Cover: Sony Music
Thank God, it’s Friday! Sprich: Es gibt neue Musik auf die Ohren! Natürlich können wir euch bei weitem nicht alle Alben, die heute frisch erschienen sind, an dieser Stelle vorstellen. Trotzdem wollen wir euch aber wieder einen klitzekleinen Überblick über die Highlights der Woche geben, die am heutigen Releaseday vom Stapel gelaufen sind.
Die Foo Fighters werden zweistellig: Auf ihrem 10. Album präsentieren Dave Grohl & Co. ihrer gigantischen Fanbase neun neue Songs, die in Zeiten der Pandemie ein bisschen Freude spenden sollen. Neben den bekannten Singles "Shame Shame", "No Son of Mine" und "Waiting On A War" finden sich hier Songs, die teilweise ziemlich "unfoofighterig" klingen: Auf "Making A Fire" gibt es einen "nananana"-Damenchor, bei "Cloudspotter" knarzen funkige Gitarren, der Titeltrack erinnert an David Bowie und "Chasing Birds" ist eine sphärische Dream-Pop-Ballade. Dave Grohl hatte schon Recht, als er sagte, dass das Album "fucking weird" klinge. In diesem Fall ist weird aber ziemlich gut!
Vier Alben hat The Weeknd mittlerweile auf dem Kerbholz. Und auf denen finden sich eine ganze Menge krasser Ohrwürmer – was läge da also näher, als eine Greatest-Hits-Compilation auf den Markt zu werfen? Richtig. Nichts. Und genau das macht er diese Woche mit „The Highlights“. Auf der Platte befinden sich, nomen est omen, genau 18 solcher Highlights. Übrigens: Mit „The Weeknd in Japan“ hat er 2018 bereits ein solches Best-of veröffentlicht, das war aber nur in Japan begleitend zur damaligen Asien-Tour erhältlich. Diesmal stellt er die Platte seinem Auftritt beim diesjährigen Super Bowl voran.
Ja, wir gestehen: Wir sind schuldig! Schuldig, der Berliner Rockband Milliarden mit Haut und Haaren verfallen zu sein! Nachdem sie uns 2016 mit ihrem hitgespickten Debüt "Betrüger" umgehauen und zwei Jahre später mit "Berlin" noch einen draufgesetzt haben, kommt nun Album Nummer 3. Auf "Schuldig", dem ersten Release auf ihrem eigenen Label Zuckerplatte, haben Ben Hartmann und Johannes Aue ihren punkrockigen Sound noch einmal deutlich weiterentwickelt und um spannende neue Elemente erweitert. Anspieltipps gibt es keine - weil diese Platte einfach von Anfang bis Ende geil ist!
Eine Woche vor dem Valentinstag veröffentlicht Andrea Berg ihr neues Album „In Liebe“, auf dem sie die 18 schönsten Liebeslieder ihrer außergewöhnlichen Karriere vereint. Wundervolle Balladen mit unvergesslichen Zeilen wie „Wir können nicht verlieren, solange wir uns lieben“ heben jeden Schlager-Fan auf Wolke Sieben! Natürlich dürfen hierbei Klassiker wie „Endlich Du“, „Tango Amore“ und „Vielleicht ein Traum zu viel“ nicht fehlen.
Mit „Jylhä“, was zu Deutsch so viel wie „majestätisch“ bedeutet, liefern Korpiklaani bereits ihr elftes Full-Length-Album ab. Der Band um Jonne Järvelä gelingt es auch auf dieser Platte, harte Gitarrenriffs mit rhythmischen Folk-Metal-Melodien zu vereinen. Und doch gibt es auch Veränderungen: Angefangen beim aufwändigeren Songwriting bis hin zu den kreativen und technischen Einflüssen des neuen Schlagzeugers Samuli Mikkonen dürfte „Jylhä“ das bisher vielfältigste Album der Finnen sein. Geht es nach dem Anführer des Waldklans, ist für ihn „kristallklar, dass Korpiklaani nie besser waren als jetzt.“
Wie kaum ein Zweiter hat John Carpenter als Regisseur und Komponist mit Werken wie "Halloween" oder "The Fog - Nebel des Grauens" den (Horror-)Film der 70er- und 80er-Jahre geprägt. Nachdem er sich an der Filmfront in der vergangenen Dekade rar gemacht hat (Ausnahme: sein famoser Score zum "Halloween"-Remake aus 2018), liefert der mittlerweile 73-Jährige nun mit "Lost Themes III: Alive After Death" ein neues Album mit Instrumentalmusik ab, die nicht für Film-Soundtracks geschrieben wurde. Dennoch sieht man vor dem geistigen Auge einen nervenzerreißenden Horrorfilm ablaufen, wenn man diese zehn Tracks hört - Gänsehaut pur!
Rainald Grebe kann man für vieles kennen. Für hintersinnigen Liedermachersound, zuweilen mit großem Pathos (und großem Kopfschmuck) am Flügel vorgetragen und voller kleiner Spitzen, die beinahe immer ins Schwarze treffen und doch niemandem verletzen wollen. Für große Abende auf kleinen Bühnen, für große Abende auf großen Bühnen, für Humor, der manchmal nicht mehr als gaga sein will und manchmal trotzdem mit so ernstem Hintergrund daherkommt, dass man sich schwerlich zwischen Kopfschütteln und Lachen entscheiden kann. Nur Popmusik, dafür kannte man Rainald Grebe bisher noch nicht. Das soll sich nun ändern, denn auf seiner neuen Platte verspricht der Mann genau das, was groß draufsteht: „Popmusik“.