Bild: Atlantic (Warner)
Thank God it’s Friday! Geneigte Musikfreund*innen wissen: Das bedeutet, dass heute wieder haufenweise neue Alben das Licht der Welt erblicken! Wie jede Woche präsentieren wir euch an dieser Stelle einen bunten Strauß musikalischer Neuheiten!
Es gibt viel zu hören - lasst uns gleich loslegen!
Am 19. Mai 2019 verloren Portugal. The Man ihren guten Freund Chris Black, der sie als MC zum Teil auch auf Tour begleitet hat. Ihr neuntes Album, das dem mit Platin ausgezeichneten „Woodstock“ von 2017 folgt, ist nicht nur ein Tribut an ihn, sondern Black steht symbolisch für all die Menschen, die unser Leben nachhaltig verändern. Die Songs handeln von Freundschaft, Familie und Gemeinschaft, Sänger John Gourley verarbeitet aber auch seine Ängste und Depressionen. Gemeinsam mit Produzent Jeff Bhasker, der für seine Arbeit mit Harry Styles und Beyoncé bekannt ist, nahm die aus Alaska stammende Indie-Rock-Band ein so eingängiges wie musikalisch vielschichtiges Album auf, das zahlreiche Features enthält: „Summer Of Luv“ entstand mit der Psychedelic-Rock-Band Unknown Mortal Orchestra, in „Thunderdome (W.T.A.)“ rappt Black Thought von The Roots und in dem epischen Schlussstück „Anxiety:Clarity“ sind die indigene Hardcore-Band With War und der bekannte amerikanische Musiker und Schauspieler Paul Williams zu hören. Ein wahres Opus!
Mit ihrem Debütalbum ging Maisie Peters vor zwei Jahren durch die Decke, jetzt legt die Britin nach: „The Good Witch“, das ebenfalls auf Ed Sheerans Plattenlabel Gingerbread Man Records erscheint, entstanden über einen Zeitraum von einem Jahr, während Peters auf Tour war, und reflektieren ihre „Suche nach Balance zwischen Karrierehochs und persönlichen Tiefs“ in jener Zeit. Mit anderen Worten: „The Good Witch“ ist ein Trennungsalbum. „I still want you back“ singt Peters in dem sanften „Want You Back“, während sie sich in dem tanzbaren „Body Better“ mit der quälenden Frage beschäftigt, was „die Neue“ denn nun hat, was sie nicht hatte. Egal, ob sanfte Folk-Pop-Ballade oder Disco-Beats – Peters glasklare Stimme sorgt dabei stets für Gänsehaut.
Eigentlich sollte ihr Debüt-Album schon längst erschienen sein – und ganz anders heißen. Als einige Tracks von „Problématique“, so der damals geplante Titel, vor Veröffentlichung als Leak ihren Wegs ins Netz fanden, beschloss Kim Petras ihre Pläne über den Haufen zu werfen. Was für die gebürtige Rheinländerin dann folgte, ist längst Geschichte: Zusammen mit Sam Smith „Unholy“ veröffentlicht und einen weltweiten Hit gelandet und stetig das eigene Popularitäts-Level nach oben geschraubt – ob ihr jetzt veröffentlichtes, erstes Album „Feed The Beast“ die Vorschusslorbeeren, die ihr besagter Song mit Smith oder das vorab veröffentlichte „Alone“ mit Nicki Minaj eingebracht haben, rechtfertigt? Findet ihr mit einem Klick selbst raus. Zusammen mit dem Album hat die Sängerin und Songwriterin auch eine Welttour angekündigt, die sie auch nach Deutschland führen wird.
RAF Camora könnte sich längst zur Ruhe setzen – und das hatte er, wenn wir uns richtig erinnern, eigentlich auch schonmal geplant: Aus dem Rampenlicht in den Hintergrund. Der Mann hat sich dann aber doch entschieden, lieber weiter an seinem Vermächtnis zu arbeiten. Und die Fans danken ihm es mit unglaublicher Treue und Loyalität. Die vorab veröffentlichten Singles von „XV“ wurden millionenfach im Stream gehört – und haben ihren (vergleichsweise kleinen) Beitrag dazu geleistet, dass der Künstler mit sagenhaften 4,5 Milliarden Streams der mittlerweile meistgestreamte Musiker in Deutschland ist. Von Müdigkeit ist auf dem neuen Release trotzdem keine Spur zu finden, vielmehr der Soundtrack für einen wilden Sommer.