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Dass die Auftritte bei der Halftime Show im Rahmen des NFL-Finales etwas Besonderes sind, muss man wohl niemandem mehr erzählen. Auf der – so sagt man – größten Bühne der Welt gaben sich in den vergangenen Jahren absolute Superstars die Klinke in die Hand: Kendrick Lamar und SZA, Usher mit Gästen wie Alicia Keys, will.i.am, H.E.R. und Ludacris, Rihanna, Dr. Dre und Eminem oder The Weeknd – um nur einige zu nennen.
Der Auftritt 2026 sticht dennoch heraus. Nicht nur, weil die Ankündigung von Bad Bunny von reaktionären Rechtsnationalisten in den USA zum Politikum stilisiert wurde, sondern vor allem, weil der Künstler und sein Team die Möglichkeiten der Halftime Show auf ein neues Level gehoben haben. Was hier gezeigt wurde, war weit mehr als ein klassischer Konzertauftritt: eine hochgradig durchinszenierte Show, die Elemente aus Musikvideo, Musical und Livekonzert miteinander verband.
Kulissen, Choreografien und Bildsprache griffen ineinander und erschufen ein in sich geschlossenes Erlebnis, das weniger wie ein Zusammenschnitt einzelner Songs wirkte als wie ein eigenständiges Format. Genau darin lag die Besonderheit dieser Performance: Sie nutzte die enorme Reichweite der Halftime Show nicht nur als Plattform, sondern als ganz eigenen künstlerischen Raum.
NFL Commissioner Roger Goodell betonte im Vorfeld der Show die Relevanz des Künstlers und reagierte damit auch auf Zweifel an Bad Bunnys Rolle als Headliner. Er bezeichnete ihn als „one of the greatest artists in the world“ und erklärte, dies sei „one of the reasons we chose him“. Der andere Grund sei jedoch, dass Bad Bunny verstanden habe, welche Bedeutung diese Bühne habe: nämlich Menschen zusammenzubringen und Kreativität sichtbar zu machen.
Und genau das passierte. Neben Bad Bunny selbst standen ein riesiges Team sowie prominente Gäste auf der Bühne: Lady Gaga, die „Die With A Smile“ in einer Salsa-Version sang, Ricky Martin mit „Lo Que Pasó en Hawaii“ und weitere Stargäste wie Karol G, Jessica Alba und Cardi B. Über allem stand unübersehbar die Botschaft: „The Only Thing More Powerful Than Hate Is Love“.
In seinem Medley griff Bad Bunny insgesamt zehn Songs auf, teils nur kurz angespielt oder als Sample: Tití Me Preguntó, Yo Perreo Sola, Voy a Llevarte Pa’ PR, Dale Don Dale (Don Omar), Gasolina (Daddy Yankee), EoO, Die With A Smile (Salsa Version), NuevaYol, Lo Que Pasó en Hawaii und El Apagón. In einem Interview vor dem Auftritt sagte er: „I’m just a normal guy that makes music. I want people to feel happiness and joy. I want to make people dance. I want to make them feel proud and think that everything is possible.“ Normal war an diesem Auftritt allerdings wenig.
Achja, Football wurde übrigens auch gespielt. Die Seattle Seahawks gewannen gegen die New England Patriots mit 29 zu 13. Im Sommer kommt Bad Bunny im Rahmen seiner World Tour auch nach Deutschland, Tickets sind längst absolute Mangelware.