuerleben und zuzusehen, wie die Welt untergeht. Klingt doch nach einem spannenden Abend, oder?‘ Manche werden sich die Lyrics durchlesen und denken: 'Was stimmt mit dem Typen nicht?' Aber hey, das ist alles nur zum Spaß – wie ein trashiger Horrorfilm. Oder etwa nicht?“
Horrorfilm-Lyrics, Mörder-Riffs und knallende Hooks – „God Of Angels Trust“ verspricht ein Hammer-Album zu werden. Der „Servant of the Mind“-Nachfolger entstand in gerade einmal fünf Wochen, vom Songwriting bis zu den Aufnahmen, bei denen die Band die zehn Albumtracks live und mit so wenigen Takes wie möglich einspielte. Zum Ansatz beim Songwriting erklärt der Frontmann:
„Früher habe ich mir viel Zeit für das Songwriting genommen und jeden Aspekt der Songs bis ins Detail durchdacht. Dieses Mal wollte ich ein Volbeat-Album ohne übermäßiges Grübeln schreiben. Keine Regeln, keine Strukturen – ich kann mit einem Refrain anfangen oder einfach Strophe auf Strophe stapeln. Alles ist erlaubt.“
Fast zeitgleich zum Release von „God Of Angels Trust“ starten Volbeat ihre „Greatest Of All Tours Worldwide“. Im September und Oktober gastieren sie mit selbiger in den Hallen und Arenen in Deutschland. Bush und Witch Fever sind als Support angekündigt worden, zweitere ersetzen die kurz nach Support-Announcement aufgelöste Band Gel. Die Tickets werden längst knapp.
Übrigens: Der in der Überschrift erwähnte Rekord-Verdacht hat sich schlussendlich nicht bewahrheitet – das Guiness-Buch der Rekorde listet „I'm a Cranky Old Yank in a Clanky Old Tank on the Streets of Yokohama with my Honolulu Mama Doin' Those Beat-o, Beat-o Flat-On-My-Seat-o, Hirohito Blues“ als längsten kommerziell veröffentlichten Songtitel. Der kommt auf 152 Zeichen, mit 79 Zeichen ist der neue Volbeat-Song aber auch nicht von schlechten Eltern!