Bild: Johannes Schumacher
In Hamburg-Billstedt ist nicht viel davon zu spüren, dass die Hansestadt von vielen Bewohnern immer wieder als „schönste Stadt der Welt“ verklärt wird. Das Viertel, in dem Kalim als Sohn zweier afghanischer Immigranten 1992 geboren wurde, wird dominiert von Wohnblocks die so grau sind wie das Hamburger Wetter, von Wettbüros und Shisha-Bars und von beinahe ausweglos scheinender Langeweile.
Wenn diese Langeweile kein Ventil findet, hat sie destruktives Potenzial. Wenn diese Langeweile einen aber dazu bringt, sich intensiv mit Musik auseinanderzusetzen, dann kommt dabei am Ende ein Künstler wie Kalim heraus. Mit 14 Jahren findet er zum Rap, hört West Coast Sound vom Schlage Tupac & Tha Dogg Pound – ein Einfluss den man zuweilen heute noch gut in seinen Tracks hören kann.
Entdeckt wurde er dann von einem Manager des Independent-Labels Alles oder Nix, der den Nachwuchsrapper sofort mit Labelgründer Xatar und seinem Kompagnon SSIO bekannt machte. Ab dann ging alles ganz schnell.
Auf nunmehr zwei Alben und einem Mixtape erzählt er von dem Leben am Block, zwischen Kriminellen und Zivilpolizisten, zwischen Junkies und Dealern, zwischen der Hoffnung auf ein besseres Leben und dem nächsten Wettschein. Und dabei konnte sich jedes Release höher in den Charts platzieren. Während das erste Mixtape „6 Kronen“ auf Platz #30 der Charts landete, konnte das darauf folgende „Odyssee 579“ auf der #16 einsteigen. Das jüngste Album „Thronfolger“ sicherte sich dann schon Platz #7. Man kann also schon auf das nächste Release des Straßenrappers gespannt sein.
Auch spannend: Im April 2018 begibt sich das Ausnahmetalent, der (laut Presseinfo) „deutsche Kendrick Lamar“, auf Deutschlandtour. Der Vorverkauf bei EVENTIM ist gestartet!