Bild: WMG / John McMurtrie
Iron-Maiden-Fans hatten den 3. September bereits wochenlang im Kalender markiert und freuen sich am heutigen Freitag wie Bolle, denn fast auf den Tag genau sechs Jahre nach „Book of Souls” gibt es heute endlich – Trommelwirbel – eine neue Maiden-Scheibe. Mit Eddie als evil Samurai auf dem Cover – hell yes! Studioalbum Nr. 17 der britischen Heavy-Metal-Legende trägt den Titel „Senjutsu”, was soviel bedeutet wie „Taktik und Strategie”. Wenn die Strategie von Bruce Dickinson und seinen Mannen darin besteht, ihre Anhänger zum einen mit typischen Maiden-Trademarks zu beglücken und zum anderen mit ganz neuen Tönen zu überraschen, dann geht diese Taktik voll und ganz auf.
„The Writing On The Wall” mit seinem grandiosen animierten Video sowie die wunderbare, an alte Maiden-Zeiten erinnernde Single „Stratego” steigerten die Vorfreude auf „Senjutsu” zuletzt ins unermessliche. Auch die Band selbst kann es kaum erwarten, ihr neues Baby zu präsentieren, wie Fronter Bruce Dickinson verrät:
„Wir sind alle richtig aufgekratzt wegen dieses Albums. (…) Die Songs sind sehr vielfältig, und einige von ihnen recht lang. Außerdem gibt es ein oder zwei Songs, die von unserem normalen Stil ziemlich abweichen, und ich glaube die Maiden-Fans werden überrascht sein – positiv, wie ich hoffe!?”
Steve Harris strotzt gleichermaßen vor Enthusiasmus:
„Auf diesem Album gibt es einige sehr komplexe Songs, die uns eine Menge harter Arbeit abverlangt haben, um ihren Sound so hinzubekommen, wie wir ihn wollten, sodass der Prozess bisweilen eine ziemliche Herausforderung war, aber Kevin (Shirley, Produzent – Anmerkung der Red.) ist sehr gut darin, die Essenz der Band einzufangen und ich denke, es war die Mühe wert! Ich bin sehr stolz auf das Ergebnis und kann es nicht erwarten, dass die Fans es hören.”
Diesen Aussagen können wir nur beipflichten. „Senjutsu” ist ein überaus vielseitiges Album, das an mehr als einer Stelle zu überraschen weiß, und zwar – keine Sorge, Bruce – definitiv positiv, wie wir finden. Mit „Hell On Earth”, „The Parchment” und „Death Of The Celts” knacken gleich drei der zehn Songs die Zehn-Minuten-Marke. Wie sich aufmerksame Maiden-Hörer denken können, stammen diese epischen Tracks allesamt aus der Feder von Steve Harris. Seit dem selbstbetitelten Debütalbum von 1980 prägt der Bassist den charakteristischen Maiden-Sound. An „Senjutsu” hat er besonders großen Anteil: Vier weitere Tracks tragen ebenfalls Harris’ Handschrift, der beim Songwriting mal alleine, mal mit Jannick Gers oder Adrian Smith zu Werke ging. Für „The Writing On The Wall”, „Days Of Future Past” und „Darkest” Hour” zeichnen indes Dickinson und Smith verantwortlich, die ein ebenso eingespieltes Team sind.
Mit „Senjutsu” beweisen Iron Maiden abermals, dass sie die Herrscher des Heavy-Metal-Universe sind – falls irgendjemand nach rund 40 Jahren Bandgeschichte noch gezweifelt haben sollte.